StartNachrichtenAktuellesHommerich und der Schutz der 40-jährigen Verbrechen der iranischen Diktatur

Hommerich und der Schutz der 40-jährigen Verbrechen der iranischen Diktatur

Ich bin Taher Eghbal, 41 Jahre alt. Im Alter von 16 Jahren beschloss ich ohne Ermutigung und Rat von anderen, die sogenannten besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches und glückliches Leben, nämlich Bildung, Beruf, Wohlstand und persönliche Interessen aufzugeben, mein kurzes Leben dem langen Leben meines gefesselten Heimatlandes Iran zu widmen und für dessen Freiheit und für die Zukunft der Jugend zu kämpfen. Die Wächter des iranischen Regimes außerhalb des Iran, darunter Luisa Hommerich, behaupten, die Volksmudschaheddin (MEK) hätten uns die Jugend gestohlen. Dies ist eine Beleidigung der menschlichen Intelligenz, eine Verletzung des Rechts auf freie Selbstverwirklichung. Es scheint mir allerdings absurd, von Wächtern dieses Regimes zu erwarten, sie könnten Begriffe wie Wille und freie Wahl verstehen.
Sollte ich wieder in mein 16. Lebensjahr zurückversetzt, sollten alle Erlebnisse der vergangenen Jahre und die damit verbundenen Gefahren und Herausforderungen auch noch potenziert werden, würde ich mich erneut für den Freiheitskampf entscheiden, möglichst vor dem 16. Lebensjahr. Ich würde mich noch entschlossener auf diesen Weg, den Weg der Volksmudschaheddin begeben. Ich habe nicht nur die jungen Jahre meines Lebens nicht vergeudet, sondern mir auf diese Weise die ewige Jugend garantiert. Ich habe das Beste aus meinem Leben gemacht und bin stolz auf jeden Moment, mit all den Höhen und Tiefen und Schwierigkeiten. Ich würde mir weiterhin mehr Kraft und Ausdauer für diesen Kampf wünschen. Sollte ich wieder in mein 16. Lebensjahr zurückversetzt werden, würde ich wie heute meine grundlegenden Überzeugungen bezüglich der MEK festigen und mich jeder Schwäche stellen. Ich würde meine Fehler einsehen und korrigieren, mich mit noch mehr Begeisterung der Freiheit und dem Glück meiner Landsleute widmen, anstatt den sogenannten verlorenen Lebensjahren nachzutrauern.
Mein Bruder Ehsan und ich verließen eine Woche nach dem Beginn des Kuwait-Krieges und der US-Luftangriffe Camp Ashraf und gingen zuerst nach Jordanien und dann am 31. Januar 1991 nach Paris. Die Brüder und Schwestern, die keine familiären Beziehungen zu uns hatten, riskierten ihr Leben, um uns Kinder während der Bombardements aus dem Irak nach Jordanien zu bringen. Als wir in der Nacht in Bagdad ankamen und abreisen wollten, wurden wieder einmal Bomben auf die Stadt abgeworfen. Wir mussten die Nacht im Keller eines der Stützpunkte der Volksmudschaheddin verbringen. Am nächsten Tag, auf dem Weg nach Jordanien mussten wir wegen zeitweiliger Bombardements mehrmals aus dem Bus aussteigen und uns von ihm entfernen. Ich erinnere mich, dass mein Bruder Ehsan, der etwas älter war als ich, eine Gruppe der Kinder leitete. Als ich aus dem Bus ausstieg und vor Bomben Schutz suchte, erlaubte er mir, mich unter dem Bus zu verstecken. Jedoch bemerkte dies einer der Verantwortlichen der MEK, der uns zu unserem Schutz begleitete, und er musste aus einiger Entfernung den Schützengraben verlassen, zum Bus rennen und mich aus meiner gefährlichen Position unter dem Bus herausholen.
1993 wurden wir nach Deutschland verlegt, zu den Kindern, die bereits dort lebten. In Deutschland genossen wir – entgegen der Behauptung Hommerichs – jede mögliche Betreuung und Fürsorge. Ich konnte meine Lieblingssportarten treiben und wurde von der MEK unterstützt. Die MEK kümmerte sich um alle meine rechtlichen Belange, besorgte mir eine Geburtsurkunde und einen Reisepass, während meine Verwandten in Frankreich nicht in der Lage waren, diese Probleme für mich zu lösen und ich folglich in Frankreich keinen rechtlichen Status hatte. Dort hatte ich nur einen Impfausweis, den ich überall vorzeigte. Ein Foto dieses Impfausweises habe ich noch immer.
Während meiner Zeit in Deutschland bin ich des Öfteren gereist und genoss alle Annehmlichkeiten, die mir zur Verfügung standen. In den letzten Monaten meines Aufenthalts war ich an einer der besten Schulen eingeschrieben, hatte einen gutbezahlten Nebenjob und blickte in eine erfolgreiche Zukunft. Es war genau diese Perspektive, die mir die Entscheidung für den Freiheitskampf nicht einfach machte.
Mein Privatleben war sehr komfortabel und aussichtsreich: Ich hatte einen guten Job und hatte zudem die Aufnahmeprüfung einer anerkannten Schule mit guten Noten bestanden. Dennoch nahm mir eine tiefe Trauer die Luft zum Atmen. Ich dachte an die Menschen im Iran, die unter der Repression des klerikalen Regimes litten. Auch an jene, die durch die Söldner dieses Regimes ihr Hab und Gut verloren hatten. Ich dachte an die Kinder, die aus Armut keine Schule besuchen konnten, sondern als Straßenverkäufer versuchten, ihre Familien durchzubringen. Diese Trauer war die Quelle meiner Entscheidung für den Widerstandskampf. Ich entschied mich bewusst, autonom und beharrlich, mein Leben der Freiheit des iranischen Volkes zu widmen.
Als ich meine Wahl meinem Umfeld mitteilte, wollte sie niemand akzeptieren. In meiner Verzweiflung habe ich mich sogar an die verantwortlichen Instanzen der Volksmudschaheddin (MEK) gewandt und sie angefleht, meiner Wahl zuzustimmen. Ich kontaktierte auch meine Mutter im Irak und bat sie zu vermitteln, aber sie lehnte das ab. Die MEK wies meinen Antrag zurück, da ich noch minderjährig war und die schriftliche Zustimmung meiner Eltern benötigte.
Eines Tages ging ich persönlich auf eine Verantwortliche der Volksmudschaheddin zu und bat sie um ihre Hilfe. Jedoch auch sie wollte meine Argumente nicht hören und sagte im Vorbeigehen, sie könne nichts tun und solange mein Vater nicht zustimme, könne sie mich nicht in den Irak schicken. Ich werde diese Szene nie vergessen.
Als es mir endlich gelang, meinen Vater umzustimmen, sah ich mich plötzlich mit meinen Verwandten aus Frankreich konfrontiert. Diese baten mich, sie in Frankreich zu besuchen. Selbstverständlich versuchten auch sie mich davon abzubringen, mich den Volksmudschaheddin im Irak anzuschließen, aber das steht auf einem anderen Blatt. Schließlich reiste ich gemeinsam mit den Märtyrern Rahman Manani und Yasser Hadjian in den Irak. Rahman und ich waren Zimmergenossen und die Schule, die ich damals besuchte, war der Schule Yassers benachbart. Rahman Manani und Yasser Hadjian wurden beide während des im Jahre 2013 auf Camp Ashraf verübten Massakers getötet. Natürlich gehört es nicht zum Auftrag von Frau Hommerich, über die Verbrechen der Quds-Einheit zu berichten. Wo war Frau Hommerich, als Rahman Mananis Hände hinter seinem Rücken gebunden wurden und er mit einem Kopfschuss kaltblütig exekutiert wurde? Die Opfer-Täter-Umkehr ist einer der Hauptdienste der vom Mullah-Regime gekauften internen und externen Journalisten. Dieser unehrenhafte Dienst stellt sie mit den Revolutionsgarden Khameneis auf eine Ebene.
Frau Hommerich,
als ich mich mit 16 Jahren den Volksmudschaheddin anschloss, war ich auf der Suche nach großen Namen wie Nasrin Rostami und Mostafa Zakeri. Ich bezweifle, dass Sie jemals in Ihrem Leben zu der Erkenntnis gelangen werden, die diese Jugendlichen mit nur 15, 16 Jahren hatten.
Die Märtyrerin Nasrin Rostami (siehe Bild unten) war erst 15 Jahre alt, als sie in Schiras durch einen Kugelhagel der grausamen Revolutionsgarden qualvoll getötet wurde. Ist etwa eine 15 Jahre alte Schülerin für einen Kugelhagel „volljährig“ genug?


Nasrin Rostami

Der Märtyrer Mostafa Zakeri (siehe Bild unten) wurde mit erst 16 Jahren in Teheran durch gezielte Schüsse getötet. Sind denn 16 Jahre „geeigneter“, von Kugeln ins Herz und am Körper getroffen zu werden? Es gibt kein Foto von Mostafa Zakeri, das ihn zeigen würde wie Amin Golmarimi , der mit „strubbeligen dunklen Locken … auf der Zülpicher Straße in der Kölner Neustadt“ geht oder am See sitzt. Nein, von Mostafa gibt es nur ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto. Jedoch wird sein Andenken von allen freiheitsliebenden Iranern stets in Ehren gehalten.


Mostafa Zakeri

Mein Verbrechen besteht darin, dass ich die Freiheit nicht in den Gassen und Straßen Kölns, sondern im Kampf gegen die Feinde der Freiheit im Iran gesucht habe. Ich ziehe es vor, meine Lebenszeit im Kampf gegen Herausforderungen und für höhere Ziele zu verbringen, anstatt im Regen auf der Schildergasse in Köln mich selbst zu bemitleiden.
Ich fühle mit meinem Volk; für eine Mutter, die ich vor ein paar Tagen gesehen habe und deren Schreie noch immer in meinem Kopf hallen; eine Mutter, die nachts gewaltsam aus ihrem Haus vertrieben, welches durch Regime-Funktionäre mutwillig zerstört wurde; eine Mutter, die weinend sagte: “Wo soll ich hin?” Sagt das folgende Bild nicht mehr als tausend Worte? Schande auf die ausbeuterische Kultur der Mullahs und deren Revolutionswächter.


Eine Frau, obdachlos, nachdem Regime-Funktionäre ihr Haus zerstört haben

Der Koran fragt: „Was ist mit euch los, dass ihr euch für den Kampf nicht erhebt?“ Wenn das klerikale Regime das Volk ausbeutet und dabei alles zerstört, was ist für mich als Mensch dringender und verpflichtender als der Kampf dagegen?
Die Volksmudschaheddin haben sich wegen dieser hilflosen und alleingelassenen Menschen erhoben. Die Volksmudschaheddin haben alles in ihrer Macht Stehende unternommen, um diese unterdrückten Menschen zu schützen. Wie unverschämt diese gekauften Journalisten sind, die die Volksmudschaheddin auffordern, die vom iranischen Geheimdienstministerium diktierten Fragen zu beantworten.
Ich bin bereit, vor jedem Gericht auszusagen, dass diese Individuen mit ihren derartigen Verleumdungen Söldner des iranischen Regimes sind. Niemand hat mich in den Kampf geschickt, um mich mit Gewalt darin zu behalten. Im Gegenteil, Bruder Massoud Rajavi hat uns in all den Jahren Dutzende Male, aus eigenem Munde und mit eigener Stimme, eigenen Worten und Botschaften, auf unterschiedlichste Art und Weise, mit den schärfsten, klarsten und deutlichsten Worten aufgefordert, unseres eigenen Weges zu gehen und unser angestrebtes Leben zu leben. Von meinem ersten Treffen mit ihm im Jahr 1997 bis zu seinen jüngsten Botschaften hat er stets wiederholt, dass jeder, der nicht mehr kann und nicht mehr will, die Reihen der Volksmudschaheddin bitte verlassen und gehen solle. Als es in Camp Ashraf den von US-Streitkräften kontrollierten Bereich namens “TIF” gab und als der Schutz des Camps an die irakischen Streitkräfte übergeben wurde, öffnete Massoud Rajavi mehrmals die Tore und forderte alle auf zu gehen. Hat jemand im Alter von zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren diese Aufforderungen nicht ernst genommen, muss das Problem in seinem Verstand gesucht werden. Ich habe sie immer ernst genommen und mich emsig und bewusst für den Kampf entschieden.
Ich wiederhole, dass ich nicht nur bereit bin, vor jedem Gericht auszusagen, sondern dass ich explizit fordere, meine Aussagen gegen die Söldner des iranischen Geheimdienstministeriums unter Beweis zu stellen. Spätestens am Tag des Umsturzes dieses Regimes wird die Wahrheit ans Licht kommen und die Aufrichtigkeit der Volksmudschaheddin bewiesen werden.
Die Volksmudschaheddin haben nur ein deklariertes Ziel: das klerikale Regime in seiner Gesamtheit zu stürzen. Die Söldner des iranischen Geheimdienstministeriums haben auch ein Ziel: die Zerschlagung der einzigen Alternative zum Regime, die fähig ist, dieses Regime zu stürzen. Sie alle wiederholen dasselbe, weil sie die Vorgaben vom berüchtigten Geheimdienstministerium der Mullahs erhalten. Interessanterweise käuen sie genau das wieder, was in den Medien der Revolutionsgarden verbreitet wird. Deshalb sind die ersten Abnehmer der Verleumdungen gegen die Volksmudschaheddin die Medien des iranischen Geheimdienstministeriums.
Frau Hommerich, stimmen Sie Ihre Fragen, wie in der Vergangenheit, mit dem Geheimdienstministerium der Mullahs ab, begnügen Sie sich mit den Antworten der Kollaborateure des Regimes und lassen Sie sich von den Graffiti-Putzern der Stadt Köln beraten.
Wie Maryam Rajavi sagte: “Wir haben zu der großen Frage der Zeit ja gesagt und sagen nochmals ja, und wir werden mit dem iranischen Volk und seiner großen Freiheitsarmee das klerikale Regime stürzen.”

Taher Eghbal, Mitglied der Organisation der Volksmudschaheddin Iran