Tuesday, January 31, 2023
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COVID-19 Krise im Iran: Khamenei wird ernten, was er gesät hat

Die frühen Tage der Covid-19-Pandemie waren in vieler Hinsicht die schrecklichste Zeit in der jüngsten Geschichte. Millionen Leute haben ihr Leben verloren und, wie viele es schon gesagt haben, die Welt wird nie mehr die gleiche wie vorher sein. Diese Aussage trifft absolut für den Iran und seine theokratischen Herrscher zu.
Laut der iranischen Opposition sind mehr als eine halbe Million Menschen gestorben wegen der Covid-19 Pandemie, eine Krise, die sich durch die Politik des Regimes verschärft hat.
Von der Vertuschung zum Kleinreden der Krise bis dahin, dass das tödliche Coronavirus eine „Prüfung“ und ein „Segen“ genannt wurde und dass im Januar 2021 verlässliche Impfstoffe verboten wurden, haben Irans Oberster Führer Ali Khamenei und sein Regime ihr Bestes gegeben, um Covid-19 dafür zu benutzen, Irans unberechenbare Gesellschaft zu geißeln.
„Während die fünfte Welle von Covid-19 die Iraner heimsuchte und massenhafte Todesfälle hinterließ, haben das Gesundheitsministerium und seine Beamten, die in zwei aufeinanderfolgenden Regierungen Spitzenpositionen behalten haben, den Import von Impfstoffen in das Land verzögert“, schrieb die staatliche Tageszeitung Hamdeli („Sympathie“) am 14. März.
„Obwohl es möglich war, ausländische Impfstoffe aus den USA und Großbritannien über das COVAX System der Weltgesundheitsorganisation einzukaufen, hatte das Regime dem Kauf und Import chinesischer Impfstoffe Vorrang gegeben und dann große Geldsummen in die heimische Produktion von Impfstoffen gesteckt“, fügte das Blatt hinzu.
Ein Rückblick auf die widersprüchlichen Aussagen von Ali Khamenei und Hassan Rohani über Covid-19
Khamenei hat die Impfstoffe verboten und auf „heimischer“ Produktion von Impfstoffen bestanden, die unter der Aufsicht von Ausführung der Befehle des Imams (EIKO), einer großen Finanzinstitution unter Khameneis Kontrolle, erfolgen sollte. Kurz gesagt: Khamenei beraubte nicht nur die Menschen ihres Rechts auf Leben durch die Prohibition der von der WHO sanktionierten Impfstoffe, sondern er plünderte auch das Geld aus, das Millionen Menschen hätte retten können.
Dieser Trend setzt sich bis heute fort.
Während laut iranischen Gesundheitsexperten das Land kurz davor steht, die siebente Welle von Covid-19 zu erleben, versucht das Regime die Situation als ganz normal darzustellen.
„Um mit anderen Ländern Schritt zu halten, das Momentum zunehmender internationaler Reisen nicht zu verlieren und sich vom Druck der öffentlichen Meinung zu befreien, behauptet die Regierung, die Zahl der Patienten habe abgenommen und wir hätten den sechsten Höhepunkt überschritten“, schrieb die staatliche Tageszeitung Hamdeli am 9, März.
„Jetzt hören wir es niesen und husten auf öffentlichen Plätzen, in Universitäten und im öffentlichen Personenverkehr. Aber unverständlicher Weise versucht das Gesundheitsministerium die Situation als normal darzustellen“, fügte das Blatt hinzu.
Hamdeli räumt ein, dass das Regime „bewiesen hat, dass es nicht die Absicht hat, die Armen zu heilen. Obwohl der Gesundheitsminister behauptet, dass Omikron unter Kontrolle sei, und obwohl er die Kontrolle des Coronavirus als Zeichen der wirklichen Stärke der Gesundheitsstruktur des Landes betrachtet, sind kranke Studenten, Angestellte, Arbeiter und Angehörige anderer Beschäftigtengruppen mit Covid-Symptomen in der Gesellschaft vorhanden wegen der Erfordernisse des Bildungssystems und ihrer Berufstätigkeit. Somit verbreiten sie die Krankheit“.
Jetzt haben Covid-19 und die tiefen sozialen und wirtschaftlichen Wunden, die es reißt, die Unruhe in der Gesellschaft nur verstärkt und die ansonsten unter engmaschiger Kontrolle stehenden staatlichen Medien veranlasst, diesen Tatbestand einzuräumen.
„Die Offiziellen haben die Schlagwörter ‚Tsunami‘ und ‚Flut‘ benutzt, um vor dem alarmierenden Zuwachs an sozialen Schäden zu warnen, und zu konstatieren, dass die Situation die Alarmstufe rot erreicht hat“, schrieb die staatliche Tageszeitung Resalat am 10, März und unterstrich, dass „die Folgen des Coronavirus noch fortdauern, wenn das Virus selbst eingedämmt ist“.
„Deshalb ist die Voraussage der Folgen dieser Krankheit besonders im Feld des Verbrechens und der sozialen Schäden fundamental und ein dringender Punkt“, fügte Resalat hinzu unter Verweis auf Proteste und die letzten Aufstände, die als „soziale Schäden“ und „Verbrechen“ eingestuft werden.
„Der zunehmende Trend von Verbrechen und sozialen Schäden und womöglich das Auftauchen neuer Phänomene verursachen soziale Probleme mit der Förderung gewaltsamer Verhaltensweisen, der Verringerung sozialer Sicherheit und der Störung der sozialen Ordnung, was zuletzt eine Erosion des sozialen Kapitals zum Ergebnis hat“, ergänzte das Blatt.
Die Covid-19-Pandemie hat zu den wirtschaftlichen Verwerfungen im Iran beigetragen, indem sie die finanziellen Einbußen verschlimmert hat, die schon beträchtlich waren auf Grund der Korruption, der Unfähigkeit und dem Missmanagement des Regimes.
„Der Elendsindex hat in diesem Sommer 55,4 % erreicht, was im letzten Jahrzehnt einzigartig ist. Der Elendsindex ist zugleich mit der Inflations- und der Arbeitslosenrate ein wesentlicher Indikator in der Wirtschaft eines jeden Landes, um den Lebensstandard der Gesellschaft zu beurteilen“, gibt das Blatt zu.
Laut Resalat, das mit Khameneis Fraktion verbunden ist, „hat Ruzbeh Kordoni, der Direktor des höheren Instituts für Erforschung der sozialen Sicherheit, gewarnt, dass wir innerhalb kurzer Zeit ausgedehnte und wirtschaftliche Effekte des Coronavirus zu erwarten haben! Es lässt sich belegen, dass das Fehlen einer wirksamen Politik in Bezug auf sozioökonomische Konsequenzen eine erschwerende Wirkung auf die sozialen Implikationen des Coronavirus hat“.
Kordoni gibt gegenüber Resalat an: „Laut dem Nationalen Zentrum für Statistik hat die Inflationsrate für ländliche Haushalte in den 12 Monaten bis Oktober 49,6 % erreicht. 2018 lag diese Zahl bei 20.6 %. Zugleich leben in städtischen Gebieten 31,8 % und in ländlichen Gebieten 54 % der Bevölkerung unter der Armutslinie“.
Die herzerschütternden Videos von Iranern, vor allem Kindern, die im Müll nach Essbarem suchen, sind Zeugnisse von Irans schrecklicher wirtschaftlicher Situation unter dem Mullah Regime.
„Laut der amtlichen Statistik haben 14 613 Kinder unter 18 wegen des Coronavirus ihre erwachsenen Bezugspersonen verloren. 68 360 Frauen sind zu Haushaltsvorständen geworden, weil ihre Ehemänner durch das Coronavirus gestorben sind. Diese Familien gehören zu den untersten drei Dezilen. 32 % der neuen Haushalte mit weiblichem Vorstand bekommen keinerlei Unterstützung oder Versicherungsschutz“, schrieb die staatliche Tageszeitung Vatan-e Emruz [„Das Vaterland heute“] darüber am 13. März.
Als Covid-19 in den Iran gekommen ist, waren die Menschen fassungslos über dieses tödliche Virus und dem Regime gelang es, die explosive Gesellschaft eine Zeitlang unter Kontrolle zu behalten, indem es die Krankheit sich ausbreiten ließ. Aber allmählich brachen Proteste unter Menschen aus allen Lebensbereichen aus. Die sich in den allerletzten Monaten verstärkt haben und die die Unberechenbarkeit der Gesellschaft zeigen.
Dementsprechend warnen Amtsträger des Regimes und staatliche Medien sich jetzt gegenseitig vor den Reaktionen der Bevölkerung in der Situation „nach Covid“.
„Die wichtigste Herausforderung für die Regierung sind heute die finanziellen Einbußen der Bevölkerung, die täglich wachsen. Wirtschaftliche Herausforderungen führen am Ende zu mehr sozialen Schäden“, warnte die staatliche Tageszeitung Arman-e Meli die Amtsträger am 13. März. „Wir haben jetzt mehr als 60 Millionen Menschen, die Unterstützung brauchen, um ihren Lebensstandard zu halten und etwa 30 Millionen, die unter der absoluten Armutslinie leben. Daneben haben wir etwa vier Millionen arbeitslose junge Leute. Natürlich führen auch noch andere Sachen wie die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit des Denkens zu einer Zunahme bei der jetzigen sozialen Unzufriedenheit“, fügt das Blatt hinzu.
Das Regime, besonders Khamenei hat Wind gesät und wird den Wirbelsturm ernten müssen.