Wednesday, November 30, 2022
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Ex-UN Berater von Ashraf: Bewohner von Liberty stehen unter dem Risiko weiterer Angriffe

NWRI – Die „hochgradig angreifbaren“ Bewohner von Camp Liberty stehen unter dem starken Risiko eines weiteren Angriffes und müssen so schnell wie möglich nach Camp Ashraf zurück kehren. Das sagte ein hochrangiger früherer Berater des UN Sonderbeauftragten im Irak. Tahar Boumedra sagte, dass die Sicherheit in Liberty „quasi nicht vorhanden“ ist und dass es ohne weiteres weitere Anschläge auf das Camp geben kann.

Nach dreieinhalb Jahren der Arbeit als Berater des Sonderbeauftragten für Camp Ashraf gab er im Mai 2012 seinen Posten auf, um gegen die Arbeit von UNAMI Chef Kobler zu protestieren.

Die Dächer der Gebäude von Liberty sind so schwach, dass ein Soldat sie mit der Faust durchschlagen könnte. Solche Dächer geben keinen Schutz vor Luftangriffen, so Boumedra.

„UNAMI Chef Kobler hatte behauptet, dass die Bewohner von Ashraf nach Liberty ziehen mußten, um ihr Leben zu retten, doch in Wirklichkeit diente die Umsiedlung nur dazu, um die Führung der Bewohner aufzusplitten und damit den iranischen Dissidenten „den Kopf vom Körper zu schneiden“.

Nun sind sie hinter Betonwänden mit Stacheldraht, hinter Sicherheitskameras und zwischen Anlagen gefangen, die für die Bevölkerungsanzahl viel zu gering sind, sagte er weiter.

Boumedra ergänzte:“ Viele Menschen fragen sich: Warum war Kobler mehr als jeder andere so begeistert über die Räumung von Camp Ashraf und die Umsiedlung nach Liberty. Nicht einmal die Iraker selbst teilten seine Begeisterung.“

„Lassen sie mich deutlich machen, dass er ein Mann ist, der nur eine Mission zu erfüllen hat. Und diese Mission besteht darin, die Beziehung von UNAMI und Regierungschef al-Maliki zu einer „Kuschelbeziehung“ zu machen.“

„Es ist gut für al-Maliki, wenn er von sich behaupten kann, UNAMI zu einer Art Geisel seiner Bedürfnisse zu machen.“

„UNAMI wurde verpfändet. Und Kobler zahlt den Preis dafür. Das ist die Realität und die Vereinten Nationen in New York lassen dies auch noch zu.“

Koblers schändliches Komplizentum

Boumedra wies empört die Aussagen von Kobler zurück, dass sein eigenes Haus in der grünen Zone von Bagdad dem in Liberty ähnlich sei.

Er sagte:“ Er sagt ihnen, dass er selbst hinter Betonmauern lebt. Doch lassen sie mich deutlich machen, was das genau für ein Ort ist.“

„Die Dächer der Gebäude von UNAMI in der Grünen Zone sind so stark, dass man sie nicht durchschlagen kann. Man hat auf jedem Gebäude einen Meter hohe Sandsäcke, dann befinden sich Metallwände von einem Meter dicke darunter. Dann kommt eine weitere Reihe von Sandsäcken. Bei solchen Gebäuden können Raketen nichts anrichten.“

„In Liberty hingegen sind die Dächer extrem dünn. Ein starker Soldat kann die Dächer mit einer Hand durchschlagen.“

„Doch viel schlimmer noch ist die Dichte der Menschen dort. In einem halben Quadaratkilometer leben Tausende Menschen. Das macht es enorm verwundbar. Selbst wenn man außerhalb des Camps nur einen Stein wirft, kann man sich sicher sein, jemanden im Camp zu treffen.“

„All das sind keine Geheimnisse für die UN, diese Zustände wurde alle nach New York berichtet. Und dennoch tut man so, als wenn die Menschen aus Ashraf in einem Platz leben, wo ihr Leben sicher ist.“

„Wenn solche Bedingungen Leben retten sollen, dann frage ich mich allen Ernstes, warum ein Steuerzahlen in den USA, Frankreich oder Deutschland ein System mitfinanzieren sollen, wo die Menschen aus Ashraf und Camp Liberty durch es dermaßen im Stich gelassen werden.“

UN muß UNAMI auflösen und eine Kommission einsetzen, welche die Angriffe von Liberty untersucht

So lange diese Personen die internationale Gemeinschaft in die Irre führen, so lange werden weitere Angriffe stattfinden. Der einzige Weg, dies zu ändern, ist die Arbeitsweise von UNAMI zu ändern, so Boumedra weiter.

Er ergänzte:“ So, wie UNAMI im Moment funktioniert, wird es weitere Massaker geben und diese werden weiter verschleiert werden.“

„Die Menschenrechtsberichte über die Bedingungen in Liberty sind geschönt. Wir machen diese Berichte nur, um uns nicht mit Maliki anzulegen.

„Wenn sie dann in Genf oder New York angesehen werden, werden noch einmal Dinge heraus gestrichen, die al-Maliki aufregen könnten. So funktioniert UNAMI.“

„Somit besteht die Aufgabe von UNAMI darin, alle negativen Informationen zu ignorieren, die sie von der MEK, den Menschen aus Ashraf oder im Irak oder außerhalb des Landes bekommt.“

„UNAMI ist Teil der Vereinten Nationen und es dient dazu, die Bewohner von Ashraf zusätzlich zu schädigen.“

Verschiedene UN Standards

Boumedra verglich Liberty mit einem anderen Camp, in dem 11000 Mitglieder der PKK, der kurdischen Arbeiterpartei, leben.

Er sagte:“ Dort leben Menschen in Camp Makmur und sie sind bewaffnet. Es ist eine bewaffnete Gruppe, die gegen die Türkei kämpft. Die dortigen Menschen laufen offen mit Waffen herum und niemand stört sie dabei.“

„Als sich die Vereinten Nationen um sie kümmerte, hatte die UNHCR sie innerhalb von drei Monaten alle erfaßt und gab ihnen Reisedokumente. Sie hatten das Recht, sich im gesamten Irak zu bewegen. Sie hatten sogar das Recht, Aktivitäten durchzuführen. Sie hatten Reisedokumente für das Ausland. Sie konnten dort studieren oder es als Touristen besuchen.“

„Warum setzt man verschiedene Standards an? In Camp Ashraf haben wie eine Bevölkerung, die vor Jahren entwaffnet wurde. Die USA und der Irak haben dies bestätigt. Es ist eine entwaffnete Zivilgesellschaft.“

„Auf der anderen Seite haben wir eine bewaffnete Gruppe, die dies offen zeigt. Diese bekommen Schutz und Makmur ist als Flüchtlingslager anerkannt.“

Aufruf zu Untersuchungen

Boumedra rief die UN auf, sofort mit der Gründung einer Untersuchungskommision zu beginnen, damit der Anschlag in Liberty untersucht wird und in der herausgefunden wird, wie weiter mit UNAMI und Kobler umgegangen wird.

„Eine weitere Möglichkeit wäre, dass mich die UN wegen Verleumdung vor Gericht bringt und dort der Fall aufgerollt wird. Doch nun weiter still zu bleiben, ist die schlechteste Lösung. Also bringen sie mich vor Gericht oder gründen sie eine Untersuchungskommision. Stille hingegen ist einfach nur inakzeptabel.“