Tuesday, December 6, 2022
StartNachrichtenDie kriminelle Entscheidung des iranischen Regimes über die Öffnung der religiösen Stätten...

Die kriminelle Entscheidung des iranischen Regimes über die Öffnung der religiösen Stätten während des Ausbruchs des Coronavirus

Während der Ausbruch des Coronavirus im Iran immer mehr Menschenleben fordert, gab der Präsident des iranischen Regimes Hassan Rohani am Sonntag bekannt, dass alle heiligen Schreine, Moscheen und andere religiöse Stätten Anfang Mai wieder öffnen und die Freitagspredigten dann wieder aufgenommen werden.
Wie die verbrecherische Entscheidung, die Menschen wieder zur Arbeit zu schicken, während der Ausbruch des Coronavirus noch wirksam ist, wird die Wiederöffnung religiöser Stätten, besonders im Monat des Ramadan, mehr Fälle von Coronavirus Infektionen und auch Todesfälle dadurch zur Folge haben.
Rohanis eigene Äußerungen vom Sonntag widersprechen der neuen Entscheidung des Regimes. Obwohl er einerseits sagt: „Wir wissen nicht, wann der Coronavirus Ausbruch endet, und … (es ist so, dass) die Last vollständig auf den Schultern der Bevölkerung ruht“, fügt er andererseits hinzu: „Anfang Mai oder in der Mitte des Ramadan werden Moscheen, religiöse Stätten, heilige Schreine wieder geöffnet und Freitagspredigten stattfinden mit besonderen Vorschriften in 127 sauberen (virusfreien) Gebieten“.

Die Frage ist, warum das Regime dies versucht:

Kurz gesagt beabsichtigt das Regime, religiöse Stätten und Predigten für politische Zwecke zu benutzen und seinen Elementen zu erlauben, die Tätigkeit in Moscheen und Schreinen aufzunehmen, um finanzielle Vorteile durch die gläubigen Besucher zu bekommen auf Kosten des Lebens der Menschen und um den Preis einer vermehrten Ausbreitung des Coronavirus.
Seit der antimonarchischen Revolution von 1979 sind Moscheen, religiöse Plätze und heilige Schreine eine große Einkommensquelle für das Mullah Regime. Die Kleriker des Regimes manipulieren die Menschen und benutzen deren religiösen Glauben, indem sie sie dadurch ausplündern, dass sie Spenden und Sadagah einnehmen.

Das Geld wird vom Regime ausschließlich für die Finanzierung von Terrorismus verwendet. Auf diese Weise war es dem Regime möglich, finanzielle Imperien zu schaffen wie Astan-e Quds Razavi, das eine der am längsten existierenden finanziellen und religiösen Stiftungen im Iran ist.

Behzad Nabavi, Minister der Regierung mit verschiedenen Zuständigkeiten, erklärte am 21. September 2019 in einem Interview mit der staatlichen Nachrichtenagentur Alef: „In unserem Land gibt es vier Institutionen, die 60 Prozent des Nationaleinkommens kontrollieren. Das sind das Exekutive Hauptquartier für die Befolgung der Gebote des Imam (Setad Eijraie Farman Imam), die Basis Khatam-ol-Anbyia, Astan-e Quds und die Stiftung für der Unterdrückten und Behinderten. Keine dieser Institutionen steht mit der Regierung oder dem Parlament in Verbindung“.

In Exklusivbericht, der im November vom Nationalen Widerstandsrat Iran veröffentlicht wurde, heißt es: „AQR [Astan-e Quds Razavi] verwaltet finanzielle Spendenvermögen, die jahrhundertelang angesammelt wurden, und der Oberste Führer Ali Khamenei ernennt dessen Hüter. In den letzten 40 Jahren hatten nur drei Personen diese Position inne“.
Außerdem geht der NWRI in dem Bericht auf die finanziellen Aktivitäten des AQR und dessen finanzielle Unabhängigkeit ein: „Nur der Oberste Führer hat die Befugnis, dieses finanzielle Imperium zu überwachen, das Zehntausende Menschen beschäftigt. Die Organisation braucht keine Steuern zu entrichten; zu ihrem Vermögen gehören 50 große Unternehmen und 43 Prozent der Grundstücke in Maschad, der iranischen Stadt mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl.

Mit anderen Worten besitzt AQR allein in Maschad 13 000 Morgen Land. Aber der Besitz beschränkt sich nicht auf Maschad oder die Provinz Khorasan. Astan-e Quds Razavi verfügt über verschiedene Ländereien, Gärten, Brunnen und Aquädukte im ganzen Iran; plus die Einnahmen von 300 000 Pächtern in Hamadan, Ostaserbeidschan, Golestan, Gilan bis nach Teheran, Semnan und Yazd. Der geschätzte Wert der Ländereien von Astan-e Quds Razavi beträgt etwa 20 Milliarden Dollar, nicht zu reden von anderem Besitz.

Die Organisation hat die volle Unabhängigkeit bei den Ölgeschäften, die sie kontrolliert. Sie hat exklusive Handlungsspielräume beim Öl und kann Profite aus eigenen Importen und Exporten erzielen“.

Institutionen wie das AQR werden nur für die Finanzierung von Terrorismus benutzt. Zum Beispiel widmet sich ein großer Teil der Institution der exterritorialen Truppe der Revolutionsgarden (IRGC), nämlich der Quds Armee und den Familienmitgliedern toter Terroristen der Quds Armee.

Moscheen und Freitagspredigten als Propagandamittel der Mullahs

In den letzten vier Jahrzehnten hat das iranische Regime Moscheen und Freitagspredigten benutzt, um seine Kräfte zu mobilisieren. Das Regime sieht in den Freitagspredigten seine politische und soziale Tribüne. Jetzt ist das Regime in einer beispiellosen internationalen Isolation, die landesweiten Proteste im Iran haben seine Fundamente erschüttert und ein drohender Sturz steht am Horizont.

Deshalb sind diese Predigten, besonders die am Freitag, für die Mullahs ein Weg, die Moral ihrer frustrierten Unterdrückungskräfte stärken.
Zugleich sind die Moscheen im ganzen Iran, zumal sie zumeist Hauptquartiere der Basidsch Einheiten sind, Zentren der Spionage und der örtlichen Unterdrückung in verschiedenen Nachbarschaften.
Die getroffene Entscheidung wird eine Verbreitung von COVID-19 im ganzen Iran und ein Steigen der Todesfälle auch in den Truppen des Regimes zum Ergebnis haben.

Das Regime ist sich dessen bewusst. Der religiöse Faschismus, der im Iran herrscht, befindet sich in einer Sackgasse.
Die Periode der Quarantäne im Iran, in der das Regime den Menschen finanzielle Unterstützung verweigerte, hat es schnell zu einer Armee von Hungrigen kommen lassen.

Das Regime ist in Schrecken vor einem weiteren landesweiten Aufstand wie dem im November 2019 und dem im Januar 2020, die durch wirtschaftliche Härten ausgelöst worden waren. Da das Regime immer seiner Sicherheit Vorrang vor dem Leben der Menschen eingeräumt hat, hat es versucht, diese Möglichkeit auszuschließen, indem es die Menschen zurück zur Arbeit geschickt hat und jetzt auch, indem es religiöse Predigten und die Öffnung der Stätten zulässt.

Trotzdem werden diese Entscheidungen mehr Tote zur Folge haben und deshalb den Abscheu der Bevölkerung vor dem Mullah Regime verstärken und sicherlich zu einem Volksaufstand führen.
Die staatliche Tageszeitung Sharq schrieb dazu am 8. April: „Die Beziehung zwischen Volk und Regierung steht an einem entscheidenden Punkt. Die Ereignisse vom November 2019 und Januar 2020 (die Proteste im Iran) und die Arten der Slogans, die dabei benutzt wurden, sowie das Maß der Teilhabe an den Wahlen im März zusammen mit der internationalen Haltung der US Regierung und dem Zielen auf die Existenz des islamischen Systems haben eine Situation geschaffen, aus der herauszukommen es harter Entscheidungen bedurfte“.