StartNachrichtenWirtschaftWer lenkt das Geschäft mit dem Autoschmuggel in den Iran?

Wer lenkt das Geschäft mit dem Autoschmuggel in den Iran?

75.000 luxuriöse Autos werden von Vertretern des iranischen Regimes jedes Jahr ins Land importiert. Sie zahlen dafür keine Zölle und viele Autos werden illegal importiert oder sogar ins Land geschmuggelt. Die offiziellen Zahlen sehen hingegen ganz anders aus.

Die staatlichen Medien sprechen von 6.000 Autos, die illegal ins Land importiert oder geschmuggelt werden. Der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung der Automobilimporteure sagte im April, dass die Zahl der illegal importierten Autos bei rund 15.000 liegt. (Staatliche Nachrichtenagentur ISNA, 23. April 2018). 

Auf der anderen Seite sagte der Leiter der Organisation für die Förderung des Handels, dass es 6.400 Autos gäbe, die importiert wurden, als es keine Importregistrierung gab.

In einem Artikel mit dem Titel „Die Regierung als Hauptakteur des illegalen Imports von 6.000 Autos“ zitierte die staatliche Zeitung Shargh am 24. April 2018 den Leiter des Komitees für Industrie im Parlament. Er gab zu, dass die Autos importiert wurden, obwohl ihre Registrierung nicht erlaubt war. Er beschuldigte die Regierung von Rouhani, dafür verantwortlich zu sein. „Einige Vertreter nutzen die Regierungseinrichtungen, um über sie illegal Autos zu importieren. Dies sollte vom Parlament untersucht werden und als dringende Angelegenheit angesehen werden. Die Regierung hat in dieser Hinsicht versagt und sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden“, hieß es.

Am 18. April hatte die staatliche Zeitung „Iran“ weitere Details der Korruption veröffentlicht. Es hieß:“ Als die Webseite für die Registrierung von importierten Autos nicht erreichbar war, boten einige Vertreter importierte Autos im Höhe von 5-20 Millionen Tomans an und sagten, dass nur sie noch Zugang zur Webseite haben.“

„Die Personen hatten Verbindungen zum Industrieministerium“, sagte Mehdi Dadfar, der Leiter der Vereinigung für den Import von Automobilen. Er ergänzte:“ Rund 19.000 Fahrzeuge wurden innerhalb von sechs Monaten illegal importiert und dabei wurden 190 Milliarden Toman als „Vermittlungskosten“ gezahlt. (Staatliche Nachrichtenagentur der Radiostationen, 13. März 2018).

Die staatliche Webseite Tabnak setzt die Zahl der geschmuggelten Autos auf 19.000 fest. In einem Artikel mit dem Titel „Schmuggelmafia beherrscht die Verwaltung des Landes“ vom 18. April 2018 heißt es: “Nach den Aussagen eines Leiters einer parlamentarischen Gruppe zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Korruption bleibt die Frage offen, wie die Autos eigentlich ins Land importiert werden konnten.“

Der Artikel auf der Webseite zeigt auf, wie 13 Luxusautos durch die offiziellen Grenzübergänge geschmuggelt wurden. Es wird dabei darauf verwiesen, dass viele weitere Autos so illegal importiert wurden.

Zu den importierten Luxusautos zählen Marken wie Porsche, Volvo, BMW, Mercedes Benz, Toyota, Nissan und Hyundai. Sie alle wurden über die Freihandelszonen und die offiziellen Grenzposten im Zeitraum von 2016 bis Oktober 2017 in den Iran geschmuggelt.

Zu den Abnehmern dieser Autos gehören hochrangige Mitglieder des Regimes und ihre Mitarbeiter. Der Parlamentarier Amir Khojasteh sagte dazu:“ Es sind die gleichen Leute, die dieses Land über ein Netzwerk der Mafia – Schmuggelgruppen mit guter Zusammenarbeit und guter Organisation regieren und die den ehrlichen Geschäftsleuten die Arbeit schwer machen.“ (Staatliche Nachrichtenagentur ISNA, 23. April 2018).

Das institutionalisierte Schmuggeln und die Korruption im Iran sind so stark, dass der Wirtschaftsberater von Rouhani, Masoud Nili, zugeben musste, dass die „Situation so schlecht ist, weil die iranische Wirtschaft von einem Phänomen betroffen ist, was sich (staatliches) Schmuggelgeschäft nennt und was nichts mit einer globalen Entwicklung zu tun hat.“ (Staatliche Nachrichtenagentur ISNA, 7. April 2018).

19.000 illegal importierte Autos sind in der Tat ein einzigartiges Phänomen, ebenso wie es eine ganze Schmuggelindustrie unter dem Mullahregime ist.