Monday, November 28, 2022
StartNachrichtenÖlpreise steigen wegen Iran – Sanktionen aber die Ausfälle können abgefangen werden

Ölpreise steigen wegen Iran – Sanktionen aber die Ausfälle können abgefangen werden

Die Ölpreise kletterten am Dienstag auf den höchsten Wert seit sechs Monaten, nachdem das US Außenministerium bestätigt hatte, dass es die Ausnahmegenehmigungen zum Import von iranischem Öl nicht verlängern wird.

US Außenminister Mike Pompeo sagte:“ Wir gehen auf 0. Wir werden die Sanktionen umsetzen und ihre Einhaltung überprüfen. Jede Nation, die mit dem Iran interagiert, sollte sehr sorgfältig sein und mit einer gewissen Vorsicht vorgehen. Die Risiken, die man dabei eingeht, sind es einfach nicht wert.“

China, Indien, Japan, die Türkei, Taiwan, Griechenland, Italien und Südkorea hatten Ausnahmeregelungen, die nun am 2. Mai auslaufen.

Dies bedeutet für den Weltmarkt einen erwarteten Verlust von 700.000 – 800.000 Barrel Rohöl pro Tag, sagt die globale Investmentbank RBC Capital Markets. Die Ölversorgung wird durch die saisonale Nachfrage in der nördlichen Hemisphäre und in anderen Märken knapper werden, zumal zusätzlich in Venezuela und in Libyen wegen Unruhen im Land die Versorgung mit Öl eingeschränkt ist.

Die Sanktionen wurden wieder in Kraft gesetzt, nachdem sich Donald Trump im letzten Jahr aus dem Atomdeal von 2015 zurück gezogen hatten. Um jedoch zu große Marktturbulenzen zu vermeiden, wurden Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Einige Experten gehen nun davon aus, dass sich der Preis für einen Barrel Rohöl auf 80$ erhöhen wird. Doch die Trump Administration könnte nun Öl aus der strategischen Ölreserve der USA auf den Markt bringen und so den Preis wieder sinken lassen.

Zudem haben Saudi Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate zugesagt, dass sie ihre Produktion erhöhen werden, doch das wird wahrscheinlich nicht vor Juni passieren, wenn sich die 14 Mitglieder der Organisation der Erdölexportierenden Länder (OPEC) treffen werden.

Einige Länder – wie China – haben sogar angekündigt, dass sie auch nach dem Auslaufen der Ausnahmegenehmigung weiter Öl aus dem Iran importieren wollen, doch auch ihnen sollte bekannt sein, dass die iranische Ölindustrie von den Revolutionsgarden kontrolliert wird. Diese wurden kürzlich auf die US Terrorliste gesetzt. Wenn nun weiter Öl aus dem Iran importiert wird, dann verletzt man die US Sanktionen und leistet materielle Unterstützung für eine terroristische Gruppe.

Der Iran hat auf das Ende der Genehmigungen der USA mit der Schließung der Straße von Hormus gedroht. Dort liegt eine wichtige Schiffahrtsroute, durch die das meiste Öl aus der Region transportiert wird.

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass der Iran dies tut. Zum einen hat er solche Drohungen schon viele Male gemacht und nie umgesetzt. Auf der anderen Seite hat der Iran nicht die militärischen Fähigkeiten, sich den Kontingenten der USA, Saudia Arabien und den VAE in dem Gebiet entgegen zu stellen und sie werden diese Straße notfalls auf militärischem Weg frei halten.

Der Rückzug der USA aus dem Atomdeal erfolgte, weil sich der Iran nicht „wie ein normales Land“ verhält.