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Die Botschaft von Maryam Rajavi zum Internationalen Tag der Arbeit 2015

Freitag, den 1. Mai 2015, 11. 54 Uhr

Maryam Rajavi: Die Proteste iranischer Arbeiter, die Kämpfe der Nation im ganzen und die Standhaftigkeit des organisierten Widerstands kündigen ein neues Zeitalter an

NCRI – Frau Maryam Rajavi beglückwünschte die Arbeiter des Iran zum Internationalen Tag der Arbeit und stellte fest, daß die Tendenz zur Zunahme von Protesten und Streiks ihre Entschlossenheit zeigt, das Regime der Velayat-e faqih und die von ihm ausgeübte Repression,

Plünderung und Mißhandlung zu beenden.

Frau Rajavi erklärte, die mindestens 1300 Arbeiterstreiks, sit-ins und Demonstrationen im vergangenen Jahr, besonders die Dutzenden von Protesten in den vergangenen Wochen zeigten, daß die iranischen Arbeiter das Regime der Velayat-e faqih ablehnen und die von ihm ausgehende Ungerechtigkeit nicht hinnehmen werden. 

Niemals sind in den 70 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die Arbeiter so arm gewesen wie heute, niemals haben sie so sehr der Arbeitssicherheit und der monatlichen Löhne entbehrt; unter diesen Umständen haben sie sich zur Konfrontation mit dem herrschenden Regime entschlossen. 

Im vergangenen Herbst erklärte die Zentralbank, die Ausgaben einer iranischen Familie seien im vorigen Jahr um 31,4% höher gewesen als im Jahr 2012 . Diese Situation, die viele Familien unter die Armutsgrenze gebracht hat, belastet die Arbeiter besonders schlimm. 

Repräsentanten des Regimes haben eingeräumt: „90% der Gemeinschaft der Arbeiter des Landes leben unterhalb der Armutsgrenze; die übrigen 10% liegen nicht weit darüber.“  Seit 2005 hat die Kaufkraft der Arbeiter um 73%  abgenommen; „die Lücke zwischen den Löhnen und den Ausgaben des Haushalts bedrückt mehr als 50% aller, die eine Stellung besitzen, und zwingt sie, Schwarzmärkte aufzusuchen, als Mittelsmänner zu handeln, und Nacht- und Halbtagsarbeit zu suchen, um ihr Leben zu fristen.“ 

Obwohl der Mindestlohn weit unter den tatsächlichen Ausgaben einer Arbeiterfamilie liegt, „beziehen gegenwärtig 5 Millionen Menschen weniger als den von der Abteilung für Arbeit festgesetzten Mindestlohn – ohne Versicherung und Arbeitssicherheit.“ 

„Mindestens 93% der Arbeiter arbeiten im Rahmen von Zeitverträgen, die für eine Zeit von einem Monat bis zu einem Jahr gelten.“  Daher entbehren sie jeglicher Gesundheitsfürsorge und Unfallversicherung sowie der Alterssicherung; sie beziehen den denkbar niedrigsten Lohn. Die Hauptopfer dieser repressiven Arbeitsverträge sind die Frauen. Die müssen niedrig bezahlte Stellen mit langen Arbeitsstunden akzeptieren; ironischerweise sind sie die ersten, denen gekündigt wird. Bei dem geringsten Problem der finanziellen Situation entlassen die Fabriken ihre Arbeiterinnen. In allen zurückliegenden neun Jahren hat der iranische Arbeitsmarkt die Entlassung von mehr als 100 000 Frauen erlebt.  Seit dem Amtsantritt Rouhanis hat die Arbeitslosigkeit stetig zugenommen; drei Viertel der ausgebildeten iranischen Frauen erhalten niemals eine Stellung. 

Außerdem zeigt die Statistik der Regierung, daß die Zahl von Familien mit nur einem Elternteil inzwischen 2 Millionen beträgt.  Nur 18% dieser Alleinerziehenden haben Arbeit; die anderen sind arbeitslos, und ihre Familien leben im Elend.

Die Zahl schockierender Berichte von Selbstmorden und 

–verstümmelungen von Arbeitern – Folge dieser bedrückenden Verhältnisse – hat in den zurückliegenden Monaten zugenommen. Im Januar begingen drei Arbeiter in der Bergbaugrube Agh-Darreh in Takab Selbstmord. Im März zündete ein junger Mann namens Youness Asakereh sich in Khorramshahr selbst an. Im April verbrannte sich Hamid Farrokhi, ein schwer schuftender Arbeiter, selbst, um gegen diese unmenschlichen Verhältnisse zu protestieren. 

Doch die tapferen jungen Männer von Khuzistan riefen in einer bewegenden Demonstration: „Wir sind Youness!“ Und natürlich ist dies der Schrei der gesamten Jugend des Landes. 

Armut und Elend im Verein mit den verbreiteten Entlassungen und dem Mangel an Arbeitssicherheit bei Arbeitern sind die Folgen der unmenschlichen Politik des Regimes der Velayat-e faqih, das die Arbeitermacht des Iran nach unten gebracht hat, um die Symptome seiner verschiedenen Krisen zu kurieren. 

Der Präsident der Mullahs, Hassan Rouhani, betreibt aktiv die Politik der Unterdrückung der Arbeiter. Er brachte im Parlament eine Gesetzesvorlage ein – „zur Verhinderung von Produktionshindernissen“. Sie wurde in der vorigen Woche vom Wächterrat ratifiziert; sie räumt den Schutz vor Entlassungen aus dem Wege und erweitert die Grundlage zum Abschluß von Zeitverträgen. 

Astronomisch hohe Summen zur Unterstützung der gegen das Volk gerichteten Kriege in Syrien, im Irak und im Jemen sowie die Ausgaben der Nuklearprojekte werden von der iranischen Nation und seinen unterdrückten Volksmassen bezahlt. Doch die Mullahs weigern sich, die kolossalen Ausgaben zu reduzieren. 

Die wirtschaftliche Krise im Iran basiert letztlich auf den tödlichen Krisen, die das geistliche Regime bedrängen; sie kann nur gelöst werden durch Sturz seiner tyrannischen Herrschaft. 

Frau Rajavi rief die tapferen Arbeiter des Iran wie folgt auf: Am Internationalen Tag der Arbeit rufe ich euch auf, eure Proteste zu vermehren und euren Widerstand mit dem Ziel eines Sturzes des Regimes der Velayat-e faqih gemeinsam mit euren Kameraden zu verstärken, besonders den Studenten und Lehrern – in Verbindung mit dem organisierten Widerstand und inspiriert von der Standhaftigkeit der Pioniere in Camp Liberty. 

Der Weg zur Freiheit, zur Gleichheit und zur Gerechtigkeit führt zum Wechsel des Regierungssystems im Iran; wir können ihn ermöglichen. Frau Rajavi forderte ihre Landsleute auf, die Familien der inhaftierten Arbeiter zu unterstützen und ohne Zögern jene Familien zu unterstützen, deren Häupter ihre Arbeit verloren haben. 

Die Proteste der iranischen Arbeiter, der Kampf der Nation im ganzen und die Standhaftigkeit der Bewegung des organisierten Widerstands kündigen eine neue Ära an, in der die Grundfreiheiten und –rechte den iranischen Arbeitern sicher sein werden, in der sie das Recht genießen werden, Gewerkschaften zu gründen, zu streiken, Demonstrationen zu veranstalten und über Kranken- und Arbeitslosenversicherung verfügen – in einem Iran, in dem Männer und Frauen gleichberechtigt sind, alle diskriminierenden Gesetze abgeschafft sein werden und die Arbeit von Kindern verbannt. 

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates des Iran 

den 1. Mai 2015