Monday, December 5, 2022
StartNachrichtenMenschenrechteDas iranische Regime will die Literatur ‚erwürgen’

Das iranische Regime will die Literatur ‚erwürgen’

NWRI – Im Iran ist die Zensur so verbreitet, daß ein Autor in den staatlichen Medien kürzlich erklärte: „Die Politik der Regierung zielt darauf, die Literatur zu erwürgen.“

Das iranische Regime übt seine verbreitete Zensur in repressiven Maßnahmen aus – z. B. dem Verbot von Veröffentlichungen, der Störung von Lese- und Gedicht-Abenden sowie der Überwachung und Verhaftung von Autoren.

Der Schriftsteller bezog sich in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur ILNA am 1. Januar ausdrücklich auf die von der Regierung Rouhani ausgeübte Zensur. Er erklärte: „Das Desaster ist noch weit umfassender. Die Zensur ist eine Seite der Medaille. Ich schreibe ein Buch – es erhält keine Veröffentlichungserlaubnis. Das ist nur ein kleiner Teil der Zensur. Um den größeren Teil handelt es sich, wenn die Medien: Radio und Fernsehen meinen Namen streichen. Die Nationalbibliothek nimmt die Bücher, die ich früher veröffentlicht habe, aus ihren Beständen. Wir dürfen nicht annehmen, die Zensur bestehe nur darin, daß man Büchern keine Erlaubnis erteilt. Die Zensur wird auch dadurch ausgeweitet, daß man eine große Zahl von Autoren boykottiert – in meinen Augen die wirklichen Autoren des Landes. Wir kennen sie – z. B. Sadegh Hedayat und andere. Unglücklicherweise wird die Literatur so behandelt.“

Die niederträchtige Zensur, die das iranische Regime ausübt, zielt auf eine Kontrolle der Gesellschaft in kultureller, literarischer, historischer, sozialer und politischer Hinsicht. Die repressive Praxis wirkt sich auf die Mentalität der Gesellschaft, der Kultur und der Literatur zerstörerisch aus.

Nach offiziellen Angaben führt die destruktive Politik des iranischen Regimes zu einer beträchtlichen Abnahme der veröffentlichten Bücher und Zeitungen. Zielscheibe dieser zerstörerischen Konsequenzen sind die jungen, energischen Leute des Iran. Die Familien vermeiden den Kauf von Büchern, die mit dem Regime verbunden sind.

Außerdem hat die Zensur unter den jungen Iranern zu einer Krise geführt. Man sieht keine Spur von der kulturellen Kreativität, der Dichtung, der Prosa und der Werke historischer Autoren wie Ferdowsi, Khayyam, Hafez und Saadi. Das iranische Regime verfügt über ein großes Budget, um religiöse Panegyriker und apologetische Autoren zu fördern; der sog. Höchste Rat der Kulturrevolution hat dazu einen Erlaß herausgegeben.