Wednesday, November 30, 2022
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Iran: Regime-Funktionär fordert Belohnung für die Verantwortlichen des Massakers

Ahmad Khatami, Mitglied des Leitungsgremiums des Expertenrates, bediente sich in Teheran des Freitagsgebetes, um seine Verärgerung über die zunehmende Bewegung zur Gerechtigkeit für die Opfer des Massakers von 1988 zum Ausdruck zu bringen; er ging so weit, für jene, die an der schändlichen Hinrichtung von mehr als 30 000 politischen Gefangenen beteiligt waren, Medaillen zu fordern.

„Manche Leute verwechseln auf ihren Websites Märtyrer und Mörder. Es war eine göttliche Entscheidung [von Ruhollah Khomeini, dem Gründer iranischen Regimes], die MEK [die Organisation der Volksmojahedin des Iran – PMOI] zum Verlassen des Landes zu zwingen. Alle, die im Sinne dieses Befehls gehandelt haben, sollten mit Medaillen belohnt werden. … Doch jene, an deren Websites ich denke, haben Märtyrer und Mörder miteinander verwechselt; sie sollten,“ so sagte er, „Buße tun und um Vergebung bitten.“

Dieser ranghohe iranische Funktionär, der in viele Verbrechen des Regimes verwickelt ist, zeigt sich immer noch erzürnt über die am 1. Juli in Paris veranstaltete Versammlung der iranischen Opposition. Er äußerte sich auf lächerliche Weise über den früheren iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh: Er habe nach dem Staatsstreich des Jahres 1953 den Mullahs nicht für ihre Unterstützung gedankt und mit Abolghasem Kashani gestritten, einer Gestalt, die im iranischen Volk wegen ihrer Beziehungen zu den für den Staatsstreich von 1953 Verantwortlichen verhaßt ist.

Auch Mullah Abbasian, ein anderer Imam des Freitagsgebetes, äußerte sich dazu ähnlich.

„Während der Zeit der Wahl wurden wir,“ so sagte er, „zu Zeugen der Art, wie eine Reihe von Personen das Bild von den MEK zu ändern versuchten und jene kritisierten, die gegen die MEK standen … Hut ab vor jenen, die Mitglieder der MEK hingerichtet haben.“

Einige Tage zuvor äußerte sich auch der ehemalige Geheimdienstminister Ali Fallahian, der von der schweizerischen, deutschen und argentinischen Justiz mit Haftbefehl gesucht wird, ähnlich über die Gerechtigkeitsbewegung.

„Was die MEK und alle andere Gruppen, die Mohareb sind (Feinde Gottes),“ so sagte er,“ … [Khomeini] hat es angeordnet. … Das Urteil über sie alle war Hinrichtung. … [Khomeini] hat immer wieder gesagt: Paßt auf, daß sie euch nicht entkommen. … [Khomeini] sagte immer: Paßt auf! … vor und nach der Sache von 1988. Wenn ein Richter sie nicht zum Tode verurteilt hätte, so hätte er falsch gehandelt.“

„… Ich möchte über meine erste Predigt sprechen – das ist die Versammlung [der MEK] in Frankreich. … Allein die Tatsache, daß man ihnen die Versammlung gestattet, stellt praktische Unterstützung des Terrorismus dar. …“ So sagte er während Teheraner Freitagsgebeten.

Der frühere Geheimdienstminister Ali Fallahian, während der Massenmorde der 90er Jahre ein führender Funktionär, bezog sich auch auf das Ausmaß des Massakers an Mitgliedern der MEK im Jahre 1988.

„Es waren die Befehle [Khomeinis] … Diese Leute sollten immer hingerichtet werden – vor und nach dem Fall von 1988. [Khomeini] sagte beständig: Paßt auf, daß sie euch nicht entkommen. Er sagte, wir sollten unseren religiösen Verpflichtungen folgen und nicht der Geschichte gestatten, uns zu verurteilen.“ Er räumte auch ein, daß in den früheren Jahren nach der Revolution von 1979 viele verhaftet wurden, nur weil sie Zeitungen verkauft oder die MEK mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Lebensgütern versorgt hatten.

Diese schrecklichen Bemerkungen sind nur die Spitze des Eisberges des wahnsinnigen Chores, den der Höchste Führer des Iran, Ali Khamenei zur Rechtfertigung des Massakers von 1988 eingerichtet hat – besonders nach dem Scheitern seines Versuchs, die letzte Präsidentenwahl gegen Hassan Rouhani im Sinne seines Kandidaten, des konservativen Geistlichen Ebrahim Raisi zu lenken, der wegen seiner direkten Beteiligung an dem Massaker von 1988 berüchtigt ist.