Wednesday, February 8, 2023
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Die iranische Hochwasserkrise scheint den Funken für weitere Proteste im ganzen Land zu entzünden

Vor jetzt einem Monat haben heftige Regenfälle schwere Überschwemmungen im ganzen Iran zur Folge gehabt. Das hat großen Schaden für die Infrastruktur im ganzen Land angerichtet und viele Menschen haben ihr Zuhause verloren. Auch Wochen später sind viele Menschen im Iran noch mit den Wirkungen der Überschwemmungen beschäftigt. Dutzende Menschen habe ihr Leben verloren und viele Iraner sind obdachlos.

Seit Ende 2017 haben die Menschen an Demonstrationen und Protesten gegen die Regierung teilgenommen. Sie haben einen Regimewechsel gefordert, weil sie die Mullahs satt haben, die seit Jahrzehnten den guten Ruf ihres Landes ruinieren. Sie wollen das Regime dabei stoppen, dass es Chaos in der Region verbreitet und wollen, dass es zur Verantwortung gezogen wird für viele Verbrechen und Verletzungen der Menschenrechte.

Die jetzige Hochwasserkrise hat nur weiter zu ihrem Zorn und ihrer Frustration beigetragen. In geradezu spektakulärer Weise ist das Regime daran gescheitert, auf die Krise  angemessen zu reagieren, und es hat die Menschen ihrer Selbsthilfe  überlassen. Abgesehen von einem Missmanagement in der Situation nach dem Ereignis hatte es auch zuvor keine Vorbereitung für solche Katastrophen getroffen und seit Jahrzehnten eher dazu beigetragen, dass sich die Auswirkungen von derartigen Vorfällen nur noch verschlimmern. Eine destruktive Politik hat das Regime veranlasst, die natürlichen Hochwasserbarrieren zu zerstören, Wälder abzuholzen, in bestimmten Gebieten zu viel zu bauen, natürliche Wasserläufe umzulenken und so weiter.

Die Bevölkerung im Iran hat zu der derzeitigen Situation nicht geschwiegen trotz der Bemühungen des Regimes, das alles herunterzuspielen. Videos, Fotos und Texte über die wirkliche Situation wurden in den sozialen Medien geteilt und die Menschen haben ihre Unzufriedenheit und ihre Verärgerung laut werden lassen.

Seit die Überschwemmungen im vergangenen Monat begonnen haben, hat Präsident Rohani sich sehr zurückgehalten. Er fürchtet sich vor dem öffentlichen Sturm und sucht sich feige davonzustehlen. Aber das bringt die Menschen nur noch mehr auf. Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe und im ganzen Land ist die Infrastruktur schwer beschädigt.

In der vergangenen Woche sind Proteste in der Provinz Khuzestan im südwestlichen Teil des Landes aufgeflammt. Viele iranische Araber leben in der Provinz und sie haben einige der nachhaltigsten Proteste  im ganzen Jahr 2018 angefacht. Es wurden Sicherheitskräfte entsandt, um die Situation zu beruhigen und die Protestierenden zu zerstreuen, die die Behandlung des Desasters durch das Regime kritisiert haben. Viele haben darauf hingewiesen, dass es eine destruktive Politik war, die zur Folge hatte, dass die Region im Hochwasser versunken ist.

Es gibt durchaus das Potential, dass die kleinen und meist friedlichen Proteste in der Provinz Khuzestan sich im ganzen Land zu einer größeren Bewegung ausweiten. Sehr wahrscheinlich wird es wieder zu Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und den Sicherheitskräften kommen, wenn die Menschen die Stimme mit ihren Beschwerden erheben.

Was die Menschen wollen, ist ein Regimewechsel und sie werden nichts Geringeres akzeptieren. Sie verdienen auch nichts Geringeres, weil sie seit vier Jahrzehnten unter den Mullahs zu leiden haben. Vorfälle wie die jetzige Hochwasserkrise bestätigen sie nur darin und tragen zum Ärger und Abscheu über das Regime bei.