Sunday, November 27, 2022
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Der Iran vergibt Lizenzen an chinesische Trawler, die örtlichen Fischer haben das Nachsehen

Fischer im Süden des Iran haben mehrfach dagegen protestiert, dass an chinesische Fischereiboote, die Tiefseefischerei mit Grundschleppnetzen betreiben, Lizenzen vergeben werden. Die zuständigen Regierungsbehörden haben jedoch auf die Beschwerden der Fischer nicht gehört, obwohl der Skandal vor etwa zwei Jahren öffentlich wurde.

Mehr als 5000 chinesischen industriellen Trawlern wurde von der iranischen Fischereiorganisation  erlaubt, in den ertragreichsten Gewässern des Iran zu fischen. Laut den einheimischen Fischern lassen die industriellen Praktiken der chinesischen Boote wenig übrig – Rogen und Schellfisch werden in den chinesischen Trawlern erbeutet.

Sogar das Corps der Revolutionsgarden hat sich beklagt, dass die chinesischen Trawler iranische Gewässer im Golf von Oman und im Persischen Golf leermachen. Als Generalmajor Mohammad Ali Jafari, Chefkommandeur der Revolutionsgarden, sah, dass örtliche Fischer leer ausgehen und die Boote umgekehrt am Ufer lassen müssen, weinte er.

Vertreter der Islamischen Republik sagen, dass die Boote zwar chinesisch sind, dass sie aber von iranischen Fischereiunternehmen geleast seien. Außerdem arbeiteten zwar chinesische Arbeiter auf diesen Booten, aber es seien durchaus nicht nur chinesische Fischer dort beschäftigt.

Abgeordnete im iranischen Parlament haben dennoch über die chinesischen Trawler debattiert. Das Parlamentsmitglied aus Minab in der Provinz Hormusgan Mostafa Zoghadr erklärte: „Personen vor Ort sagen, dass chinesische Schiffe dort unterwegs seien, aber die Fischerei Organisation sagt, dem sei nicht so. Wir wissen nicht, was wir tun sollen“. Ahmad Moradi, ein Abgeordneter aus dem Hafen Bandar Abbas, sagt: „Ich habe keinen Zweifel, dass hinter der Geschichte von den chinesischen Schiffen ein mächtiger Klüngel steckt, mit dem man nicht so leicht fertig wird“.

China hat offiziell bekannt gegeben, dass seine Fischer einen Ertrag von mehr als sieben Milliarden Dollar aus den Operationen in dem Gebiet haben. Nachdem die Rohani Administration und die Revolutionsgarden über die Sache in Streit geraten sind, leugnet China, dass es eine Fischereiflotte in iranischen Gewässern habe.

Die Fischerei Organisation des Iran vergibt Erlaubnisse dafür, in iranischen Gewässern zu fischen. Der Chef der Behörde sagt, es gebe zum Zeitpunkt 2018 keinen Vertrag mit China oder irgendeinem anderen Land. Die Organisation erteile   nur an iranische Unternehmen Erlaubnisse.

Diesen Aussagen hat aber die Organisation für Häfen und Maritimes widersprochen. Deren Vizepräsident erklärte 2018: „Die Chinesen haben einen langfristigen Vertrag mit der Fischereiorganisation, demzufolge sie im Golf von Oman und im Persischen Golf fischen dürfen“.

Am 11. Februar gaben die Revolutionsgarden bekannt, dass sie 14 Trawler beschlagnahmt haben. Davon seien fünf chinesisch und neun iranisch. Der Kommandeur der Garden ließ die Nachricht verlauten, der Fall komme vor Gericht und es würden strafrechtliche Ermittlungen folgen.

Nach den Gesetzen dürfen ausländische Schiffe innerhalb der „besonderen kommerziell genutzten Meereszone“ fischen, falls der Iran ihnen die Erlaubnis dazu erteilt hat.

Die Marine der Revolutionsgarden ist verantwortlich für den Schutz von Meeresgebieten im Golf von Oman und im Persischen Golf. Ein Schiff, das aufgebracht wird, wird in einen Hafen gebracht und üblicherweise wird die Crew des Schiffes ins Untersuchungsgefängnis gesteckt. Wenn das Gericht darauf erkennt, dass das Schiff sich zu Unrecht dort aufgehalten und operiert hat, kann es eine Geldbuße verhängen oder in schwereren Fällen bestimmen, dass die Regierung es beschlagnahmt. Was die Islamische Republik und die Revolutionsgarden konstatiert haben, ist, dass sie ausländische Schiffe konfisziert haben, die Verträge mit der Regierung des Iran haben, ohne dass die Regierung sich darüber beschwert hätte, dass diese Schiffe sich illegal verhalten haben.

Es scheint, dass die Regierung keine gültigen Beweise vorlegen kann – oder will – , die beweisen können, dass sie sich so verhalten haben, wie es ihnen in den Verträgen erlaubt worden ist. Es scheint, dass finanzielle Unregelmäßigkeiten und gesetzwidriges Handeln im Spiel sind.

Eine unfähige Bürokratie und Korruption beherrschen das Wirtschaftsleben und haben desaströse Folgen für das Leben der Menschen, die nur versuchen, ihre Familien zu ernähren.