Tuesday, December 6, 2022
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Alborz Ghasemi, ein politischer Gefangener stirbt, weil er nicht medizinsch versorgt wird

Evin PrisonNWRI- Marine-Oberst Alborz Ghasemi, ein 51jähriger politischer Gefangener, starb am 19. Januar 2010, nachdem er 20 Monate in den mittelalterlichen Gefängnissen des Mullahregimes unter den brutalsten Formen der Folter leiden musste. Er litt durch Magenkrebs unter chronischen Schmerzen und starb in Teherans berüchtigtem Evin Gefängnis. Die Handlanger des Regimes sorgten nicht dafür, dass er in einem Krankenhaus von Fachpersonal medizinisch betreut wurde. Ghasemi war früher ein  Kommandeur für die Ausbildung von Marineexperten in Rasht und ein Instrukteur der Universitäten der Kriegsmarine.

Ghasemi wurde am 12. Mai 2008 unter dem Verdacht der Weitergabe von geheimdienstlichem Informationsmaterial an die iranischen Volksmojahedin (PMOI/MEK) festgenommen. Sein Bruder, Hamid Ghasemi, kanadischer Bürger, wurde nach seiner Rückkehr in den Iran ebenfalls verhaftet. Die beiden politischen Gefangenen wurden bereits in den Vorverhandlungen wegen Ketzerei (Moharebeh = Aufruhr gegen Gott) zum Tod verurteilt. Ein Berufungsgericht reduzierte später auf lebenslange Haft.

Ghasemi war sowohl in der Haftanstalt des Armeegeheimdienstes als auch im Block 240 des Evin Gefängnisses. Die letzten beiden Monate verbrachte er im Block 350 des Evin Gefängnisses. Ghasemi wurde während seiner Haftzeit grausam gefoltert.

Die abgestumpften Handlanger des Regimes verweigerten Ghasem minimalste medizinische Behandlung und das, obwohl er durch Magenkrebs, die Folgen der Folter und die quälenden Umstände in Einzelhaft unerträgliche Schmerzen hatte.

Hamid Qasemi ist gegenwärtig im Block 350 des Evin Gefängnisses unter fürchterlichen Bedingungen inhaftiert. Wie auch sein Bruder ist er seit 20 Monaten im Kerker, wird gefoltert und in Einzelhaft gehalten.

Gegenwärtig leiden viele politische Gefangene im Iran unter chronischen Krankheiten, aber die Folterknechte des Regimes lassen keine geeignete und notwendige medizinische Betreuung zu, sondern sagen zu den dahinsiechenden Gefangenen: Wir haben Euch nicht zur Errettung hierher gebracht, Ihr seid hier, damit Ihr qualvoll sterbt.

Die nachfolgenden Namen sind die Namen einiger kranker politischer Gefangener und ihr Gesundheitszustand:

1. Ali Saremi, ein Infarktpatient, läuft Gefahr wieder einen Schlaganfall zu bekommen, weil sein Blutdruck hoch ist;
2. Dr. Mohammad Maleki, ehemaliger Präsident der Teheraner Universität, leidet an Krebs, Diabetis und hohem Blutdruck;
3. Ali Moezi leidet an einer Hydronephrose (akute Wassersackniere) und befindet sich in einem kritischen Zustand;
4. Hamed Rouhinezhad leidet an Multipler Sklerose und verliert das Augenlicht. Es fällt ihm schwer, das Gleichgewicht zu halten;
5. Masnour Ossanlou leidet an mehreren Krankheiten, dazu zählt eine schwere Sehstörung und Rückenschmerzen, die sich auf die Beine auswirken;
6. Mansour Radpour hat schwere Nierenkomplikationen;
7. Misaq Yazdan-Nezhad hat ein akutes Nervenleiden;
8. Houri (Fatemeh) Ziai leidet an Multiplesklerosis
9. Behrouz Javid Tehranis Sehvermögen ist durch Folter und Schläge mit schweren Gegenständen wie Feuerlöscher und Stühlen auf den Kopf eingschränkt;
10. Alireza Karamai Kheirabadi leidet unter einer akuten Hepatitis;
11. Hamid Haeri leidet an chronischen Herzkomplikationen;
12. Hadi (Homayoun) Abed Ba-Khoda ist todkrank, weil er im Gefängnis von Rasht keine medizinische Betreuung erhält. Er ist seit den 1980er Jahren politischer Gefangener. Während seiner Haftzeit wurde auf ihn geschossen und seine Wirbsäule ist gebrochen. Als sein Zustand sehr ernst wurde, verlegte ihn das Regime auf Druck durch internationale Menschenrechtsorganisationen zur Behandlung ins Krankenhaus.
13. Abbas Khorsandi wurde am Herzen operiert und braucht medizinische Behandlung;
14. Farhad Vakili leidet bereits an den Folgen eines Herzanfalls und braucht eine Sonderbehandlung;
15. Mohammad Hassan Fallahizadeh leidet an Hepatitis.

Der iranische Widerstand appelliert an alle internationalen Behörden, vor allem an die Hohe Kommissarin für Menschenrecht der Vereinten Nationen und den UN Sonderberichterstatter über Folter sowie die Arbeitsgruppe für willkürliche Verhaftungen ebenso wie Ärztevereinigungen und -organisationen, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die Lage der politischen Gefangenen im Iran zu untersuchen, vor allem derer, die unter ernsthaften und chronischen Erkrankungen leiden.

Das Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran
6. Februar 2010