Saturday, December 10, 2022
StartNachrichtenWiderstandDie Iraner von Camp Liberty fordern die UN und die USA auf,...

Die Iraner von Camp Liberty fordern die UN und die USA auf, den Angriff zu untersuchen und Geiseln zu befreien

Die Bewohner von Camp Liberty schreiben einen gemeinsamen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, den Außenminister der Vereinigten Staaten und den Hohen Kommissar für Flüchtlinge.

Darin fordern sie die Vereinten Nationen zu einer unabhängigen Untersuchung auf; sie fordern die Freilassung der sieben Geiseln und die mindestnotwendigen Sicherheitsmaßnahmen für Camp Liberty.

Nach dem vierten Raketenangriff auf Camp Liberty, der sich am Donnerstag, den 26. Dezember ereignete, schrieben alle Bewohner Camp Libertys einen gemeinsamen Brief an den Generalsekretär der Vereinten Nationen, den US-Außenminister und den Hohen Kommissar der Vereinten Nationen für Flüchtlinge. Darin erklären sie, dieser Angriff habe sich unmittelbar nach einem Besuch Nouri Malikis in Teheran ereignet; er habe damit erreichen wollen, daß das iranische Regime ihn in seiner Bemühung um eine dritte Amtszeit als Premierminister unterstütze.

Bei diesem verbrecherischen Angriff wurden außer acht 280-mm-Raketen sechzig 107-mm-Raketen auf Camp Liberty abgefeuert. Insgesamt wurden von Beamten der UNO 38 Einschlagsorte besichtigt und registriert; drei davon stammten von den 280-mm-Raketen, deren Zerstörungskraft fast zwanzigmal so hoch ist wie die der 107-mm-Raketen. 

In ihrem Brief schreiben die Bewohner: „Dieser Angriff hat drei Einwohnern das Leben geraubt und 71 verwundet. … Er fand in einem Gelände statt, das von der irakischen Regierung mit starker Präsenz von Militär und Sicherheitskräften kontrolliert wird. Daran zeigt sich: Der Angriff wäre ohne Abstimmung mit der Regierung auf höchster Ebene nicht möglich gewesen.“ Sie fügen hinzu: „Der oben erwähnte Angriff fand in einer Zeit statt, in der das Massaker des 1. September nicht unparteiisch untersucht worden war und die irakische Regierung sich weiterhin weigert, die sieben Bewohner freizugeben, die von Camp Ashraf entführt wurden.“

In dem Brief der Bewohner Libertys heißt es ferner: „Unglücklicherweise haben die Vereinten Nationen – trotz aller existierenden Dokumente und Beweismittel – bisher nicht anerkannt, daß für die mehrmaligen Massaker in den Lagern Ashraf und Liberty während der vergangenen Jahre die Regierung des Irak verantwortlich ist. Darin, daß besonders die Vereinten Nationen von der Rolle, die die irakische Regierung bei dem Massaker des 1. September in Camp Ashraf gespielt hat, wegsehen, sieht diese Regierung grünes Licht für die Fortsetzung ihrer Verbrechen an den Bewohnern.“

In ihrem Brief richten die Bewohner an die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten die folgenden Forderungen: 

1 – Sie mögen die Vorbereitungen treffen, die notwendig sind, damit die Vereinten Nationen das Massaker des 1. Septembers in Ashraf und den Raketenangriff des 26. Dezember in Camp Liberty unparteiisch untersuchen.

2 – Sie mögen die irakische Regierung energisch auffordern, die sieben Geiseln freizulassen, die, wie von UN-Berichterstattern bezeugt, von Ashraf entführt wurden. 

3 – Sie mögen die irakische Regierung darauf verpflichten, daß sie die für die Herstellung von Sicherheit notwendigen Maßnahmen nicht länger verhindert. 

Die Bewohner unterstreichen einige dieser Maßnahmen: „Rückkehr der 17 500 Stellwände; Beschaffung einer hinreichend großen Zahl von Betonbunkern; Transport der Helme und Schutzwesten sowie medizinischen Gerätes und Materials von Ashraf nach Liberty; Genehmigung von Bautätigkeit in Liberty, damit Gebäude errichtet werden, die mindestens gegen Schrapnelle resistent sind, besonders für die kranken Bewohner; Errichtung von doppelschichtigen Dächern an den Wohnhütten in Liberty (das Material würden wir bezahlen); endlich Ausdehnung des Lagergeländes, damit die Bewohner-Dichte und auf diese Weise ihre Verwundbarkeit verringert werden. Es wäre in Camp Liberty zu bedeutend weniger Unglücksfällen gekommen, wenn diesen Mindestforderungen, die mit den Beamten der UNO, der USA und der irakischen Regierung seit dem ersten Raketenangriff im Februar 2013 hunderte von Malen erörtert wurden, entsprochen worden wäre.“

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

31. Dezember 2013