Tuesday, February 7, 2023
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Staatliche Medien: Das Regime im Iran profitiert mit 500 Mio. $ von den derzeitigen Stromausfällen


Dutzende iranische Provinzen erleben gerade ausgedehnte Stromausfälle an heißen Sommertagen und mitten im Ausbruch von Covid-19. In den letzten Tagen haben staatliche Medien des Regimes zugegeben, dass Regimeobere von dieser Situation profitieren und dass sie sie geschaffen haben.
Mohammad Hassan Motavilizadeh, Vorstandvorsitzender von Tavanir, erklärte, dass die Situation demnächst ein „Notstand“ sein werde und dass das persische Jahr 1400 „in vieler Hinsicht ein Ausnahmejahr“ sei.
Das Parlament des Regimes versucht, einen Gewinn von 500 Mio. $ mit Kryptowährungen zu erzielen mitten in einem extensiven Blackout. Daneben exportiert das Regime weiterhin Strom in Nachbarländer.
„Gestern Mittag, an einem der heißesten Sommertage, haben viele Teile der Hauptstadt Stromausfälle erlebt. Während sich in Teheran die Bürger über den Stromausfall beklagten, deuten Nachrichten darauf hin, dass auch andere Teile des Landes Stromausfälle erlebten”, schrieb die staatliche Tageszeitung Hamdeli („Sympathie“) am Montag, dem 5. Juli 2021.
„Gestern gab es einen Stromausfall in Teheran und zugleich gab es einen kompletten Blackout für mehrere Stunden am Samstag abend“, fügt Hamdeli hinzu.
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„Dabei ist am bemerkenswertesten für die Öffentlichkeit der ausgedehnte Blackout durch das Energieministerium in verschiedenen Teilen des Landes direkt nach den Wahlen. In den letzten Stunden des Samstag waren viele Gebiete in Teheran und Alborz ohne Elektrizität und dieser Stromausfall ereignete sich vollständig außer der Reihe, was die Rücksichtslosigkeit des Energieministeriums zeigt“, schreibt die Tageszeitung Hamdeli.
„Noch bemerkenswerter ist jedoch der neue parlamentarische Plan, 500 Mio. $ durch Kryptowährungen zu bekommen, was zeigt, dass die Geschichte gerade angefangen hat und dass die Krise in den kommenden Jahren weitergehen wird“, räumte die Tageszeitung Hamdeli ein.
Vor wenigen Tagen bereitete der Wirtschaftsausschuss des Parlaments ein Gesetz mit der Bezeichnung „Unterstützung der Gewinnung von Kryptowährungen und die Organisation des internen Tauschmarkts damit“ vor.
Nach diesem Plan wird das Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel verantwortlich sein für die Ausgabe von Lizenzen für Farmen des „Mining“ von Kryptowährung [der Erzeugung der Währung mit großem Aufwand an Rechnerleistung]. In Zusammenarbeit mit den Ministerien für Wirtschaft, Öl, Energie und Kommunikation werden die Farmen für das Mining von Kryptowährungen des Landes in Gang gesetzt, um „jährliche Einkünfte von 500 Mio. $ im Jahr 1401 zu generieren“.


„Die Elektrizitätsindustrie gerät unter Druck wegen der illegalen Extraktion digitaler Währungen, die sehr viel Strom benötigt“, zitierte Hamdeli die Äußerung eines Sprechers der Industrie der Regierung von vor einiger Zeit.
„Während die Staatsführung von Kryptowährungen zu profitieren plant, gibt es die schlechten Nachrichten der Blackouts in einigen Teilen des Landes. An den heißesten Tagen des Jahres stehen die südlichen Teile des Landes vor noch mehr Problemen. Ein Teilnehmer an den sozialen Netzen mit Namen Mojtaba schreibt: ‚Am Samstag mit dem heißen und feuchten Wetter von Bushehr hatten wir von 13 bis 16:30 Uhr keinen Strom, aber niemand hört auf uns‘“, so die Tageszeitung Hamdeli weiter.
Es gibt viele Spekulationen über die derzeitige Krise der Stromversorgung im Iran. Aber die Hauptursache ist die Nachlässigkeit des Regimes bei der Befassung mit der beschädigten Infrastruktur in den Kraftwerken, der Export von Strom in benachbarte Länder und das Mining von Kryptowährungen, um die Sanktionen zu umgehen.
„In den letzten Jahren haben Beamte des Energieministeriums kein Geld ausgegeben für die Gewährleistung der Produktion in den Kraftwerken. Wenn sie in diesen Sektor investiert haben, haben sie Projekte ohne jede Expertise umgesetzt. Viele Projekte des Energieministeriums hatten häufige Stromausfälle zur Folge, es gibt keine Elektrizität an den heißesten Tagen des Jahres. Die Ankündigung dieser Projekte sind leere Gesten eines der wichtigsten Ministerien und seiner Abteilungen, weil die Situation jetzt eine andere wäre, wenn Kraftwerksprojekte professionell durchgeführt würden“, schrieb dazu die Tageszeitung Hamdeli am Montag.
Hamdeli räumt ein: „Jetzt ist das Mining von Kryptowährungen ein weiterer Faktor, der die letzten Blackouts beeinflusst hat und manche sagen, der Hauptgrund für diese Krise sei der Export von Strom in Nachbarländer“.

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„Es wird geschätzt, dass der Iran etwa 40 % des Stroms des Irak liefert, und es ist eigentümlich, dass das Energieministerium im vergangenen Sommer verlauten ließ, dass die Exporte nach Afghanistan zunehmen werden“, schreibt Hamdeli.
„Wenn verschiedene Segmente der Gesellschaft es mit Krisen zu tun haben und wenn diese ausgedehnten Blackouts sie aus ihrer normalen Routine herausbringen, wozu sind dann Stromexporte nötig?“ fragt Hamdeli.
„Laut einem Bericht, der von der Teheraner Kammer veröffentlicht und der in einer chinesischen Zeitung zitiert wurde, ist der Iran seit Ende 2018 für die Chinesen der Wendepunkt geworden, was das Mining von Bitcoins anbetrifft“, schrieb die staatliche Website Rahe-Pardakht („Zahlungsweg“) am 9. Juli 2020.
„Die chinesische Farm für Bitcoins in Rafsanjan ist die größte Produktionseinheit für digitale Währung im Iran, es sind darin 54 000 Miner installiert“, gab Majid Fassihi Harandi, der Gouverneur von Rafsanjan, im  Januar 2021 gegenüber der offiziellen Nachrichtenagentur IRNA an.
Außer den verheerenden Wirkungen auf die Geschäfte haben die massiven Blackouts mitten in der Ausweitung der Covid-19 Krise noch mehr Todesfälle zur Folge, weil die Krankenhäuser die Beatmungsgeräte nicht verwenden können.
„Laut Dr. Hamid Emadi, dem Chef der Abteilung für Infektionskrankheiten des Khomeini Krankenhauses, haben in diesen Tagen Stromausfälle bei Patienten mit der Diagnose Covid-19 zu akuten Problemen der Lungenfunktion geführt. Das kommt daher, dass eine der grundlegendsten Behandlungen für diese Patienten die mit der Sauerstoffmaschine sind“, schrieb dazu die Tageszeitung Jahan-e Sanat am 24. Mai.

Die jetzigen massiven Blackouts und die Rolle des Regimes dabei haben den Hass der Bevölkerung gegen es verstärkt. Videos aus Teheran zeigen Menschen, die rufen „Tod dem Diktator“ und „Tod für [Ali] Khamenei“, den Obersten Führer des Regimes.
Die Iraner kennen die Wurzel aller Probleme im Iran. Diese Krisen werden wohl nicht enden, solange das Mullah Regime an der Macht ist. „Die Wahrheit ist, dass die Energiekrise im Iran zum Vorschein gekommen ist. Dies ist ein Stadium, wo mit Händen zu greifende und bedrohliche Realitäten einen gefährlichen physischen und psychischen Schaden für die Infrastruktur und alles, was an Elementen in der Gesellschaft damit zusammenhängt, anrichten können“, warnte die Tageszeitung Farhikhtegan die Amtsträger am 1. Juni.