Monday, November 28, 2022
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Amnesty International: Bewohner von Camp Ashraf angegriffen

 Text der Erklärung von Amnesty International, 28.7.09

AMNESTY INTERNATIONAL
Öffentliche Erklärung
AI Index: MDE 14/021/2009
28 July 2009

Irak: Bewohner von Camp Ashraf angegriffen

Amnesty International ist in großer Sorge wegen der heutigen Angriffe von irakischen Einheiten auf unbewaffnete Bewohner von Camp Ashraf, welche mehrere Menschen verletzt haben und die zur Verhaftung von mindestens acht Menschen führte.

Hunderte bewaffneter irakischer Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben das Camp, nördlich von Bagdad, gegen 15 Uhr Ortszeit gestürmt. Sie benutzten Tränengas, Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen die iranischen Bewohner, die sie am Zugang zum Camp hindern wollten.

Videobeiträge, die AI vorliegen zeigen deutlich, dass irakische Einheiten Menschen mehrfach an verschiedenen Körperteilen schlugen, auch am Kopf. Duzende Menschen sagen, sie seien verletzt worden.
Zwei von ihnen, Reza Chelcheraqi and Mohammad-Reza Shahsavandi sollen schwer verletzt sein. Mindestens acht Personen, darunter Hasan Besharati, Humayoun Deyhim, Gholam Reza Behrouzi, Hosein Fili, Mehdi Zareh and Naser Nour Ebadian wurden verhaftet und ihr aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.

In den letzten Monaten hat die irakische Regierung öffentlich bekannt gegeben, dass sie die volle Kontrolle über Camp Ashraf in der Diyala Region, nördlich von Bagdad, übernehmen wollen. Am 27. Juli sagte der Sprecher Ali al-Dabbagh gegenüber einem irakischen Satellitenfernsehsender, dass die Regierung „Die Verantwortung über die internen Sicherheitsangelegenheiten von Camp Ashraf übernehmen will“. Die Behörden planen Berichten zu Folge die Gründung eines Polizeiposten im Camp.

AI ruft die irakische Regierung auf, den aktuelle Einsatz exzessiver Gewalt durch irakische Sicherheitskräfte zu untersuchen. Die Regierung sollte die Aufenthaltsorte der acht verhafteten Personen bekannt geben, damit sicher gestellt ist, dass sie keine Folter oder unwürdige Behandlung erhalten, dazu zählt auch eine gewaltsame Abschiebung in den Iran.