Wednesday, December 7, 2022
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Die Arbeiter des Iran treten am internationalen Tag der Arbeit ihren verheerenden Arbeitsbedingungen entgegen

Die verheerenden Arbeitsbedingungen im Iran machen den internationalen Tag der Arbeit wichtiger denn je. Die überwältigende Mehrheit der iranischen Arbeiter leidet an Bedingungen, die keiner internationalen Norm entsprechen; zugleich werden ihre Grundrechte regelmäßig verletzt.

Was aber noch schlimmer ist: Die im Iran andauernde Wirtschaftskrise erlegt den Arbeitern unglaublichen Druck auf; viele von ihnen haben seit Monaten oder sogar seit einem Jahr keinen Lohn mehr erhalten.

Die erbärmlichen Löhne verhelfen nur zur Deckung von 28% der Grundbedürfnisse (Wohnung, Nahrung, Kleidung) – dies nach Auskunft des stellvertretenden Leiters des ost-azerbaijanischen Koordinationszentrums der islamischen Arbeiterräte; es führt dazu, daß viele gezwungen sind, hochverzinste Darlehen aufzunehmen, Organe ihres Leibes zu verkaufen oder sogar sich selbst in Brand zu setzen, um der verheerenden Geldnot zu entkommen.

Faramarz Tofighi, ein Funktionär des Regimes, sagte, 80% der Arbeiter lebten unterhalb der „Todeslinie“, d. h.: Immer mehr Arbeiter befinden sich unter der Armutsgrenze und können sich solche Notwendigkeiten wie die Nahrung nicht mehr leisten. Die Preise nehmen jeden Tag zu, und einige greifen zu verzweifelten Mitteln, um genug zu essen zu bekommen.

Aufgrund des Fehlens von Gesetzen zum Schutz der Rechte der Arbeiter rückt für die Angestellten die Hilfe in immer weitere Ferne; daher demonstrieren und streiken sie für ihre Rechte.

Der engagierte Arbeiter Abdollah Vatankhah sagte: „Die Gesetze schützen die Arbeiterklasse nicht. Die Regierung weigert sich, die Verantwortung zu übernehmen; sie gibt uns auf. (…) Die Politik der Privatisierung zerstört unser Leben. Die Arbeiter hat man aufgegeben. Das wird dazu führen, daß sie ihr Elend hinausschreien und demonstrieren.“

Ein weiteres Problem besteht darin, daß viele Arbeitgeber ihren Angestellten die Krankenversicherung vorenthalten; selbst solche, die über eine Krankenversicherung verfügen, sehen sich ernsten Gesundheitsproblemen ausgesetzt, weil die iranischen Krankenversicherungen sich der Verantwortung entziehen.

Zum Beispiel hat unlängst der Hohe Rat für die Versicherungen ausländische Medikamente zur Chemotherapie von den iranischen Versicherungen ausgeschlossen; dadurch wird das Leben jener gefährdet, die sie nicht aus eigener Tasche bezahlen können. Die Kosten dieser Medikamente belaufen sich auf etwa 2 ½ mal so viel wie das durchschnittliche iranische Monatseinkommen.

Die Arbeiter des Iran wissen, daß ihre Unterdrückung eine direkte Folge der Mullah-Herrschaft ist; daher gehen sie auf die Straße, um ihre verlorenen Löhne zu fordern; auch fordern sie schon das Ende des Regimes. (Allein im Jahre 2018 veranstalteten die Arbeiter mehr als 1865 Demonstrationen.) Daher schlägt das Regime auf die Demonstranten ein; es hat Dutzende engagierter Arbeiter und Gewerkschafter verhaftet, darunter:

Jafar Azimzadeh, Sekretär der Leitung der Gewerkschaft ‚Freie Arbeiter‘;

Esmaeil Bakhshi, Sprecher der Gewerkschaft der Zuckerrohr-Pflanzer von Haft Tapeh;

Esmaeil Abdi, Mahmoud Beheshti Langarudi, Mohammad Habibi, Rouhollah Mardani und Abdul Reza Qanbari, Anwälte der Rechte der Lehrer.