StartNachrichtenKampagne „Nein zu Hinrichtungen dienstags“ geht in 72.Woche

Kampagne „Nein zu Hinrichtungen dienstags“ geht in 72.Woche

Zentralgefängnis in Kerman, Südost-Iran

Die Kampagne „Nein zu Hinrichtungsdienstagen“, eine starke Bewegung gegen die unerbittliche Anwendung der Todesstrafe im Iran, ist in die 72. Woche gestartet. Häftlinge in 47 Haftanstalten protestierten mit Hungerstreiks gegen die zunehmende Hinrichtungswelle. Diese Woche schlossen sich auch Häftlinge des Ahar-Gefängnisses der Kampagne an und bekräftigten damit die Forderung nach einem sofortigen Ende der Todesurteile und riefen zu weltweiten Maßnahmen gegen das iranische Hinrichtungsregime auf.

Anstieg von Hinrichtungen und Unterdrückung

Das autoritäre Regime im Iran hat die Anwendung der Todesstrafe intensiviert und seit dem 22. Mai 2025 über 90 Menschen hingerichtet. Allein am 2. Juni wurden 16 Gefangene hingerichtet, darunter acht im Gefängnis Ghezel Hesar. Die Kampagne verurteilt diese Taten als Teil einer umfassenderen Strategie zur Unterdrückung abweichender Meinungen und zur Aufrechterhaltung der politischen Kontrolle inmitten schwerer wirtschaftlicher und sozialer Krisen. Die Taktik des Regimes, darunter der gezielte Einsatz afghanischer Staatsangehöriger, hat besondere Empörung hervorgerufen und zu einem starken Anstieg der Hinrichtungen dieser wehrlosen Personen geführt, die keinen Zugang zu einer fairen Rechtsvertretung haben.

Die Kampagne „Nein zu Hinrichtungen dienstags“ verurteilt diese Hinrichtungen als Verletzung des Rechts auf Leben, eines zentralen Prinzips, das in Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und Artikel 6 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR) verankert ist. Die Kampagne argumentiert, dass kein Notfall, keine kulturelle oder politische Rechtfertigung die Todesstrafe legitimieren kann, insbesondere wenn sie durch die undurchsichtigen Justizprozesse des iranischen Mullahregimes verhängt wird. Den Angeklagten wird regelmäßig ein unabhängiger Rechtsbeistand verweigert, sie werden zu Geständnissen gezwungen und Prozessen unterworfen, die nicht den internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren entsprechen, was diese Hinrichtungen außergerichtlichen Tötungen gleichsetzt.

Ein Aufruf zu weltweitem Handeln

Die Kampagne ruft Menschenrechtsorganisationen und die internationale Gemeinschaft dringend dazu auf, sich mit der zunehmenden Anwendung der Todesstrafe im Iran auseinanderzusetzen. „Hinrichtungen, die dazu dienen, die Gesellschaft einzuschüchtern oder Andersdenkende zu unterdrücken, sind mit Gerechtigkeit und Verhältnismäßigkeit unvereinbar“, erklärt die Kampagne und betont, dass die Todesstrafe die jedem Menschen innewohnende Würde verletzt. Die Gruppe fordert ein sofortiges Ende der Verhängung und Vollstreckung von Todesurteilen und lädt Bürger weltweit ein, sich der Bewegung zur Verteidigung des Rechts auf Leben anzuschließen.

Die Hungerstreiks dieser Woche erstrecken sich über 47 Gefängnisse, darunter das Evin-Gefängnis (Frauenabteilung, Abteilungen 4 und 8), das Ghezel Hesar-Gefängnis, das Zentralgefängnis von Karaj, das Adelabad-Gefängnis in Schiras, das Zahedan-Gefängnis und das neu angeschlossene Ahar-Gefängnis. Die Gefangenen nutzen diese Streiks, um gegen die Hinrichtungsmaschinerie des Regimes zu protestieren und ihrer Forderung nach Gerechtigkeit und Freiheit Nachdruck zu verleihen.

Ein transnationaler Kampf für Gerechtigkeit

Die Kampagne „Nein zu Hinrichtungsdienstagen“ unterstreicht, dass die Verteidigung des Rechts auf Leben eine kollektive, transnationale Verantwortung ist. „Solange die Schlinge der Hinrichtung nicht aus dem iranischen Justizsystem entfernt wird, fehlt die Grundlage für Freiheit und Gerechtigkeit“, heißt es in der Kampagne. Indem die Bewegung Gefangene aus Dutzenden von Einrichtungen vereint, sendet sie ein starkes Zeichen des Widerstands gegen ein Regime, das Hinrichtungen nutzt, um Oppositionelle zum Schweigen zu bringen.

Die Kampagne wächst stetig und bleibt ein Leuchtfeuer der Hoffnung für diejenigen, die im Iran für Menschenrechte kämpfen. Die Hungerstreikenden und ihre Unterstützer rufen die Welt dazu auf, sie im Kampf gegen die Todesstrafe zu unterstützen und eine Zukunft mit Gerechtigkeit und Menschenwürde aufzubauen.

Für weitere Informationen zur Unterstützung der Kampagne „Nein zu Hinrichtungen dienstags“ werden Menschenrechtsaktivisten ermutigt, das Bewusstsein zu schärfen und Druck auf internationale Organisationen auszuüben, um gegen die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen im Iran vorzugehen.