Monday, December 5, 2022
StartNachrichten12 interniert und 30 vernommen beim Streik der Lehrer im Iran

12 interniert und 30 vernommen beim Streik der Lehrer im Iran

Mindestens 12 Lehrer wurden interniert und außerdem 12 vorgeladen und vernommen im Verlauf des landesweiten Streiks der iranischen Lehrer, der sich in dieser Woche ereignete.

Am Donnerstag, dem 15. November, veröffentlichte der Koordinierungsrat der Lehrergewerkschaft eine Erklärung auf ihrem Telegram Account, in der über die Verhaftungen berichtet wird.

In der Erklärung heißt es: „Aktivisten wurden vom Geheimdienst, der Abteilung für Nachrichtendienste des Corps der Revolutionsgarden, von Schutzorganisationen und der Sicherheitspolizei in fast allen Provinzen, in denen man sich an den Streiks beteiligt hat, vorgeladen. Mindestens 30 Aktivisten, darunter Eskandar Lotfi, ein Mitglied des Koordinationsrats der iranischen Lehrer, wurden einbestellt und befragt, während Aktivisten zugleich mehr als 50 Drohbotschaften bekamen“.

Der Rat und andere Lehreraktivisten berichten, dass die folgenden Protestierenden verhaftet worden sind:

  • Mohammad Reza Ramezanzadeh, der Sekretär des Berufsverbbandes der Lehrer im Iran in der der Provinz Nordkhorasan, der nach einer Kundgebung am Montag in seiner Wohnung festgenommen wurde. Er war schon vorher nach dem Streik im Oktober interniert worden und gerade eben erst freigelassen worden.
  • Saied Hagh Parast, Ali Forotan, Hamidreza Rajaie und Hossein Ramezanpour , allesamt Mitglieder des Verwaltungsrats des Lehrerverbandes von Nordkhorasan.
  • Die Aktivisten Pirouz Nami und Ali Korushat kamen in der Provinz Chusistan ins Gefängnis. Die iranischen Behörden konfiszierten Namis Handy und sendeten gefälschte Botschaften an andere Lehrer, in denen der Streik abgeblasen wurde.
  • Mohammad Robati und Frau Vaezi wurden in Shirvan im Nordosten des Iran festgenommen.
  • Mohammad Ali Zahmatkesh, Mohammad Kord und Fatemeh Bahmani wurden in Fars und in Arak verhaftet.

In ihrer Erklärung verurteilten die Mitglieder des Koordinationsrates der Berufsverbände der Lehrer das Vorgehen und die Verhaftungen und warnten zugleich das Regime vor den Folgen dieser Verhaftungen. Sie forderten dann die Behörden auf, die Eingesperrten unverzüglich und bedingungslos frei zu lassen, ebenso ein Ende des Vorgehens gegen Gewerkschafter und die Nennung ihrer Verbrechen.

Sie sagten: „Auch wenn die Unterdrückung weitergeht, so wird der Koordinationsrat das Recht  für notwendig erachten, legale Proteste auf der Grundlage der Verfassung einzulegen“.

Die Lehrer im Iran nahmen am 13. Und 14. November an einem landesweiten Streik teil, um bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung und das Ende der Verletzung der Rechte von Schülern und Minderheiten auf Erziehung zu verlangen, dies nur einen Monat nach ihrem letzten Massenprotest.

Der Rat erklärte, dass die zweite Runde der Streiks darauf angelegt sei, auf die Regierung Druck auszuüben, um Reformen im Bildungswesen durchzuführen und das Missmanagement zu beenden. Die Streiks wurden trotz der Drohungen des Regimes durchgeführt und der Repressalien, denen die Streiks ausgesetzt seien.

Der Streik fand an seinem zweiten Tag statt  in mehr als 40 Städten, darunter Teheran, Isfahan, Shiraz, Täbriz, Ahwaz, Maschad, Yazd, Kermanshah, Ilam, Hamedan, Ardebil, Jolfa, Babol, Sari, Noshahr, Langrud, Karadsch, Shahriar, Shahr-e Ray, Saveh, Sanandadsch, Baneh, Saqqez, Marivan, Ivan-e Gharb, Sirvan, Chaboksar, Kazerun, Lamerd, Homayounshahr, Jam, Asaluyeh, Bushehr, Kazvin, Zanjan, Shahr-e Kord und Charmahal-e Bakhtiari.