Saturday, December 3, 2022
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Erzbischof Tutu fordert die sofortige Freilassung der sieben iranischen Dissidenten, die in Camp Ashraf als Geiseln genommen wurden

Die Weltgemeinschaft muss die irakische Regierung für diese abscheulichen Verbrechen zur Rechenschaft ziehen

Entschieden verurteile ich die massenhafte Hinrichtung unschuldiger Bewohner von Camp Ashraf, geschehen am 1. September 2013. Es war entsetzlich, erfahren zu müssen, daß viele von ihnen, während sie getötet wurden, mit Handschellen gefesselt bzw. verletzt waren.

 Die Weltgemeinschaft muß die irakische Regierung für diese abscheulichen Verbrechen zur Rechenschaft ziehen; diese Menschen waren von den Vereinten Nationen als Flüchtlinge anerkannt worden und hatten daher Anspruch auf Schutz durch die irakische Regierung.

Ohne Zweifel war die Tötung von 52 Zivilpersonen ohne gerichtliche Grundlage sowie die Geiselnahme von sieben ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Den Angehörigen der Opfer spreche ich mein herzliches Beileid aus. Ich schließe mich auch denen an, die sich zu dem Schicksal der sieben Geiseln (es sind sechs Frauen und ein Mann), die von Ashraf verschleppt wurden, besorgt äußern. Die Regierung des Irak muß sie sofort freilassen. Unter keinen Umständen sollte die Regierung des Irak sie den iranischen Behörden übergeben; denn wir wissen, daß dort Folter und Hinrichtung auf sie warten würden.

Sie alle sind geschützte Personen und Asylbewerber und genießen nach dem Völkerrecht Schutz. Die internationale Gemeinschaft muß die Maßnahmen ergreifen, die zu ihrer Freilassung erforderlich sind.

Ich fordere jene, die den Bewohnern Ashrafs Schutz versprochen haben, nämlich die Vereinten Nationen, den UNHCR und die Regierung der Vereinigten Staaten auf, die Verantwortung für die Sicherheit der Bewohner in Camp Liberty uneingeschränkt wahrzunehmen, bis sie den Irak verlassen haben.

Desmond Tutu

Emeritierter Erzbischof von Kapstadt

16. September 2013