Tuesday, December 6, 2022
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URGENT ACTION

Amnesty international-Hamid Ahmadi, der als Minderjähriger festgenommen und zum Tode verurteilt wurde, ist nun in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet zu werden. Er ist im Gefängnis Lakan im Rascht in Einzelhaft verlegt worden, offenbar in Vorbereitung auf die Hinrichtung, die für den 4. Februar angesetzt wurde. Hamid Ahmadi war 2009 für schuldig befunden worden, im Alter von 17 Jahren während einer Auseinandersetzung zwischen fünf Jugendlichen einem der jungen Männer tödliche Stichverletzungen zugefügt zu haben.

Hamid Ahmadi soll am 4. Februar hingerichtet werden, weil er für schuldig befunden wurde, im Jahr 2008 in der Stadt Siahkal in der Provinz Gilan in einem Streit zwischen fünf Jugendlichen einen Jungen mit einem Messer tödlich verletzt zu haben. Hamid Ahmadi war damals 17 Jahre alt. Am 28. Januar verlegte man ihn in Vorbereitung auf seine Hinrichtung im Lakan-Gefängnis in Rascht in Einzelhaft. Dies ist bereits das dritte Mal, dass ein Hinrichtungstermin für Hamid Ahmadi festgesetzt wurde und er damit der psychischen Qual der drohenden Hinrichtung ausgesetzt wird. Zuletzt war im Mai 2015 ein Exekutionstermin angesetzt worden. Damals wurde die Hinrichtung aufgrund des öffentlichen Drucks ausgesetzt. Danach gewährte man ihm aufgrund der ins Strafgesetzbuch von 2013 aufgenommenen neuen Leitlinien für strafrechtliche Sanktionen bei Minderjährigen ein Wiederaufnahmeverfahren. Das Provinzgericht für Strafsachen von Gilan verurteilte ihn im Dezember 2015 jedoch erneut zum Tode.
Der inzwischen 26 Jahre alte Hamid Ahmadi war im August 2009 von der Abteilung 11 des Gerichts für Strafsachen der Provinz Gilan in einem unfairen Verfahren zum Tode verurteilt worden. Das Gericht stützte sein Urteil auf “Geständnisse”, die Hamid Ahmadi nach seiner Festnahme auf der Polizeiwache abgelegt hatte. Er hatte während der Haft weder Kontakt zu einem Rechtsbeistand noch zu seiner Familie. Hamid Ahmadi gab an, die “Geständnisse” habe er unter Folter und anderer Misshandlung gemacht. Seinen Angaben zufolge hielt die Polizei ihn drei Tage in einer dreckigen Zelle fest. Er sei an Händen und Füßen gefesselt gewesen, die Polizist_innen hätten ihn mit dem Kopf nach unten in das übelriechende Wasser auf dem Zellenboden gedrückt, ihn an einen Pfeiler auf dem Hof der Hafteinrichtung gebunden, ihm in die Genitalien getreten und ihm Essen und Wasser verweigert. Einer der Beamten soll ihm gesagt haben, dass er keine Angst vor einer möglichen Hinrichtung haben müsse, sondern einfach gestehen solle, damit die Untersuchungen so schnell wie möglich abgeschlossen werden könnten. Hamid Ahmadi erklärte, dass man ihm so große Schmerzen zufügte, dass er alles “gestanden” hätte. Nach Kenntnis von Amnesty International haben die Behörden keine Ermittlungen bezüglich dieser Foltervorwürfe eingeleitet.