Von Jila Kazerounian
Die Medien berichten, dass der Iran zwei Schwestern, die Ehebruch begangen haben sollen, zu Tode steinigen will. Die Urteile gegen die beiden Schwestern Zohreh Kabiri (27) und Azar Kabiri (28) wurde von der Abteilung 23 des Höchsten Gerichts im Iran bestätigt. Die Schwestern wurden bereits georüft und erhielten für Ehebruch bereits 99 Peitschenhiebe. Es ist schockierend, dass das vor allem ihr zweiter Prozess war. Eine Woche zuvor wurde bereits ein 49jähriger Musiklehrer mit dem Namen Abdullah Farivar in Sari, im Norden Irans, zum Tod durch Steinigung verurteilt.
Nach dem Strafgesetzbuch des theokratischen Regimes im Iran ist die Strafe für Ehebruch der Tod durch Steinigung. Die Steine sollten groß genug sein, um Schmerzen zu verursachen, aber nicht so groß, dass sie die Opfer sofort töten. Die Vollstrecker graben Frauen bis zum Nacken ein und Männer bis zu ihrer Hüfte und müssen den Ersten Stein werfen. Wenn die Opfer fliehen können, sind sie frei. Welche Chance haben Frauen, sich vor diesem grausamen Akt zu retten, wenn sie bis zu ihrem Nacken eingegraben werden?! Keine. Das frauenfeindliche Regime diskriminiert Frauen sogar bei ihrem Tod durch Steinigung.
Gegenwärtig wardten neun Frauen und zwei Männer im Iran auf die brutale Bestrafung durch Steinigung. IM Gohardasht Gefängnis sind auch neun Jugendliche, die auf ihre Hinrichtung warten. Die Mullahs im Iran kennen keine Gnade. Ihre brutale Umgehensweise mit dem iranischen Volk und vor allem mit denen, die es wagen, ihre Stimme gegen ihre mittelalterlichen diskriminierenden Gesetze oder gar sich selbst zu erheben, ist verabscheuungswürdig.
Und die Stille der Progressiven im Westen als Antwort auf diese Barbarei ist lähmend. Sie werden ihren Weg der Beschwichtigung verlassen, wenn ein Haufen religiöser Despoten neue Zeichen für Aufgeschlossenheit zeigt. Sie sind bereit, mit den Mullahs ohne Vorbedingungen zu sprechen!! Ist das nicht herzerwärmend? keine Vorbedingungen!! Sie fordern noch nicht einmal minimalen Respekt vor den Grundrechten ihrer Bürger ab. Es ist schlichtweg traurig, ansehen zu müssen, dass die Fortschritlichen, die an der Seite des Volkes stehen sollten, so einfach unterdrückte Massen vergessen und stillschweigend ihre Unterdrücker anerkennen. Es ist sehr störend, zu beobachten, wie sie die Augen vor diesen Hinrichtungen und Massakern des im Iran herrschenden fundamentalistischen Regimes verschließen. Nach allem, die progressive Behauptung, die Stimme des Bewusstseins und der Humanität zu sein; sind sie das nicht? Kurzfristig sind sie nicht die einzigen, die für ihre eigene Beschwichtigungs- und Versöhnungspolitik bezahlen müssen. Das iranische Volk ist das Opfer der perversen Politik "des Beobachtens der Grausamkeiten der Mullahs und dem Kopf wegdrehen". Die iranischen Frauen tragen dabei die Hauptlast, als zweitklassige Bürgerinnen in einer Gesellschaft, die sie so unfreundlich behandelt.
Jeden Tag protestieren iranische Frauen, Studenten, Lehrer und Arbeiter gegen die Verletzung ihrer Rechte und werden gewalttätig unterdrückt. Sie werden verhaftet, eingesperrt und gefoltert. Aber sie geben nicht auf, bis sie sich selbst von den in ihrem Land herrschenden Diktatoren befreit haben. And der große Menschenrechtler Amerikas, Dr. Martin Luther sagte: "Am Ende werden sie sich nicht an die Worte ihrer Feinde erinnern, sondern an das Schweigen ihrer Freunde."
Zum Schluss möchte ich eine Frage stellen: Was würden Sie tun, wenn diese Brutalität in ihrem Land geschieht, vor allem im Namen Gottes und der Religion? Würden Sie noch an dem gleichen Tisch sitzen bleiben und im guten Glauben mit den grausamen Mördern ihres Volkes verhandeln? Was würden Sie zu Steinigungen und täglichen öffentlichen Hinrichtungen in den Straßen von Washington, New York, London oder Paris sagen?
Würden sie weiter schweigen und sich bedingungslos mit den Vollstreckern der Hinrichtungen unterhalten????
Ich bezweifle das …
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Jila Kazerounian ist die Geschäftsführerin des Frauenforums gegen den Fundamentalismus im Iran (WFAFI).
Dieser Artikel wurde im American Chronicle am 5. Februar 2008 veröffentlicht.
