Aus Angst vor den Protesten sagt der oberste geistliche Führer einen angekündigten Besuch an der Universität für Wissenschaft und Industrie ab
Viele Studenten wurden verhaftet
NWRI- Die unterdrückenden staatlichen Sicherheitskräfte (SSF) und der Geheimdienst des Mullahregimes haben sich seit Sonntagmorgen (7.Dezember) um das Teheraner Universitätsgelände an allen Eingängen in Stellung gebracht. Ebenso werden die Strassen gesperrt und ein unangekündigtes Kriegsrecht wird für den Universitätsbereich verhängt. Einheiten der SSF Polizei beobachten die Straßenkreuzungen, die zur Teheraner Universität führen. Der Grund für die Sicherheitsbeobachtungen beginnt vor der Talegani, Qods und Engelabstrasse, die mit Menschenmengen gefüllt sind, die ihren Demonstrationszug vom Engelab Platz zur Shirazi Allee führen. Vor ein paar Tagen ordnete der oberste nationale Sicherheitsrat des Regimes die SSF und andere Einheiten an, den „Studententag“ zu verhindern und alle Formen von Universitätsversammlungen zu verhindern. Außerdem wurde angeordnet, dass die Einheiten unter allen Umständen eine Versammlung am Sonntag vor der Teheraner Universität zu verhindern haben. Dies zeigt die Panik, in der sich die Mullahs in Angst vor den Studentenprotesten im ganzen Iran befinden.
Die SSF Einheiten begannen dann auch schon mit ihrem Kampf gegen die Studenten ab Samstag in der Nacht.
Agenten des Ministeriums für Geheimdienste und Sicherheit (VEVAK / MOIS) brachen in die Wohnungen verschiedener Studentenaktivisten der Teheraner Universität ein und durchsuchten ihre Wohnungen, nahmen ihre Gegenstände und verhafteten die Studenten. Letzte Nacht wurden ebenfalls drei Studentenaktivisten der Teheraner Universität von den Sicherheitskräften der Universität verhaftet, als sie das Gelände verließen und wurden an die Polizisten in Zivil übergeben, die außerhalb des Universitätsgeländes standen.
Das Regie hat ebenfalls dafür gesorgt, dass sich 5000 Basij Einheiten vor der Teheraner Universität versammelten, um die Proteste der freiheitsliebenden Studenten aufzulösen. Dazu wurden auch 150 VEVAK- Agenten und Basij Streitkräfte von außerhalb Teherans in Bussen an die Teheraner Universität gefahren. Doch nach Aussagen von Widerstandsquellen im Iran waren die Einheiten nicht in der Lage, die Welle der gegen das Regime protestierenden Studenten aufzuhalten.
Die SSF Polizisten des Regimes versuchten Studenten, die nicht von der Teheraner Universität kamen, mit Absperrungen am Zutritt zu hindern. Indem sie Betonblöcke aufstellten und Sicherheitskartensysteme heraus gaben, versuchten sie ebenfalls andere am Zutritt zu dem Universitätsgelände der Teheraner Universität zu hindern.
Sicherheitskräfte drohten den Menschen, die zu den Universitätsprotesten gehen wollten mit Verhaftung und Einlieferung in das Gefängnis.
Trotz all des Drucks und der Bedrohungen der Einheiten, kam der Protest in Schwung, als die donnernden Parolen wie „Tod dem Diktator“, „Studenten sterben, aber ergeben werden sie sich nicht“ und „Wir sind alle Kämpfer, Männer und Frauen“, „Bekämpft uns und wir werden kämpfen“ die Stimmung auf dem Universitätsgelände anheizten. Spezielle Anti-Protesteinheiten des Regimes umzingelten das Gelände der Universität mit duzenden Fahrzeugen und begannen mit den Studenten zu kämpfen.
Die SSF Polizisten betraten nun auch “die Bühne” und begannen damit, die Studenten zu schlagen und einige der Protestierenden zu verhaften. Die Studenten sangen kollektiv den populären Song „Mein studentischer Begleiter“ und die verbotene Nationalhymne „ Gelobt sei Iran, Land der Juwelen“ und setzten ihren Marsch fort. Um weiterhin Menschen von der Teilnahme an der Demonstration auszuschließen, stationierten die Einheiten des Regimes eine große Anzahl von Bussen vor der Teheraner Universität, um die beiden Gruppen, die vor und in der Universität waren, zu trennen. Sie konnten nur hören, wie sie ihre Parolen riefen.
Ein unangekündigtes Kriegsrecht trat in Kraft, als um 8 Uhr vormittags Colonel Zamani, unter dessen Leitung Arbeiterproteste unterdrückt wurden, und Colonel Motahari,(beide sind als kriminelle Sicherheitsagenten bekannt) um die Teheraner Universität liefen und mit Polizeiradio, Mobiltelefonen und anderen Dingen in der Hand Kommandos an mehrere SSF Polizisten gaben. SSF Polizisten in Kampfuniform und SSF Polizisten verhafteten in der Kargar, 12. Farvardin, Fakhr Razi und 16. Azar Strasse Menschen und bedrohten sie. VEVAK- Agenten verhafteten willkürlich Personen, die Kameras oder Mobiltelefone trugen und legten ihnen Handschellen an, bevor sie sie abführten.
Hunderte von Universitätsstudenten protestierten wütend gegen das Kriegsrecht des Regimes in der Teheraner Universität und marschierten zu dem Eingang an der 16.Azar Strasse und nachdem das Tor nieder gerissen war, (siehe Plan der Universität, Eingang Tor 3 http://www.aut.ac.ir/about/Campus%20Map/index.htm ) konnten die anderen Studenten den Campus betreten. Zu diesem Zeitpunkt riefen die Studenten andere Anfeuerungsrufe: „Pistolen, Panzer, Basij: Haben keine Wirkung mehr“, „Nation, warum die Stille?“, „Der Iran ist zu Palästina geworden“, „Mahmoud Ahmadinejad ist eine Quelle der Korruption und Diskriminierung“ und „Freiheit für die inhaftierten Studenten“.
Die Studentischen Protestteilnehmer zogen dann zu einem Platz, wo drei ihrer Kommilitonen festgehalten wurden, um sie zu befreien. Sie drohten, bis die Studenten frei gelassen wurden, nachdem sie die Türen eintraten und sie mit Gewalt befreien wollten. In Angst vor einer Konfrontation ließen die Sicherheitskräfte die drei festgehaltenen Studenten schließlich frei.
Zusätzlich zu den großen Protesten der Teheraner Universität fanden zeitgleich ebenfalls Proteste couragierter Studenten statt. Proteste wurden ebenfalls aus Isfahan, Tabriz, Hamedan, Babel, Babelsar, Orumieh, Qazvin, Shiraz, Ilam, Birjand, Sanandaj, und der Bo-Ali Sina Universität in Hamedan gemeldet.
Die Regierung zeigte ihre Angst und ihre nervöse Unruhe in der Begegnung mit den steigenden Unruhen auch, in dem sie den obligatorisch angekündigten Besuch an dem „Studententag“ in den Universitäten absagte. Der oberste geistliche Führer Ali Khamenei sagte einen Besuch der Universität für Wissenschaft und Industrie ab. Der frühere Präsident der Mullahs, Mohammad Khatami, sagte ebenfalls trotz seiner Ankündigung, an der Teheraner Universität zu sprechen ab, nachdem die Berichte über weitreichenden Proteste gegen das Regime bekannt wurden.
Das Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
7. Dezember 2008
