StartUncategorizedBrief der NWRI-Deutschlandvertretung an die Zeitschrift DATUM: Geben Sie Verleumdungen keinen Raum!

Brief der NWRI-Deutschlandvertretung an die Zeitschrift DATUM: Geben Sie Verleumdungen keinen Raum!


Eine Person namens Andreas Holzapfel hat sich als „freier Journalist“ ausgegeben und 27 Fragen, die eher einem Verhör als seriösen journalistischen Nachfragen ähneln, an die Facebook-Seite des Auswärtigen Ausschusses des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) gesendet. Er forderte Antworten, da er angeblich einen Artikel für die österreichische Zeitschrift DATUM vorbereitet. Diese Fragen bezogen sich auf angebliche Ereignisse, die vor über 30 Jahren stattgefunden haben sollen, und insbesondere auf das Schicksal von Kindern, die die Volksmojahedin Ende 1990 und im Januar 1991 aus dem Irak vor den schweren Bombenangriffen nach Europa und Nordamerika evakuiert haben. Die erhobenen Vorwürfe wurden bereits Hunderte Male vom iranischen Geheimdienst und den Revolutionsgarden konstruiert und in zahlreichen Medien und Webseiten dieses Regimes, sowohl im In- als auch im Ausland, verbreitet.
Auf Anfragen der NWRI-Deutschlandvertretung, den fragwürdigen Fall gemeinsam zu klären, reagierte die Redaktion der Zeitschrift nicht. Daher wurde folgendes Schreiben an die Chefredaktion von DATUM gesendet:

Frau
Elisalex Henckel
Chefredakteurin des Magazins DATUM

Berlin, 20.09.2024

Betf.: Ihr Schreiben vom 19.09.2024

Sehr geehrte Frau Henckel, Chefredakteurin des Magazins Datum,

Danked habe ich Ihre E-Mail erhalten.

1- Es tut mir leid, dass Sie mich an jemanden verweisen, dem weder moralisch noch beruflich vertraut werden kann. In meinem Schreiben vom 14. September habe ich das intransparente und unehrliche Verhalten von Andreas Holzapfel beschrieben und seine Bemühungen, uns unter dem Namen eines Autors, der einen Artikel für die Tageszeitung taz schreibt, zu täuschen. Ich habe Ihnen auch die beiden Mitteilungen der Vertretung des Nationalen Widerstandsrates des Iran in Deutschland vom 14. und 15. August geschickt, die viele Details über die ausgeklügelte Dämonisierungskampagne des iranischen Regimes in Deutschland enthalten. Solche Journalisten werden im Iran als „Verhör-Journalist“ bezeichnet, und das Ministerium für Nachrichtendienste nennt solche Journalisten „freundliche Journalisten“ des Ministeriums.

2- Am 17. und 18. September wurden drei inhaftierte Unterstützer der Oppositionsbewegung Volksmojahedin (PMOI/MEK), Behrouz Ehsani und Mehdi Hassani im Evin-Gefängnis sowie Mohammad Javad Vafaie im Gefängnis von Maschhad im Osten Irans, zum Tode verurteilt und warten nun auf die Vollstreckung des Urteils. Zuvor, am 9. September, griffen Agenten des iranischen Geheimdienstes das Gebäude der Unterstützervereinigung der MEK in Stockholm mit mehreren Molotow-Cocktails an. Mehrere Fenster wurden zerstört, und die Außenmauer des Gebäudes fing Feuer, glücklicherweise wurde niemand verletzt. Das herrschende religiöse Regime im Iran benötigt die Dämonisierung der Opposition dringend, um diese Hinrichtungen und terroristischen Aktionen zu rechtfertigen. Schweden ist der Ort, an dem das iranische Ministerium für Nachrichtendienste eine neue Runde der Dämonisierungskampagne gegen die MEK gestartet hat, mit der angeblichen Beschuldigung, „Kindersoldaten“ im vergangenen Jahrhundert eingesetzt zu haben. Genau dieser Vorwurf bildet auch das Rückgrat der Lügen von Holzapfel.

3- Sie haben mir geschrieben: „Wenn Sie inhaltliche Einwände haben, direkt dem Autor zu antworten.“ Sie haben sicherlich den Brief des Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) vom 14. September an Herrn Sebastian Loudon erhalten, in dem Sie ebenfalls in CC waren. Er hatte seinem 10-seitigen Brief an die Chefredakteurin der Tageszeitung vom 16. August beigefügt, der die Verleumdungen dieses „freien Journalisten“ behandelte. Vielleicht haben Sie diesen Brief übersehen, andernfalls hätten Sie dort alle inhaltlichen Einwände und Antworten auf die Fragen von Holzapfel gesehen.

4- In demselben Brief vom 16. August an taz forderte er eine Überprüfung der Behauptungen von Holzapfel und eine Klärung der Angelegenheit. Uns wurde jedoch ein paar Tage später, am 21. August, von einer verantwortlichen Redationsleiterin der taz mitgeteilt:
“that there is currently no cooperation between the taz and Mr. Andreas Holzapfel, so therefore no further publications in the taz are being planned.”

Doch dieser „freie Journalist“ schrieb 23 Tage später, am 13. September: „Dieser Artikel wird nicht in der Zeitung ‘die tageszeitung’ (taz) veröffentlicht.“ Sie sehen also, dass es nicht das geringste Element von Transparenz in dieser Angelegenheit gibt.

5- In meinem Brief vom 14. September habe ich Sie höflich gebeten: „Teilen Sie mir bitte mit, ob Ihnen Herr Holzapfel und seine Absichten bekannt sind.“ Leider haben Sie mir darauf keine Antwort gegeben. Eine weitere Frage, die sich mir seit dem 14. September gestellt hat, ist, ob – wie in vielen anderen Fällen, denen wir in europäischen Ländern begegnet sind – das Vorhaben dieses „freien Journalisten“, Verleumdungen gegen die MEK zu verbreiten, mit der Freilassung des österreichischen Geiselopfers durch das Mullah-Regime am 17. September in Verbindung steht. Bedeutet das, dass erneut der Preis für die Freilassung einer europäischen Geisel mit dem Blut von MEK-Angehörigen bezahlt wird? Ist der Brief dieses „freien Journalisten“ vom 13. September an uns, unsere Briefe an die Monatszeitschrift DATUM vom 14. September, die leider unbeantwortet blieben, die Todesurteile gegen die MEK-Anhänger am 17. und 18. September und die Freilassung der österreichischen Geisel am 17. September wirklich ohne Zusammenhang?

6- Die Erfahrung der letzten 40 Jahre zeigt ohne jeden Zweifel, dass immer dann, wenn die blutdürstigen Machthaber des Irans mit verschiedenen internen und externen Krisen konfrontiert sind, sie ihre Dämonisierungskampagne gegen die Hauptopposition, die sie als die größte Bedrohung für ihren Sturz betrachten, verstärken, um die Aufmerksamkeit abzulenken. Diese Kampagne wird außerhalb Irans durch „freundliche Journalisten“ oder vom Regime gekaufte Personen geführt, die sich als „ehemalige Mitglieder“ oder „Aussteiger“ der MEK angeben. Der ehemalige iranische Geheimdienstminister, Ali Fallahian, sagte in einem Interview im Juli 2017 ganz offen: „Das Ministerium für Nachrichtendienste braucht eine Tarnung, um Informationen zu sammeln, sowohl im Inland als auch im Ausland. Wir schicken keinen Geheimdienstoffizier nach Deutschland oder Amerika, der sagt: ‚Ich bin vom Geheimdienstministerium.‘ Es ist eine Tarnung durch Geschäfts- oder Journalistentätigkeit nötig. Viele Journalisten sind Geheimdienstagenten…“ (iranische staatliche Nachrichtenagentur ISNA, 17. Juli 2017) Und die deutschen Verfassungsschutzbehörden berichten: „Das primäre Aufklärungsinteresse des iranischen Nachrichtendiensts Vezarat-e-ettelaát jomhuri-ye eslami-ye iran/Ministry of Intelligence (VAJA/MOIS) sowie des Auslandsaufklärungsdiensts der Revolutionary Guard Corps (RGC, Revolutionsgarden) galt im Berichtsjahr weiterhin der aktivsten Oppositionsgruppe, das heißt den Mojahedin-e-Khalq (MEK, Volksmojahedin). … Indem der VAJA/MOIS aktive oder ehemalige Mitglieder dieser Organisationen im In- und Ausland als Agenten anwarb, versuchte er weiterhin, Informationen über deren regimefeindliche Aktivitäten zu gewinnen.“ (Verfassungsschutz in Hessen – Jahresbericht 2023, S. 282)

Mit freundlichen Grüßen,

Javad Dabiran
Stellv. Leiter des Büros des Nationalen Widerstandsrats Iran in Deutschland

Cc:
– Herrn Sebastian Loudon
– Herrn Thomas Winkelmüller
– Frau Carolin Daiker