Sunday, December 4, 2022
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Maryam Rajavi: Neue UN und ergänzende US und EU-Sanktionen müssen unverzüglich umgesetzt werden

Taverny, 26 juin 2010 NWRI – Der folgende Text ist die Rede von Maryam Rajavi, der gewählten Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran, auf der Großkundgebung von Iranern im Norden von Paris am 26. Juni:

Im Namen von Gott,
Im Namen der Menschen im Iran, die gegen die Tyrannei einstehen,
im Namen der Freiheitskämpfer dieser Nation, derer, die sich am 20. Juni 1981 aufgeopfert haben,
im Namen derer, die unschuldig in den Gefängnissen des Regimes 1988 hingerichtet wurden und an die leuchtenden Beispiele der aktuellen Aufstände gerichtet
und im Namen der demokratischen Revolution des iranischen Volkes dessen siegreiche Hymne wir hören,

grüße ich sie alle herzlich bei dieser beeindruckenden Versammlung an diesem monumentalen Jahrestag der Geburt des Imam Ali, der Enkel des Propheten

In Ihrem Namen, im Namen meiner Landsleute und im Namen der iranischen Volksmodjahedin (PMOI) in Ashraf senden wir unsere herzlichsten Grüße an die Organisatoren der Aufstände im Iran.

Ich grüße die emanzipierten und tapferen Frauen und Männer, ich grüße alle meine Schwestern und Brüder im Iran, die für die Freiheit einstehen und die den Iran erneut zum Glanz bringen wollen.

Eure Proteste sind ein Triumph auf dem Weg, den Ashraf euch gegeben hat, er führt zur Abschaffung des velayat-e faqih Regimes (Alleinherrschaft der Geistlichkeit) und der Gründung einer freien, gleichberechtigten und  brüderlichen Gesellschaft.

Eure Rufe “Nieder mit dem Prinzip des velayat-e faqih” haben gezeigt, was ihr beenden wollt.
Das Ende der religiösen Sklaverei.
Das Ende einer Ära der Diktatur.

In ihren Bürgerprotesten hat das iranische Volk gesagt, dass es keine Faschisten mit Turbanen will. Sie wollen keine mittelalterlichen Bestrafungen wie Steinigungen, Hinrichtungen und Amputationen, sie wollen keine erzwungene Kleiderordnung, Religion und vorgeschriebene Regenten. Sie haben uns gesagt, dass die Mullahs aus dem Land verschwinden sollen.

Die regierenden Mullahs sind die größten Räuber der iranischen Nation und ihres Rechtes auf Souveränität.

Sie wollen die Volkssouveränität wieder erlangen. Sie wollen, dass das iranische Volk seine Stimmen zurück erhält. Sie wollen freie Wahlen.

Im letzten Jahr hat Khamenei (der religiöse Diktator) nichts unversucht gelassen, um seine Einheiten der Unterdrückung zu mobilisieren. Er hat die Sicherheitsorgane und den gesamten Geheimdienstapparat gesäubert, die paramilitäriche Bassij neu organisiert und die Arbeit im berüchtigten Kahrizak Verhörzentrum wieder aufnehmen lassen.

Dennoch gab es jede Nacht Demonstrationen und Proteste auf den Dächern der Städte, es gab 15 beeindruckende Aufstände, die seine Hochnäsigkeit 15 Mal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben. Der Tag, wo wir die Fesseln unseres Teherans ablegen, ist nicht mehr weit.

Eure Aufstände haben gezeigt, dass die junge Generation auf die Straßen geht, um Freiheit einzufordern und sie wird nicht damit aufhören.

Vor sieben Jahren, als es hier am 17. Juni 2003 eine Verschwörung gab, als die Büros des NWRI durchsucht wurden, gaben Sadiqeh Mojaveri und Neda Hassani ihr Leben. Als uns klar wurde, dass ihr Verlust unwiderruflich ist, sagte ich mir, dass ihr Tod den Geist des Kampfes im Iran zu neuen Höhen führen wird. Ich war mir sicher, dass es viele engagierte junge Frauen und Männer gab, die ihren Platz einnehmen würden. Und nun schaut auf diese Generation der Nedas, der Freiheitskämpfer der Aufstände von 2009. Schaut auf Ashkan, Amir, Taraneh und Fatemeh. Schaut auf Kianoush, Sohrab, Maryam und Sorour. Schaut auf den Sturm, den sie entfesselt haben.

Alles in allem haben die Mullahs das Ende ihrer Ära erreicht.

Liebe Landsleute,
Im vergangenen Jahr hat der Iran in einer beeindruckenden Weise für sich selbst gesprochen und er sagte: Jetzt ist die Zeit für einen Wandel gekommen.

Das gesamte mörderische Regime soll verschwinden. Es braucht eine organisierte Bewegung, welche die Fahne der Freiheit durch die stürmische See der Aufstände an die Strände der Freiheit führt.

An diesem Punkt sollte die iranische Nation seinen Blick auf das große Flaggschiff der Nation richten, dessen Ort immens wichtig ist: Ashraf.

In der Tat schaut der Iran nach Ashraf und auf die Volksmodjahedin in Ashraf und für was sie einstehen. Ashraf ist unsere wichtigste Festung. Es steht für drei Jahrzehnte Freiheitskampf. Es ist der Leuchtturm auf dem Weg zur iranischen Freiheit und für die Menschen, die für sie kämpfen. Und letztendlich ist es eine Inspiration für die Generation der Aufstände. Alle Augen schauen auf euch, weil inmitten des Feuers und des Blutes, inmitten der Verschwörungen und des Terrors, inmitten der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ihr das Banner der Ehre und der Freiheit zu hoch haltet wie nie zuvor.

Seit mehr als sieben Jahren kämpft ihr einen Kampf, in dem ihr viele komplexe Gefahren unbeugsam überstanden habt, einen Kampf, der ein leuchtender Stern in den Annalen des Freiheitskampfes in der gegenwärtigen Zeit ist und der die Ehre und den Stolz des iranischen Volkes widerspiegelt.

In der Tat habt ihr Ashraf in eine unbeugsame Barriere gegen die teuflischen Designer der iranischen religiösen Diktatur im Irak gebildet. Aus diesem Grund warnt Khamenei davor, dass Ashraf eine Quelle des Widerstandes und der Zerstörung seines Regimes ist. Und deshalb sagten 5,2 Millionen Iraker und drei Millionen Schiiten, dass sie an unserer Seite im Kampf gegen die Aggression, den Terrorismus und das Spalten der Glaubensgruppen der Mullahs stehen.

Die Mullahs sagen, dass ihr Schicksal auch mit den Ereignissen auf den Strassen von Bagdad, Beirut und Gaza zusammenhängt. Wenn also die bilateralen Pakte zur Unterdrückung von Ashraf und seiner Belagerung beendet werden, dann wird dies unweigerlich zum Ende des Regimes führen. Niemand kann bestreiten, dass die PMOI in Ashraf in den Herzen der Iraner verwurzelt sind, ein Gefüge der iranischen Gesellschaft und seiner Geschichte in den letzten 45 Jahren sind.

Aus diesem Grund sind die Rufe der Aufstände nur ein Widerhall dessen, was Ashraf seit 30 Jahren sagt. Dies sind die erschreckenden Realitäten, welche die Mullahs bei den iranischen Aufständen hörten und sahen.

So erklären wir den Mullahs: Ihr mögt die Menschen verhaften und foltern, weil sie die PMOI unterstützen oder Ashraf und ihre dortigen Verwandten besuchen.

Ihr könnt sie zum Tode verurteilen. Ihr könnt einen kranken und 70 Jahre alten Mann zum Tode verurteilen.

Ihr könnt Freunde, Unterstützer und sogar Familien der Bewohner aus Ashraf als Feinde von Gott ("Mohareb") verfolgen.

Ihr könnt in den Gerichtssälen soviel schreien, wie ihr wollt, wie die Führer der Mudschaheddin leben, sie alle als Unterstützer und Feinde von Gott betiteln.

Wenn der Kampf für die Freiheit des iranischen Volkes ein Zeichen für ein "Mohareb" (Gotteslästerer) ist, dann sind wir alle "Mohareb" und sind stolz darauf!

Wir sind kämpfende Männer und Frauen und unser Kampf gegen euch ist unser Kampf mit unserem Volk.

Und ihr, die Mudschaheddin in Ashraf, habt den Verschwörungen der letzten sieben Jahre stand gehalten, die Bombardierungen auf Geheiß der Mullahs und die Wellen der terroristischen Anschläge, die Angriffe, Ermordungen, Entführungen und die unterdrückende Belagerung überstanden. Euer friedlicher Widerstand am 28. und 29. Juli brachte euch weltweite Aufmerksamkeit. Der barbarische Angriff auf ungeschützte Menschen mit Gewehren, Äxten und Eisenstangen, das Zerstören mit Bulldozern und der Einsatz von gepanzerten Fahrzeugen auf unbewaffnete und schutzlose Bewohner und die ungezügelten Banden auf der einen Seite und der nie endende Widerstand auf der anderen Seite. Mit 11 toten Freiheitskämpfer, vier Menschen, die starben, weil medizinische Hilfe verweigert wurde. Mit 130 entstellten und 370 verwundeten, die immer noch Kugeln in sich haben. Mit 1.000 Bewohnern die blutig geschlagen wurden. Und mit 36 von der irakischen Regierung entführten Personen, welche irakische Gerichte mehrfach als unrechtmäßig bestätigten. Ich grüße die Menschen in Ashraf, die PMOI der iranischen Freiheit.

Ich grüße und ehre den Anführer der Herr der Aufstände für die Freiheit, welcher den Weg für Ashraf zeigte und der alle inspiriert hat, die Widerstand leisten. Er formulierte seine Ideen, Strategien, politischen und rechtlichen Aspekte und den Kampf Ashrafs mit größter historischer Ehre und Stolz.

Und ich grüße unsere Freiheitskämpfer Hanif und Siavash, Mehrdad und Alireza, Asghar und Amir, Fardin und Sha’ban, Mohammad Reza, Hossein und Mehrdad. Sie sind der Preis für die wehende Fahne des Wandels im Iran.

Das ist Ashraf, die Quelle der Hoffnung, der Frühling der Freiheit, eine Brücke zur Zukunft, der größte iranische Schatz, auf den die iranische Nation bauen kann. Es ist kein illusorisches Versprechen. Es ist da, es ist real und es existiert wirklich. Ashraf ist unsere Quelle der Freiheit, es ist eine Tradition der Freiheit und der ultimative Garant für die Freiheit.

Für Khamenei, der in den letzten fünf Monaten seine berüchtigten Agenten des Geheimdienstministeriums an die Tore von Ashraf schickte und die degradierende Rufe wie “Ja zu Khomeni” abließen, zeigen die verfehlende Wirkung der Blockade und die mißhandelnde Theatralik des Regimes. Wir können den Mullahs und seinen Agenten nur sagen: Nehmt euren Traum von der Zerstörung Ashraf mit ins Grab.

Was die Bestrebungen der Mullahs gegen Ashraf betrifft, muss ich betonen, dass die USA insbesondere nach Artikel 45 der Genfer Konvention für die Verletzung der Rechte der Bewohner auch nach der Übergabe der Sicherheit an den Irak verantwortlich ist.

Sowohl auf der Basis internationalen Rechts und dem Abkommen, das zwischen den US-Streitkräften und jedem einzelnen Bewohner von Ashraf abgeschlossen wurde, als auch aus moralischen und humanitären Prinzipien, bleibt die Pflicht zum Schutz der Bewohner von Ashraf bei den USA.

Aus der Sicht der Bevölkerung und des Widerstandes Irans tragen die Regierungen von Irak und USA sowie die UNO im Falle jeglichen gewaltsamen Angriffs gegen Ashraf die Verantwortung.

Wir rufen alle Regierungen auf, die UN aufzufordern, seine Truppen für einen Schutz vor Ashraf zur Verfügung zu stellen. Ich wurde auch über eine Erklärung und die Briefe von 480.000 Menschen in der Diyala Provinz informiert, wo Ashraf liegt. Sie riefen zu einem Ende der inhumanen Belagerung von Ashraf und zu einer Fortführung des Schutzes durch die UN auf. Die Menschen in Diyala baten die US-Streitkräfte, ein Verbot der Gewalt und der gewaltsamen Umsiedlung zu garantieren.

Sie haben auch die Regierung vom Irak aufgefordert, sich der Resolutionen des EU-Parlamentes, des EU-Rates und der Mehrheit von 20 Parlamenten zu beugen und den rechtlichen Status der Bewohner von Ashraf als geschützte Flüchtlinge unter der vierten Genfer Konvention anzuerkennen.

Im Namen des iranischen Volkes und seines Widerstandes grüße ich die ehrenvollen Bewohner und Stämme in Diyala und danke ihnen herzlich.

Im Namen aller Verteidiger von Ashraf und meiner Landsleute, wo immer sie sind, möchte ich betonen, dass wir nie aufgeben werden, wenn die Sicherheit von Ashraf und seiner Bewohner sowie ihrer rechtlichen und legitimen Rechte gefährdet sind. Dafür geben wir unser Ehrenwort.

Liebe Landsleute,

im vergangenen Jahr haben die Angriffe und Verschwörungen des Regimes gegen Ashraf sich hundertfach vermehrt. Khamenei war überzeugt: Wenn der Aufstand gezähmt und die Spaltung an der Spitze des Regimes gemildert werden sollte, musste es vor allem Ashraf vernichten. Khamenei musste Ashraf auch zerstören, um seine üblen Ziele im Irak durchzusetzen; denn er sah: Die PMOI in Ashraf würden diejenigen sein, die seine verbrecherische Einmischungen im Irak bekannt machen und vor allen anderen den Einfluss des Regimes auf den Irak schwächen würden.

Es liegt am Tage: Die Unterdrückung des Irans und der Export des Terrorismus und Fundamentalismus sind wesentliche Ziele des klerikalen Regimes. Ohne sie würde der Titel des „Höchsten Führers aller Muslime der Welt“ seine Bedeutung verlieren und die Revolutionären Garden ihre Daseinsberechtigung einbüßen. Die Kontrolle über den Irak war und ist für den Bestand der Revolutionären Garden unerlässlich. Mit dem Einfluss der Mullahs auf Bagdad wird auch ihre Herrschaft in Teheran enden. Darauf beruht für die Freiheitsbewegung des iranischen Volkes die Bedeutung des Kampfes gegen das klerikale Regime im Iran. Welches Recht hat der geschwächte Diktator im Iran, den Premierminister des Irak zu benennen und zu sagen, die Regierung von Dr. Ayad Allawi, der vom irakischen Volk gewählt wurde, komme unter keinen Umständen in Frage? Wahrhaftig, wer betreibt die Ermordung von Dr. Allawi? Und wer hat den Generalsekretär von Al-Iraqiya, Dr. Saleh Mutlak, Dr. Dhafer Al-Ani und viele andere Kandidaten der Al-Iraqiya das Recht zur Kandidatur für die irakischen Wahlen aberkannt? Die einzige Sünde, die Dr. Mutlak beging, bestand darin, zu sagen: „Die gemeinsame Eskapade des iranischen Regimes und der irakischen Regierung vor den Toren von Ashraf ist ein abscheulicher Akt, mit dem sie die schändliche Belagerung und den unmenschlichen Druck rechtfertigen, den sie auf jene ausüben, die ihr Leben der Freiheit – ihren Prinzipien und Idealen – gewidmet haben.“ Es lebe unser Bruder Dr. Saleh Mutlak, ein Nationalheld des irakischen Volkes!

Der bekannte schiitische Geistliche, Herr Ayad Jamal ad-Din, hat gesagt: „Ich schlage zur Einschätzung der politischen Kräfte des Irak einen Lackmustest vor: Jede Kraft, die versucht, die ‚Organisation der PMOI des Iran’ aus Irak zu vertreiben, ist organisch mit dem iranischen Regime verbunden.“

Allen Komplotten und Drohungen zum Trotz hat das irakische Volk in den jüngsten Wahlen einen gewaltigen Sprung unternommen, um dem iranischen Regime und seinen Helfershelfern in ihrem Lande entgegenzutreten. In dem Sturm des Terrorismus, der Lügen und Betrügereien der iranischen Herrscher triumphierte bei den Wahlen die Alternative für den Irak. Die neue irakische Regierung hat sich noch nicht gebildet. Doch auf jeden Fall hat die Strategie des Regimes im Irak eine empfindliche Niederlage erlitten. Es lebe das irakische Volk, das die Machenschaften des Regimes, veranstaltet, um seine Wahl und seine Entschiedenheit zu zermalmen, scheitern ließ! Und nun ist die Zeit gekommen, die Einmischungen des Regimes im Irak, in Afghanistan, im Gaza-Streifen, im Libanon, im Jemen und in anderen Ländern der Region aufzuhalten.

Wir grüßen unser Brudervolk in Afghanistan!

Liebe Landsleute,

im vergangenen Jahr ist es Khamenei weder gelungen, den Aufstand zu zügeln, noch die Spaltung des Regimes zu mildern. Er fürchtet sich davor, die mit ihm rivalisierende Parteiung zu eliminieren und ist doch zugleich unfähig, sie an sich zu binden. Beide Gründe versetzen das iranische Volk in die Lage, dem Unrechtsregime ein Ende zu setzen. Es ist zu erwarten: Khamenei ist jetzt nicht mehr der unbedingte Herr über die Parteiungen des Regimes, und er kann sie nicht mehr einen. Er ist auf die Position des Leiters der herrschenden Partei herabgekommen. Selbst seine Verbündeten haben ihn verlassen. Die Existenzkrise des Regimes hat auch die herrschende Partei gespalten. Schwäche und Passivität lassen die Macht des Regimes verfallen – auch innerhalb der Islamisch-Revolutionären Garden und ihrer paramilitärischen Bassij-Truppe.

Am Jahrestag des Todes von Khomeini haben beide Parteien durch die zwischen ihnen obwaltende Feindseligkeit ihren Imam entehrt. Und es gab Verrat auf beiden Seiten. Ich frage die herrschenden Mullahs: Was können Sie noch anderes tun, als wie ein Skorpion, wenn er von Feuer umzingelt wird, sich selbst zu beißen?

Erklären Sie uns: Worin bestehen Ihre Leistungen außer darin, dass sie in der Zahl der Hinrichtungen den Weltrekord halten, außer darin, dass sie die Mehrheit des iranischen Volkes unter der Armutsgrenze halten?

Erklären Sie uns: Was bleibt Ihnen außer den Ölvorräten und dem Corps der Revolutionären Garden?

Schauen Sie um sich: Sie werden von Gefährlicherem umzingelt als einer Besatzungsmacht – nämlich der von Ihnen unterdrückten Nation. Sie sind umgeben von dem Fluch der Mütter, den Fäusten der Familien, die unter der Undrückung und Ungerechtigkeit seufzen, und Sie sind umgeben von der Ablehnung aller Bereiche der Gesellschaft, die Sie nicht will, Sie nicht will, Sie nicht will!

Ich möchte mich auch an jene wenden, die dieses verachtenswerte Regime in reformierter Gestalt erhalten möchten. Wir sagen ihnen: Sie vergeuden Ihre Zeit. Diese angeschlagene Diktatur wird ihre Macht nicht erhalten können. Sie können die Jugend ermahnen, von ihrer Forderung nach einem Sturz des Systems Abstand zu nehmen. Doch in welcher Religion gilt der Aufstand gegen Folter und Vergewaltigung als Verbrechen? Und welche Religion rechtfertigt die Unterwerfung unter das Regime? Außerdem: Warum machen Sie nicht klar, was Sie zu sagen haben?

Ahmadinejad sagte, das Geheimdienst-Ministerium sei eine Stätte des Gottesdienstes. Wir sagen, dieses berüchtigte Ministerium muss abgeschafft werden. Was sagen Sie?

Khamenei sagte, die Revolutionären Garden stünden für eine machtvolle Wiedergeburt. Wir sagen, diese böse Macht muss entlarvt werden. Was sagen Sie?

Reden Sie nicht so viel über die Erfüllung der Verfassung! Schauen Sie auf die Gefängnisse von Evin und Kahrizak! Dort wird die Verfassung buchstäblich erfüllt!

Reden Sie nicht so viel über die brach liegende Potentiale der Verfassung. Ich erinnere Sie daran, dass Khomeini diese Potentiale nutzte, als er, im Jahre 1988, das Massaker an 30.000 Volksmojahedin und anderen gefangenen Dissidenten anordnete.

Reden Sie nicht so viel über Khamenei und die herrschende Gruppierung, die von der „Linie von Imam“, dem Wege Khomeinis abgewichen sei. Khamenei ist nur eine billige Dublette von Khomeini für unsere Zeit, er hat den gleichen verschlagenen und rücksichtslosen Charakter.

Sie haben aufgehört, die Regierung von Ahmadinejad als illegitim zu bezeichnen. Sie haben Khomenei ohne Ende verehrt und für seinen unpatriotischen achtjährigen Krieg gegen den Irak Tränen vergossen. Sagen Sie uns: Warum hängen Sie immer noch an einem Regime, das im Begriff ist zu ertrinken?

Wenn Sie wollen, können Sie sich bei Khamenei einkuscheln. Seien Sie aber versichert: Es wird so sein wie im vorigen Jahr, er wird Ihnen keine Zugeständnisse machen, sondern nur Buße von Ihnen fordern. Dennoch ist es noch nicht zu spät: Schließen Sie sich den Forderungen und Slogans der Aufständischen an! Kritisieren Sie die PMOI und die Widerstandsbewegung, so viel Sie wollen. Doch erkennen Sie das Recht des iranischen Volkes auf Souveränität an, und verwerfen Sie darum das totalitäre klerikale Regime! Es wird Ihnen gut tun, und wir werden an Ihrer Seite stehen.

In seiner Botschaft vom 27. April 2010 forderte Massoud Rajavi „die herrschende Partei auf, die Forderungen der Herren Moussavi und Karroubi im Rahmen des Regimes zu respektieren“ und bekräftigte „die Notwendigkeit ihres Schutzes“.

Liebe Landsleute,
durch den Aufstand und durch die Entschiedenheit Ashrafs ist die velayat-e faqih an einen Punkt gekommen, an dem die Beschwichtigung nicht mehr wirkt. Die vierte Runde der Sanktionen des Sicherheitsrats lässt der Beschwichtigung keinen Raum mehr.

Wir sagen den westlichen Regierungen: Sie sind seit Jahren in vergebliche Verhandlungen mit dem Regime verwickelt. Sie haben ihm damit Zeit gegeben, seine nuklearen Anlagen fertig zu stellen. Sie haben denen, die mit den Revolutionsgarden verbündet sind, geholfen, im Irak Macht zu übernehmen. Sie haben die PMOI auf die Liste der terroristischen Organisationen gesetzt und den Widerstand des iranischen Volkes verraten. Sie sind jedoch endlich an einen toten Punkt gekommen.

Wir fragen die Regierung der Vereinigten Staaten: Haben Sie nicht mit jedem Bewohner von Ashraf eine Vereinbarung unterzeichnet, in der Sie sich im Gegenzug dazu, dass Sie seine Waffen sicherstellten, zu seinem Schutz verpflichteten? Warum haben Sie den Schutz der Bewohner Ashrafs aufgegeben? Warum haben Sie vor dem iranischen Volk und der Weltöffentlichkeit Ihr Versprechen zurückgenommen?

Wir fragen die Politiker in Frankreich: Ist es legal, einen rücksichtslosen Terroristen und Mörder dem Regime in Teheran zu überlassen? Oder wie die französische Presse schrieb: Heißt das nicht mehr als Knien, nämlich sich-Niederwerfen vor den Mullahs?

Wir sagen: Dieser Weg ist nun an sein Ende gekommen. Sie haben selbst gesehen, dass dies dekadente Regime jeglicher Flexibilität und Offenheit entbehrt. Es ist an Ihnen, den falschen Kurs, den Sie bis jetzt eingehalten haben, zu korrigieren.

In unseren Augen sind die neue Resolution des Sicherheitsrates und die von den Vereinigten Staaten und Europa ergriffenen Maßnahmen notwendig, aber unzureichend. Dennoch bestehen wir darauf, dass Sie nicht zögern, diese Maßnahmen in die Tat umzusetzen. Natürlich fordert das iranische Volk weit mehr; es fordert den Rücktritt des Regimes.

Wir fordern Sie auf, sofort den Erwerb von Öl und Gas von diesem Regime einzustellen. Das Öl, dessen Erlös auf die Folterzentren von Evin und Kahrizak verwendet wird, sollte für das iranische Volk aufbewahrt werden. Die iranischen Gasreserven sollten unangetastet bleiben, anstatt den Revolutionären Garden anheimzufallen.

Wir fordern, dass Khamenei, Ahmadinejad und andere Führer des Regimes wegen Völkermords – nämlich wegen des Massakers an 30.000 politischen Gefangen im Jahre 1988 – vor ein internationales Gericht gestellt werden.

Wir fordern auch, dass der Iranische Widerstand in Europa und den Vereinigten Staaten von allen Restriktionen befreit wird.

Die Zeit ist gekommen, das verachtenswerte und haltlose Dossier abzutun, das während der vergangenen neun Jahre gegen den Iranischen Widerstand in Frankreich geführt wurde.

Die Zeit ist gekommen, dass das State Department der USA das Terroretikett von der PMOI entfernt.

Es ist Ihre Aufgabe, das Recht des iranischen Volkes und seines Widerstands, einen Regierungswechsel zu fordern, anzuerkennen.

Es ist Ihre Aufgabe, dieses Regime zu ächten – seine Vertreter, Sprecher, Anwälte und die, die seine Aufträge ausführen.

Liebe Freunde,
Wir bezeugen heute: Mehrheiten von 23 Parlamenten sowie 3500 Abgeordnete in 44 Ländern erklären ihre Unterstützung für Ashraf und den Aufstand des iranischen Volkes.

Dazu kommen 2.172 französische Bürgermeister, die sich erhoben haben, um die Rechte der Bewohner Ashrafs und den iranischen Aufstand zu verteidigen; ihre Erklärung ist ein goldenes, unvergessliches Dokument. In diesen Erklärungen haben sich Vertreter von mehr als einer Milliarde überall auf der Welt für Freiheit und Demokratie im Iran ausgesprochen.

Wir schreiben den Vereinigten Staaten und Europa die Ehre und Menschlichkeit der Persönlichkeiten gut, die sich erhoben haben, um den der Freiheit gewidmeten Widerstand zu verteidigen und uns in unserer schwersten Zeit zu Hilfe gekommen sind.

Ich erwähne in diesem Sinne Frau Danielle Mitterand, Frau Anissa Boumedienne, die Herren Vidal Quadras, Lord Corbett, Struan Stevenson, Paulo Casaca und Sid Ahmed Ghozali, sowie viele andere, deren Namen ich aus Zeitgründen nicht erwähnen kann.

Liebe Landsleute,
Das Regime der Velayat-e Faqih wird gewiss gewechselt werden. Dafür spricht nicht nur die Dekadenz des Regimes. Dafür spricht vor allem die Standhaftigkeit Ihrer tapferen Kinder des Iran im Angesicht dieses Regimes, die Standhaftigkeit jener, die wie Ashraf um jeden Preis Widerstand leisten, jener, die den Aufstand wach halten in Zeiten der Finsternis und Unterdrückung, und jener, die auch vor dem Seil des Henkers standhaft bleiben.

Wir sind mit Euch, in Evin und Gohardasht, wenn Ihr die Mullahs herausfordert, dass sie Euch als nächste erhängen. Wir sind mit Euch, den 27 politischen Gefangenen, die zum Tode verurteilt worden sind.

Wir sind an der Seite der Mädchen, die ihre Hände zeigen, denen Khameneis Henker die Fingernägel abgerissen haben. Den Mädchen, die furchtlos auf die lasterhaften Foltern in den Gefängnissen hinweisen – denen, die, anstatt entmutigt zu sein, auf die Henker Khameneis zeigen.

Wir sind mit Euch, den Studenten, Arbeitern und Lehrern, die wegen ihrer gerechten Proteste eingekerkert sind.

Wir grüßen jeden von Euch, die Ihr in Evin, Gohardasht, Sannandaj, Adel-Abad und anderen Gefängnissen ausharrt. Und wir grüßen die Kinder des kurdischen Volkes: Farzad, Ali und Farhad und andere politische Gefangene, die von Khameneis mörderischen Henkertruppen in mehreren iranischen Städten erhängt wurden.

Wir richten unsere Grüße an alle Hinrichtungsopfer, Peshmargas und das Volk des Iranischen Kurdistan – an jene, die wie Khebat, die Organisation für den Kampf des Volkes des iranischen Kurdistan, mit Recht glauben, dass auf eine Mäßigung des Regimes nicht zu hoffen ist, daher ohne Abstrich an ihrem Kampf zum Sturz des Regimes festhalten und jede Verhandlung mit ihm ablehnen.

Ich muss hier auch an die stolzen Mütter und Väter erinnern, deren Kummer und Schmerz das iranische Volk inspiriert haben.

Ich möchte an ein unvergessliches Symbol unter diesen Müttern erinnern: meine Schwester Forough Hassani, die Mutter von Neda Hassani, die bis zum letzten Tag nicht aufhörte, die Ideale ihrer Tochter zu verteidigen. Und jetzt sehe ich Forough in Hunderten tapferer Mütter, die sich vor den Folterkammern und Gerichten versammeln und jeden Tag Khamenei und sein Regime zur Rechenschaft ziehen.

Ihnen allen gelten unsere Grüße und unsere Anerkennung.

Und endlich möchte ich mich an Euch wenden: Aktivisten, Unterstützer und Freunde des Widerstands. Jene von euch, die 72 Tage lang für Ashraf im Hungerstreik lebten. Ihr Iraner habt fern von Eurem Heimatland den Widerstand wach und machtvoll gehalten. Jeder von Euch hat außerordentliche Verantwortung für den Gewinn der Freiheit im Iran. Wenn Ihr nach Hause zurückkehrt – ob in Europa, Amerika, Kanada oder Australien -, organisiert weiter die Kampagne, den Aufstand und Ashraf zu unterstützen. Zwingt die Regierungen, ihren Kurs zu Gunsten des iranischen Volkes zu ändern. Und glaubt mir, Ihr werdet es sein, die die Haltung der Weltgemeinschaft dem Iran gegenüber formen.

Und aus diesem Grunde müsst Ihr in diesem entscheidenden Augenblick Euer Gelübde Euch selbst und Euren Landsleuten gegenüber erneuern. Der Nationale Widerstandsrat des Iran hat mich mit einer großen, ich möchte sagen enormen Verantwortung betraut. Daher muss ich die erste sein, die ihr Gelübde erneuert – vor Euch und vor dem Iranischen Volk. In diesem Augenblick sehe ich natürlich trauernde Mütter, ich sehe die Agonie und den Schmerz, den das iranische Volk, und besonders seine Frauen, in den letzten drei Jahrzehnten erlitten haben; und ich sehe auch die Träume und Hoffnungen der Generationen, die von dem mörderischen Khomeini und seinen Erben zerschlagen wurden.

Ich gelobe vor Euch:

– die Wiederbelebung allen Blutes, das für die Freiheit des Irans vergossen wurde;

– die Errichtung einer neuen Gesellschaft auf der Grundlage von Freiheit, Gleichheit, Demokratie, Achtung vor den Menschenrechten sowie Trennung von Religion und Staat;

– einer Gesellschaft, die auf der Gleichheit der Geschlechter begründet ist, in der die Frauen gleichberechtigt an der politischen Führung beteiligt sind;

– einen Iran, in dem die Kurden, Belutschen und Araber ebenso wie alle, die doppelte Unterdrückung erleiden, die gleichen Rechte und Freiheit erhalten; und

– ein Land, in dem junge Leute ihre Talente und ihre Kreativität ohne Unterdrückung und ohne Beschränkung entfalten und auf diese Weise die angemessene Rolle in den Angelegenheiten ihrer Heimat übernehmen können.

Ich bete zu Gott, mich der Verantwortung in diesem Kampf würdig zu machen – bis zum Ende, bis zu meinem letzten Atemzug.

Ich habe in diesem unablässigen Kampf auf nichts zu zählen als auf die Güte Gottes, einen Wegweiser wie Massoud Rajavi, und das Mitgefühl und die Unterstützung, die Sie alle uns gewähren. Doch das ist eben alles!

Welche Macht kann entscheidender sein als Ihre Liebe, Ihr Mitgefühl, Ihre Tränen und Ihre Gebete? Welche Macht könnte Ihre Solidarität besiegen?

Wir wollen uns auf den Weg machen – mit Ihrer Hilfe, Ihrer Unterstützung. Lassen Sie uns jeden von Ihnen aufrufen, der Fackel und dem Banner zu folgen, die zum Sturz des Regimes um der Sache der Freiheit des iranischen Volkes willen errichtet worden sind.

Ohne Zweifel wird dieselbe Macht, die dies große Ideal vor uns hingestellt hat, uns auch zu seiner Verwirklichung befähigen. Derselbe Wille, dieselbe Entschiedenheit, die Ashraf in den schwierigsten Umständen geschützt hat, die Macht, die in den dunkelsten Nächten den Aufstand im Iran entflammen ließ, wird auch Freiheit und Demokratie errichten.

Ich glaube von Herzen an diese große Zukunft und werde alles opfern, um sie zu erreichen.

Wir haben alles aufgegeben, damit die Iranische Nation alles gewinnt. So soll es sein.

Es lebe die Freiheit!
Es lebe das Volk des Irans!
Und Ihr sollt alle leben!