Sunday, December 4, 2022
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Der Exiliraner weist die Anschuldigungen des ZEIT-Magazins als unzutreffed zurück

In einem diffamierenden Artikel erhebt das ZEIT-Magazin in seiner Ausgabe vom 28. Oktober 2021 Anschuldigungen gegen die iranische Hauptoppositionsbewegung der Volksmudschahedin (MEK). Die Anschuldigungen sind falsche Propaganda über eine Reihe von Menschen, die vor fast 30 Jahren als junge Menschen, deren Familien im Irak lebten, von Europa in den Irak gereist sind. Als Reaktion auf die Anschuldigungen des ZEIT Magazins hatte einer dieser jungen Männer namens Tooraj Salimi den folgenden Brief an den Herausgeber der ZEIT geschickt.

Sehr geehrter Herr Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur von DIE ZEIT

sicherlich haben Sie, wie ich, die Erklärung der Vertretung des Nationalen Widerstandsrat Iran in Deutschland gelesen. Diese Erklärung bezieht sich auf die Kinder der Mitglieder der Mudschaheddin, die in den 1990er Jahren in Köln gelebt haben. Da ich eines dieser Kinder war, fühle ich mich verpflichtet, Ihre Aufmerksamkeit kurz auf einige aus meiner Sicht wichtige Fakten zu leiten. Eine detaillierte Beleuchtung aller Fakten wird sicherlich viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wenn Sie mich fragen, aus welchem Grund ich meine Familie und insbesondere meine Eltern liebe, ist meine Antwort kurz, sie haben mir Leben geschenkt. Bestimmt werden Sie fragen, warum!

Gewiss sind Ihnen die massiven Bombardements bei der US-Invasion des Irak in den Jahren 1990-91 bekannt. Selbst bis heute, nach fast 30 Jahren, kann ich das Geräusch der Explosion der Bomben und die schrecklichen Szenen nicht vergessen, und werde sie wahrscheinlich nie vergessen, als wir in den Schützengräben und Wasserpfützen Schutz suchen mussten!

Ich bewundere meine Eltern dafür, dass sie es mir ermöglicht haben, inmitten dieser Bombardements und Explosionen zu überleben. Sie haben mich zu meinem Schutz und meiner Sicherheit nach Europa geschickt, um zu überleben und ein besseres Leben zu haben. Das war ein großartiger Akt menschlicher Hingabe und Kreativität, der zu gegebener Zeit aufgearbeitet werden muss. Ich teile Ihnen jedoch mit, dass das Geheimdienstministerium des iranischen Regimes immer wieder viele Lügen, Verleumdungen und Desinformationen über diese äußerst notwendige Verlegung der Kinder verbreitet und vieles dafür unternommen hat, um die diesbezüglichen Tatsachen zu verdrehen. Gehen die Bemühungen von Frau Hommerich auch in diese Richtung?

In den letzten zehn Jahren gab es fast täglich Bombardements und Bombenanschläge in Syrien. Dabei wurden Tausende Kinder getötet. Es war deren Eltern nicht möglich, sie zu schützen.

Die schönste Zeit meiner Kindheit, obwohl fern von meinen Eltern, war meine Schulzeit in Köln. Wir hatten eine gut ausgestattete Schule, Taschengeld, Geld für Kleidung und Kinobesuche. Wir waren immer unbeschwert und fröhlich!

Als ich auf eigenen Wunsch wieder in den Irak zu mit meinen Eltern nach Camp Ashraf zog, hatte ich völlige Handlungsfreiheit. Zwei oder drei Jahre nach meiner Rückkehr in den Irak wurde der Irak jedoch von den USA besetzt und damit fiel die Kontrolle über Camp Ashraf in die Hände der amerikanischen Streitkräfte. Der Schutz und die Kontrolle über den Ein- und Ausgang von Camp Ashraf lag bei multinationalen Streitkräften unter dem Kommando amerikanischer Streitkräfte. Viele Besucher, darunter Persönlichkeiten und Parlamentarier aus Europa und Amerika, nahmen an unseren Veranstaltungen im Camp Ashraf teil, und alle Bewohner, insbesondere wir, die jungen Leute, hatten mit ihnen einen intensiven Austausch und Dialog. Sie fragten uns, aus welchem Grund wir aus westlichen Ländern nach Camp Ashraf gezogen seien. Außerdem wurden wir, alle Bewohner Camp Ashrafs, mehrmals von amerikanischen und irakischen Streitkräften interviewt, und die Entscheidung über das Verbleiben im oder das Verlassen Camp Ashrafs wurde uns überlassen. Einer der Hauptzwecke dieser Befragungen war es, sicherzustellen, ob wir uns freiwillig oder unfreiwillig im Camp Ashraf befanden.

Als wir unter dem Schutz des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen nach Camp Liberty verlegt und vom diesem interviewt wurden, war es wieder selbstverständlich, dass jeder selbst entscheiden konnte, weiterhin im Camp Liberty zu bleiben oder es zu verlassen. Ich war unter denjenigen, die nach Deutschland kamen.

Ich betone ausdrücklich, dass es ein Affront gegen meine Menschenwürde und die meiner Kameraden ist, wenn jemand zur Beschwichtigung der herrschenden Diktatur im Iran vorzutäuschen versucht, dass wir nicht aus freien Stücken nach Ashraf gezogen sind und dort mit Gewalt aufgehalten wurden. Sollte solch eine Person nicht im Dienste des iranischen Regimes stehen, sollte an ihrer geistigen Unversehrtheit gezweifelt werden. Ich möchte Sie vor diesbezüglicher Desinformation und Arglist des Mullah-Regimes warnen. Hunderte von Ex-Bewohnern von Ashraf, wie ich, sind präsent und bereit, die Tatsachen selbst zu bezeugen und bedürfen keines Sprechers dieses oder eines anderen Mediums.

Mit freundlichen Grüßen
Salimi