Tuesday, November 29, 2022
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Tunne Kelam: Stoppt die Angriffe der iranischen Regierung gegen humanitäre und soziale Organisationen

Montag, den 18. Mai 2015 um 20:18 Uhr

Als 2013 Hassan Rohani zum neuen Präsidenten des Iran gewählt wurde, versprach er, er werde die politische Repression stoppen und bürgerliche Freiheiten und Rechte für alle ethnischen und religiösen Gruppen wieder herstellen. Traurigerweise hat sich in den fast zwei Jahren danach das Gegenteil ereignet. Rigoroses Durchgreifen gegen Zivilpersonen und Minderheiten,

die ihre Identität und Würde zu erhalten versuchen, hat in dramatischer Weise zugenommen. Was die Hinrichtungen anbetrifft, so gehört der Iran zu den drei führenden Ländern in der Welt. Die von der Regierung geförderte Politik gewaltsamer Intoleranz hat einen Punkt erreicht, wo das Regime damit angefangen hat, sogar Wohlfahrtsorganisationen zu schließen, die bedürftigen und kranken Mitbürgern Hilfe gewähren.

In den allerletzten Wochen wurde man Zeuge des Schließens der Reza Aid Foundation für medizinische Fürsorge. Mit der Hilfe von Mitgliedern der Gonabadi Derwische war die Reza Aid Foundation 20 Jahre lang tätig und hat dem ärmsten und bedürftigsten  Teil der Gesellschaft Hilfestellung gegeben.

Vor kurzem wurde den aus Gewissensgründen inhaftierten Sufis medizinische Behandlung verweigert. Andere Sufis wurden aus ihren heimischen Städten verbannt aufgrund von politisch motivierten Gerichtsentscheidungen. 

Es wird Zeit, sich klar zu machen, dass im Augenblick, wo die politische Aufmerksamkeit sich auf die Erreichung eines Atomabkommens mit der iranischen klerikalen Diktatur konzentriert, sie gleichzeitig abgelenkt wird von der ernst zu nehmenden Verschlimmerung der Situation der Menschenrechte und der zunehmenden Diskriminierung gegen nationale und religiöse Minoritäten. Die neuesten Angriffe gegen Sufis und Derwische, die sich traditionell gegenüber der aktiven Politik distanziert verhalten und sich auf die  innere Erleuchtung des Menschen konzentrieren, erinnern uns daran, dass kein politisches Abkommen mit Teheran halten wird, solange es nicht von konkreten Verpflichtungen des gleichen Regimes begleitet wird, dass es voll die Rechte seiner Bürger und Minderheiten respektiert.

Ich rufe insbesondere das Regime in Teheran auf, sofort damit aufzuhören, von Bürgern finanzierte Wohlfahrtsorganisationen still zu legen und die Bedingungen für normale religiöse und bürgerliche Aktivitäten iranischer Minoritäten zu schaffen.