Wednesday, November 30, 2022
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Schockierende Verhältnisse im Evin Gefängnis im Iran

Der Iran Human Rights Monitor hat einen sehr eingehenden Bericht über die schrecklichen Zustände im berüchtigten Evin Gefängnis in Teheran erstellt, wo derzeit mehr als 15 000 Menschen interniert sind, darunter viele friedliche Aktivisten, Journalisten, Intellektuelle und Anwälte für Menschenrechte.

Den Bericht findet man hier. In dem vorliegenden Artikel werden die Ergebnisse zusammengefasst.

Die Trakte im Evin Gefängnis

In diesem Abschnitt werden die Trakte dargestellt, die mit den schrecklichsten Misshandlungen in Verbindung gebracht werden.

Ward 209: Dies ist der schlimmste Trakt in dem Gefängnis. Bis zu 800 Insassen sind hier eingesperrt, jederzeit von Folter bedroht. Die 80 Zellen sind alle Einzelzellen, aber wegen der Überbelegung des Gefängnisses, werden bis zu 10 Menschen in eine Zelle gezwängt. Die Räume im Untergeschoss dienen der Folter, wo Gefangene mit Kabeln gepeitscht werden, Elektroschocks bekommen und auch von der Decke an Füßen oder Händen aufgehängt werden.

Trakt 240: Er steht unter der Kontrolle der Einheiten für Nachrichtendienste und Sicherheit. Auch hier sind die Zellen eigentlich jeweils für eine Person vorgesehen, aber regelmäßig mit sechs oder sieben Personen belegt.

Trakt 2a: Er steht unter der Kontrolle der nachrichtendienstlichen Abteilung des Corps der Revolutionsgarden. Politischen Gefangenen werden die Augen verbunden, wann immer sie aus ihren Zellen gebracht werden.

Der Methadon Trakt: In dieser gigantischen Zelle ist CCTV (Video-Überwachung) angebracht, um die Häftlinge jederzeit zu überwachen, so dass es keine Privatsphäre gibt, aber die Insassen dürfen auch nie den Raum verlassen, nicht einmal zur Pause.

Frauentrakt: Alle Fenster sind abgedichtet, so dass die Insassinnen weder Sonnenlicht  sehen können noch Luftzufuhr bekommen, was Krankheiten verstärkt. Es gibt keine medizinischen Einrichtungen und es kann mehrere Monate dauern, bis Insassen eine Behandlung bekommen.

Trakt 7: Er ist für Gefangene gedacht, die für finanzielle Straftaten verurteilt wurden, aber es sind auch viele politische Gefangene hier untergebracht. Die Kapazität liegt bei 200 Gefangenen, in Wahrheit sind dort derzeit 700. Keine Ventilation, kein warmes Wasser oder Tageslicht.

Nahrungsmittel

Die meisten Nahrungsmittel, die die Gefangenen bekommen, sind kaum genießbar, oft sind sie verfault und es ist Mäuse-Kot darin, aber die Gefangenen haben oft keine andere Wahl, als sie zu sich zu nehmen. Manche Gefangene, die es sich leisten können, können Nahrungsmittel zu hohen Preisen im Laden des Gefängnisses  kaufen.

Wenn sich die Gefangenen über die schlechte Ernährung beschweren, drohen die Wärter ihnen mit Einzelhaft.

Medizinische Versorgung

Viele Gefangene können keine medizinische Versorgung bekommen, wodurch sie sehr gefährdet sind. Das geschieht, um sie zu bestrafen oder zu zwingen, falsche Geständnisse zu machen.

Eine Beurlaubung für kranke Patienten zum Besuch eines Krankenhauses wird selten gewährt und oft erst dann, wenn es schon zu spät ist.

Laut Amnesty International spielt das iranische Regime  oft die Schwere der Krankheiten herunter, und behandelt solche Leiden wie Krebs mit Schmerzmitteln.

Ein Arzt, Shahriar Pourfarzam, ist auch bei den Vernehmungen dabei, damit der Gefangene am Leben erhalten wird für die weitere Folter.