Monday, November 28, 2022
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Irans Coronavirus-Desinformation hat immer mehr tödliche Folgen


Die Epidemie des Coronavirus im Iran

Am Anfang dieser Woche berichtete der Nationale Widerstandsrat des Iran, die Anzahl der durch die Epidemie des Coronavirus im Iran bewirkten Todesfälle betrage bereits mehr als 60 000. Der NWRI verfolgt seit der Ausbreitung des Virus die Infektionsraten und die Zahl der Todesfälle sorgfältig; er arbeitet daran, der von den Funktionären des Regimes und den staatlichen Medien systematisch betriebenen Falsch-Information entgegenzutreten.

Der vom Regime offiziell bekannt gegebene Todeszoll beträgt nicht einmal ein Sechstel der vom NWRI vertretenen Zahl. Am Montag gab Teheran die Zahl 9 742 an; sie erfährt keine Bestätigung außer durch Erklärungen, die die offizielle Darstellung unterstützen wollen. Auf der anderen Seite leiten sich die Schlüsse des NWRI von Untersuchungen der in den iranischen Krankenhäusern anzutreffenden Zustände, verbreiteten Augenzeugenberichten und offiziellen Dokumenten ab, die das Geheimdienst-Netzwerk der Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK) gesammelt hat.

Außerdem sind sich auch die Funktionäre des iranischen Regimes nicht einig über die gering ausfallenden Schätzungen, die von den staatlichen Medien vertreten werden. Einige versuchen verzweifelt, Mitgliedern anderer Fraktionen die Schuld daran zu geben. Durch ihr Abrücken von der offiziellen Darstellung, die das Regime vorträgt, wollen sie verhindern, daß der öffentliche Zorn über die Lügen des Regimes zunimmt. Doch anstatt wirksam tätig zu werden, belassen sie es bei einer lächerlichen Geste der Opposition; sie geben vor, sie hätten die Öffentlichkeit vor der immer noch bestehenden Gefahr gewarnt, mit dem Coronavirus angesteckt zu werden. Mit einem Wort: Es handelt sich hier um ein weiteres Symptom der im Regime anhaltenden Machtkämpfe.

Einige der prominentesten Beispiele dieser Uneinigkeit stammen von Alireza Zali, dem Leiter der vom Gesundheitsministerium des
Regimes zum Coronavirus eingesetzten Task Force. Unlängst hat Zali eingeräumt, daß ungefähr 20% der Bevölkerung der Provinz Teheran von der Krankheit betroffen sind. Allein dadurch entsteht erheblicher Zweifel an den bescheidenen Zahlen, die das Regime angibt; außerdem werden dadurch die vom NWRI erstatteten Berichte bestätigt, wonach der Todeszoll allein in der Hauptstadt größer ist als die Zahl der Todesfälle, die das Regime in Bezug auf das ganze Land vorträgt.

Andere Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums verallgemeinern offenbar die auf die eine Region bezogenen Schätzungen Zalis, indem sie angeben, es könne sich derzeit im Iran um 20 Millionen an COVID-19 erkrankten Personen handeln. Damit rückt das Land rasch an das verheerende Szenario heran, das von der Welt-Gesundheits-Organisation entworfen wird und wonach etwa die Häflte der 83 Millionen Iraner vom Virus betroffen werden können, was zu einem Todeszoll von hunderttausenden führen würde.

Wenn es zu einem solchen Ende kommt, wird dies ein direktes Ergebnis der abschätzigen, vorsätzlich schädlichen Politik des iranischen Regimes sein. Gleiches kann bereits über die derzeitige Situation gesagt werden; ihr Grund sind mehr als zwei Monate Vernachlässigung der Abstandsregeln. Und was die Sache noch schlimmer macht: Diese Regeln wurden im Iran weit später in Kraft gesetzt als in den Ländern seiner Umgebung, obwohl in ihnen das Problem des COVID-19 weit weniger ernst war. Dennoch wurden die Abstandsregeln kaum betont. Daran zeigt sich sowohl das mangelnde Interesse des Regimes an der Gesundheit des Volkes als auch seine Entschlossenheit, die Wirtschaft ohne Rücksicht auf den dazu erforderlichen menschlichen Preis zu stützen.

Diese Entschlossenheit zeigte sich lebhaft im März – am Beginn des iranischen Kalenderjahres -, als die Ausbreitung des Coronavirus im Iran schon voll im Gange war. Damals erklärte der Höchste Führer des Regimes, Ali Khamenei, die nächsten zwölf Monate würden „ein Jahr gesteigerter Produktion“ sein – Ausdruck seiner kriminellen Politik, die die inländische Wirtschaft höher stellt als die öffentliche Gesundheit, den bürgerlichen Frieden, die internationale Versöhnung und alles andere.

Der Höchste Führer blieb mit seinem gesamten Regime an einen egoistischen Kurs des Handelns gebunden. Das zeigte sich erneut am 11. April, als die Behörden des Regimes mit Plänen zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen und sozialen Tätigkeit vorpreschten, obwohl es soeben zu Zunahmen der Todesfälle gekommen war.

Natürlich waren diese Steigerungen in Wirklichkeit bedeutender, als es die vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Schätzungen erkennen ließen. Während der folgenden beiden Monate stellte sich heraus, daß es für das Regime immer schwieriger wurde, die Tatsachen zunehmender Infektionsraten und Todesfälle zu vertuschen. Wie der NWRI bewiesen hat: Der Ernst dieser Zunahme hat schon immer das übertroffen, was zu berichten das Regime gezwungen war. Betrüblicherweise wird der immer größere Abstand zwischen den beiden Zahlenreihen von den internationalen Medien nicht überall anerkannt; sie neigen weiterhin zu unkritischer Wiederholung der vom iranischen Regime offiziell angegebenen Schätzungen. Es ist dringend geboten, daß dieser Tendenz Einhalt geboten wird, bevor das Ausmaß der Epidemie im Iran sich noch weiter verschlimmert. Nach allem haben die vergangenen Monate, die von falscher Information beherrscht wurden, absolut klar gemacht, daß Teheran seine Gesundheitspolitik von sich aus niemals ändern wird. Solange es damit zurecht kommt, wird es sich stets für die Lüge entscheiden, um die Politik zu rechtfertigen, die Khamenei dem Lande verordnet hat.

Dieser Zustand wird andauern, bis die internationale Gemeinschaft ernsthaft beginnt, die erdichteten Darstellungen aus dem Iran ernsthaft in Frage zu stellen und bloßzustellen. Der NWRI die korrekten Informationen weithin bereits vorgelegt; und er hat die Eigenart der vom Regime begangenen Täuschungen erläutert. Die gänzliche Bestätigung dieser Informationen hängt von dem Maß ab, in dem die Gesundheitsbehörden der Welt die Ausbreitung der Epidemie im Iran untersuchen. Doch das Regime wird eine solche Untersuchung niemals zulassen, bis seine Kampagne der Desinfor-mation in der ganzen Welt bekannt geworden ist.