Saturday, February 4, 2023
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Die britische Zeitung „The Express“: Zorn über die Massenhinrichtung im Iran

NCRI – Die britische Zeitung „The Express“ hat ein Interview mit einem ehemaligen iranischen politischen Gefangenen veröffentlicht; darin berichtet er von den Leiden, die er zu erdulden hatte und den Massenhinrichtungen, die das Mullah-Regime durchgeführt hatte. Es folgt der Text des am Donnerstag veröffentlichten Artikels:

The Express

EXKLUSIV: Empörung über die MASSENHINRICHTUNG von 28 Personen – die Rechtsverstöße werden immer schlimmer

Der Iran muß, so fordert ein Engagierter, die Erhängung politischer Gefangener und ihre Folter nach der Massenhinrichtung von 28 Männern sofort einstellen

Von VICKIE OLIPHANT

VERÖFFENTLICHT: Donnerstag, den 4. August 2016, 14. 17 Uhr; UPDATE um 14. 32 Uhr

Die schockierenden Morde in der Islamischen Republik ereigneten sich eine Woche, nachdem das Foreign Office erklärt hatte, die Menschenrechtsverletzungen würden immer schlimmer.

Der für die Menschenrechte engagierte Ahmad Ebrahimi, der im Iran geboren wurde, jetzt aber mit seinem Sohn in London lebt, wurde von dem „tyrannischen“ iranischen Regime vieler guter Freunde und Angehöriger beraubt.

Er mahnte, die internationale Gemeinschaft müsse sich stärker darum kümmern, daß diesen Morden ein Ende gemacht wird; er glaubt, daß sie in den letzten 10 Jahren zugenommen haben.

Sein Kommentar bezieht sich darauf, daß 28 sunnitische Häftlinge plötzlich, noch bevor ihre Angehörigen sich von ihnen verabschieden konnten, hingerichtet wurden – nur wenige Tage, nachdem ein Bericht über die Menschenrechtsverletzungen erklärt hatte, die Situation „habe sich verschlechtert“.

Obwohl der iranische Präsident Hassan Rouhani versprochen hatte, die Freiheiten seines Volkes zu fördern, beunruhigt die Lage im Mittleren die für die Menschenrechte Engagierten weiterhin.

Im vorigen Jahr wurden, so wird geschätzt, 966 bis 1025 Menschen hingerichtet – die höchste Zahl seit zehn Jahren; in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 wurden 170 Hinrichtungen gemeldet.

Dazu erklärt Ahmad Ebrahimi, Präsident der Vereinigung ehemaliger iranischer politischer Gefangener im Vereinigten Königreich, die barbarische Strafe – die sogar wegen geringfügiger Verbrechen wie Drogendelikten verhängt wird – müsse aufgegeben werden.

Während der Zeit, als er im Iran lebte, hat Herr Ebrahimi – selbst zehn Jahre lang politischer Gefangener – persönlich mit angesehen, wie seine Freunde zur Tötung abgeholt wurden.

Er sagte gegenüber Express.co.uk: „Im Gefängnis war einfach alles furchtbar – angefangen von der Art, wie man die politischen Gefangenen behandelte, bis hin zu einfach allem – den vielen Mißhandlungen, die ich erlebte.

Es war jedesmal anders; es war nie dasselbe. Wir wußten nie, was auf uns zukam. Manchmal enthielt man uns die Nahrung vor; manchmal wurden wir gefoltert.

Wir haben viele Freunde verloren; wir haben bemerkt, wie Menschen verschwanden. Die Leute wurden aus ihren Zellen gerufen; später erfuhren wir, daß sie in das sogenannte Gericht gingen.

Darnach kamen sie in ihre Zellen zurück. Wenn sie erneut gerufen wurden, ging es zur Hinrichtung – mit Gewehrschüssen.

Darnach zählten wir die Patronen, um zu erfahren, wie viele hingerichtet worden waren.“

Der Vater eines Sohnes war nur einer von tausenden von Häftlingen, die wegen Unterstützung einer linken Partei inhaftiert worden waren – etwa der Volksmojahedin des Iran. Er war während der im Jahre 1988 begangenen Massenhinrichtungen, bei denen 30 000 Dissidenten auf mysteriöse Art verschwanden, im Gefängnis.

Nach zehnjähriger Haft wurde Herr Ebrahimi entlassen und floh nach Großbritannien, um mit seiner Familie ein neues Leben zu beginnen. Er sagt, er habe sich für das Vereinigte Königreich entschieden, weil er wollte, daß seine Kinder nach Jahren der Mißhandlung einen „hohen Standard“ der Menschenrechte erführen.

Jetzt kämpft er gegen das iranische Regime; er setzt sich dafür ein, daß überall in der Welt mehr getan wird, damit das Regime fällt.

Herr Ebrahimi, dessen Sohn sich derzeit in London auf das A-Examen vorbereitet, sagte: „Es ist ekelerregend, es sollte nicht passieren – es darf nicht passieren.“

„Internationale Kampagnen wie die von Amnesty International sind sehr gut; Kampagnen internationaler Medien sind phantastisch.

Die Menschen sollen erfahren, was im Iran vor sich geht – Erhängung, Mißhandlung, Hinrichtungen.

Es gibt viel Medienmaterial über den Mittleren Osten – den Irak und Syrien -, aber weniger über die Menschenrechtslage im Iran.

Wir lehnen diese Regierung ab; wir wollen, daß die Leute es erfahren.“

Diese Kommentare ergehen, während das berüchtigte Gohardasht-Gefängnis in Karaj, nordwestlich von Teheran, wie angenommen wird, am Dienstag eine Massenhinrichtung von 28 sunnitischen Häftlingen durchgeführt hat.

Man hatte den Angehörigen gesagt, sie sollten am Dienstag vor 15 Uhr ihre Lieben ein letztes Mal besuchen, doch als sie dort ankamen, erfuhren sie, es sei „zu spät“.

Man sagte einer Familie, die unterwegs war, sie sollten, statt ihren Sohn zu besuchen, vom Leichenschauhaus seinen Leichnam abholen.

Mohammad Mohaddessin, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des NCRI, sagte: „Das Mullah-Regime sieht sich vollständiger sozialer Isolation ausgesetzt; ihm schlägt der im Volk verbreitete Abscheu entgegen. Daher verlegt es sich zunehmend auf Hinrichtungen, um ein Klima der Angst zu erzeugen und so der Möglichkeit eines landesweiten Aufstands zuvorzukommen.

Unter Hassan Rouhani, der zu Unrecht angab, er strebe nach Mäßigung, wurden im Iran mehr als 2500 Menschen hingerichtet.

Denn solange das Mullah-Regime an der Macht ist, werden Hinrichtung, Folter und andere Verbrechen an der Tagesordnung sein.“

Im vorigen Monat kamen in Paris hunderte Politiker aus aller Welt zusammen, um die alljährliche Versammlung „Freier Iran“ zu besuchen, die vom NCRI geleitet wird, der in Frankreich angesiedelten Dachorganisation in Europa lebender iranischer Emigranten.

Bob Blackman, Mitglied des Unterhauses für London, der diese Versammlung regelmäßig besucht, sagte gegenüber Express.co.uk: „Es existieren besorgte Berichte über die zunehmenden Hinrichtungen und politisch motivierten Verhaftungen im Iran, ebenso die unverminderte Förderung des Terrorismus und die zunehmende Einmischung Teherans in die Länder des Mittleren Ostens, darunter Syrien, den Irak, den Jemen und den Libanon.

Ich glaube, man muß entschieden Druck auf die iranische Regierung ausüben, damit sie die internationalen Verpflichtungen ernster nimmt, z. B. in bezug auf ihr Nuklearprogramm und die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft wegen ihrer Menschenrechtsverletzungen.“

In diesem Monat gab das Foreign Office seinen neuesten Bericht über Fortschritte der Menschenrechte im Iran heraus; darin heißt es: „In vieler Hinsicht hat sich die Lage ver-schlechtert.“

Eine Sprecherin sagte: „Die Menschenrechtsbilanz des Iran bleibt ein Gegenstand ernsthafter Sorge – insbesondere die Art, wie er die Todesstrafe anwendet.

Wir sind unter allen Umständen gegen die Todesstrafe; die Zahl der Hingerichteten besorgt uns zutiefst, besonders wenn es sich um jugendliche Delinquenten handelt.

Wir bringen die Frage der Menschenrechte auf allen Ebenen mit Iranern regelmäßig zur Sprache. Wir arbeiten weiterhin mit der internationalen Gemeinschaft dahin zusammen, daß auf den Iran im Sinne einer Verbesserung der Menschenrechtslage Druck ausgeübt wird.“

Quelle: http://www.express.co.uk/news/world/696471/Iran-hangs-28-mass-execution-human-rights-Islamic-state