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„Die Frauen im Iran erheben ihre Stimme und geben sich alle Mühe, die Frauenfeindlichkeit zu überwinden”

Samstag, den  20. Juni 2015 um 21:58 Uhr

Die iranischen Frauen erheben mehr und mehr ihre Stimme und sind entschlossen, die „misogynen“ Gesetze im Iran unter der Herrschaft der Mullahs zu überwinden, erklärte eine Vertreterin des Iranischen Widerstands.

 

Frau Houri Seyyedi sprach über die Situation der Frauenrechte in einer live ausgestrahlten Frage und Antwort Veranstaltung in der Freitagssendung in  women.ncr-iran.org (Frauenausschuss des NWRI) mit internationalen Journalisten und Aktivisten, die via Twitter Fragen gestellt haben.

„Die Unterdrückung von Frauen durch das frauenfeindliche Regime im Iran ist in vielen Fällen institutionell verankert“.

„Den Frauen werden Beschränkungen auferlegt, sogar im Privatleben und bei der Art ihrer Kleiderwahl. Sie werden am Arbeitsplatz kaltgestellt und es gibt eine Ungleichheit der Geschlechter bei der Erziehung und Bildung bis hin zu den Universitäten und den Gebäuden der Regierung. Es ist ihnen verwehrt, aktiv in Bildungs-, Kultur- und Kunstzentren präsent zu sein. Iranische Sängerinnen dürfen als solche nicht auftreten“.

Die Frauen im Iran sehen sich beständiger Gewalt und Drangsalierung ausgesetzt, so Frau Seyyedi.

„Es gibt eine beständige Drangsalierung der Frauen durch die sogenannten Patrouillen gegen das Laster und willkürliche und unrechtmäßige Verhaftungen von Frauen. Es gab Fälle von Säureattacken auf die Gesichter von Frauen unter der erschwindelten Anklage schlechter Verschleierung. Selbst zuhause sind ihnen die einfachsten Rechte verwehrt, sie sehen sich Gewalt und Drangsalierung gegenüber. Im Falle der Scheidung wird ihnen das Sorgerecht für ihre Kinder abgesprochen.

In den letzten 10 Jahren sind mehr als 30.000 Frauen wegen der schlechten Verschleierung eingesperrt worden. Mehr als 7000 Frauen wurden gezwungen, sich schriftlich mit dem islamischen Schleier einverstanden zu erklären. Mindestens 4358 Frauen haben eine Akte in der Justiz“.

Frau Seyyedi erläuterte, dass trotz der Versprechen der Mäßigung von Hassan Rohani die Zahl der Hinrichtungen im Iran rapide angewachsen sei, seit er Präsident geworden ist.

„Dennoch kämpfen die iranischen Frauen gegen dieses Regime und seine misogynen Gesetze und sie leisten in verschiedenen Formen Widerstand. Sie hoffen nicht auf irgendwelche Reformen im Rahmen des Regimes. Sie sind entschlossen, selbst einen Wandel herbeizuführen. Zum Beispiel widersetzen sie sich den Einschränkungen und den frauenfeindlichen Gesetzen, die ihnen auferlegt sind in Bezug auf das Austragen von   sportlichem Wettbewerb oder sogar das Zuschauen dabei“.

Auf die Frage, warum das Regime Frauen daran hindert, in Stadien zu gehen, um sich Spiele anzusehen, antwortete Frau Seyyedi, das Regime fürchte, dass sich die Szene  schnell in einen politischen Protest verwandeln könne. 

„Weil Frauenfeindlichkeit ein Schlüsselelement des fundamentalistischen Regimes ist, werden die Proteste von Frauen schnell zutiefst  politisch und greifen das Regime zur Gänze an“.