Sunday, January 29, 2023
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‚Sie kommen zu spät’ – nach einem Bericht von „The Express“ wird Angehörigen vor einer Massenhinrichtung im Iran der Abschied von ihren Lieben verweigert

Bericht der britischen Zeitung „The Express“ von dem brutalen Massaker an sunnitischen Häftlingen, das sich heute im Iran ereignete

The Express“

‚Sie kommen zu spät’ – Angehörigen wird vor einer Massenhinrichtung der Abschied von ihren Lieben verweigert

ANGEHÖRIGEN, die sich vor einer Massenhinrichtung auf den endgültigen Abschied  von ihren Lieben vorbereiteten, wurde von Gefängnisbeamten gesagt, sie kämen zu spät; ihre Lieben seien bereits tot.

Von KATE MANSFIELD

VERÖFFENTLICHT am Dienstag, den 2. August 2016 um 20. 45 Uhr; UPDATE an demselben Tag um 20. 54 Uhr

Heute morgen wurden Verwandte von Häftlingen zu einem Abschiedsbesuch aufgefordert; doch als sie im Gefängnis ankamen, sagte man ihnen, die Häftlinge seien bereits erhängt worden.

Statt sich von ihnen verabschieden zu können, erhielten sie die Weisung, sie sollten in die Leichenhalle gehen; dort könnten sie die Leichen abholen.

Die Massenhinrichtung fand heute morgen im Gohardasht-Gefängnis statt; es wurden mindestens 20 sunnitische Häftlinge erhängt.

Das Gohardasht-Gefängnis hat den Notstand ausgerufen; man nimmt an, daß die Hinrichtung zur Vermeidung von Protesten vorzeitig angeordnet wurde.

Die Massenhinrichtung wurde vom Nationalen Widerstandsrat des Iran (NCRI), der um die Menschenrechte in der Islamischen Republik kämpft, entschieden verurteilt.

Shahin Gobadi vom Auswärtigen Ausschuß des NCRI sagte: „Daß man Häftlinge hinrichtet und erst darnach die Angehörigen informiert, hat eine lange Vorgeschichte.

Diese Praxis geht auf die Furcht des Regimes zurück, die Angehörigen könnten vor dem Gefängnis öffentlich demonstrieren, um die Hinrichtung zu verhindern.

Eine besondere Grausamkeit liegt darin, daß sich weder Mütter noch Väter von ihren Lieben verabschieden konnten.“

Einige der Leichen wurden auf dem Friedhof Behesht-e Zahra hastig bestattet.

Nach Berichten von Zellengenossen wurden die Häftlinge von der Polizei Stunden vor der Hinrichtung mit gefesselten Händen und Füßen, zugeklebten Mündern und mit Tüten bedeckten Köpfen abgeführt.

Man nimmt an, daß sie vor der Massenhinrichtung an einen unbekannten Ort gebracht wurden.

Die Gefängnisbehörden unterbrachen die Telefonverbindungen des Gebäudes und schlossen Häftlinge, die nicht auf der Todesliste standen, vor den Tötungen ein.

Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des iranischen Widerstands, erklärte: Die Hinrichtung war „ein abscheuliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Die Erhängungen fanden am 28. Jahrestag der Hinrichtungen statt, die im Jahre 1988 fünf Monate lang tausenden von Häftlingen durch staatliche sanktionierten Mord das Leben nahm.

Unter den sunnitischen Häftlingen, die hingerichtet wurden, befand sich Shahram Ahmadi.

Quelle: http://www.express.co.uk/news/world/695946/Iran-mass-execution-prison-heartbreak-families-goodbye-officials-say-too-late