Saturday, November 26, 2022
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Die Regierung des Irak hat die 52 Ermordeten von Ashraf heimlich an unbekanntem Ort bestattet

Maryam Rajavi unterstreicht: Das Ziel dieser geheimen Bestattung besteht darin, die Beweise dieses Verbrechens zu vernichten und die Täter vor der Bestrafung zu bewahren. Sie forderte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, den Fall vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen.

 

Obwohl die Vertreter und Anwälte der Bewohner von Liberty sowie Menschenrechtsanwälte und die Angehörigen der 52 Opfer des Massakers von Ashraf sich 164 Tage lang bemüht haben, die Leichen ihrer geliebten Toten in Empfang zu nehmen, hat die Regierung des Irak sie in einer weiteren unmenschlichen, verbrecherischen Handlung an unbekanntem Ort bestattet. 

Die Vertreter der Bewohner haben schon früher einige Kenntnis von dieser heimlichen Bestattung erhalten. Auf Anfragen bestätigte ein Vertreter der irakischen Regierung am 11. Februar während einer Zusammenkunft mit ihnen die Bestattung, gab aber weder ihren Ort noch ihre Zeit bekannt. 

Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des iranischen Widerstands, erklärte: „Die heimliche Bestattung der Ermordeten an unbekanntem Ort und zu unbekannter Zeit sowie in Abwesenheit von Angehörigen und in Abwesenheit und ohne Kenntnis des Vertreters der Vereinten Nationen, der am 2. September die Leichen in Camp Ashraf offiziell entgegengenommen hatte, hatte den Zweck, die Beweise zu vernichten und die Mörder vor einem Prozess und vor der Bestrafung dieses Verbrechens gegen die Menschheit zu bewahren. Damit wird klar bewiesen, dass die irakische Regierung für das in Ashraf begangene Verbrechen gegen die Menschheit verantwortlich ist. Diese unmenschliche Handlungsweise erinnert uns an das aufgrund von einer Fatwa Khomeinis im Jahre 1988 an politischen Gefangenen begangene Massaker und ihre heimliche Bestattung des Nachts in Massengräbern.“

Frau Rajavi betonte erneut die Notwendigkeit einer unabhängigen internationalen Untersuchung des Massaker und der Geiselnahme in Camp Ashraf durch den Internationalen Strafgerichtshof und forderte den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen auf, den Fall vor dies Gericht zu bringen. 

Maliki versucht, die Beweise dieses Verbrechens gegen die Menschheit zu vernichten. Dabei besteht internationale Übereinstimmung darüber, dass dafür die irakische Regierung verantwortlich ist.  Darin stimmen das Europäische Parlament, der Kongreß der Vereinigten Staaten, sechs Expertengremien der Vereinten Nationen, das Spanische Nationalgericht und Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und endlich eine große Zahl international angesehener Politiker überein.

Am 21. November erklärte das Spanische Nationalgericht in einer Entscheidung: „Morde, Gewalttaten, Lärmbelästigung, Entzug von Nahrung und medizinischer Behandlung – nichts davon kann in Ashraf geschehen ohne Wissen der Komitee-Mitglieder, i. b. von Faleh al-Fayad. … Für Sicherheitsangelegenheiten ist im ganzen Lande, einschließlich Ashraf, Faleh al-Fayad zuständig.“

Das Gericht fuhr fort: „Am 1. September 2013 begingen irakische Truppen, die Ashraf umzingelt haben und besetzt halten, ein kaltblütiges Massaker an 52 von den etwa 100 Bewohnern, die man nicht zum Umzug nach ‚Camp Liberty’ gezwungen hatte; sie alle hatten im Sinne der 4. Genfer Konvention den Status geschützter Personen. Weitere sieben ‚geschützte Personen’ wurden während dieses Gemetzels entführt und müssen freigelassen werden; die irakischen Behörden haben ihren Aufenthaltsort nicht bekanntgegeben. Das Eigentum der Bewohner wurde geplündert; einige Gebäude wurden durch Sprengkörper zerstört, und eines brannte nieder.“ 

Die Leichen der 52 Ermordeten wurden am 2. September 2013 auf Verlangen von Herrn Gyorgy Busztin, dem stellvertretenden Besonderen Vertreter des Generalsekretärs für den Irak, Herrn Francesco Motta, dem Leiter des Menschenrechtsbüros der UNAMI, übergeben. 

In der Bestätigung ihrer Übergabe, die Herr Motta unterschrieb, heißt es: „Aufgrund einer Übereinkunft zwischen dem Vertreter der Bewohner Ashrafs und der UNAMI wurden am 2. September 2013 52 Leichen von Opfern, die während des Massakers am 1. September 2013 durch Gewehrschüsse getötet worden waren, in Anwesenheit von Herrn Francesco Motta, dem Leiter des Menschenrechtsbüros der UNAMI,  ausgeliefert; sie sollen im Krankenhaus von Baquba verbleiben, bis ein unparteiischer internationaler Beobachter bei der Autopsie zugegen sein kann.“ 

Die Angehörigen der Opfer des Massakers von Ashraf erhoben bei der irakischen Justiz Anklage zur Verfolgung der für das Massaker Verantwortlichen; sie beantragten die Auslieferung der Leichen der  Ermordeten. Sie haben ihre Forderungen in 75 Briefen wiederholt. Weitere 75 Briefe wurden in derselben Sache von ihren Anwälten versandt. Es fanden dazu auch 62 Telefonate und mehrere Zusammenkünfte statt. In den zurückliegenden 5 ½ Monaten verlangten die Vertreter der Bewohner – in zahlreichen Erklärungen und Briefen, 69 der täglichen Berichte von Camp Liberty, in hunderten von Bezugnahmen, Anrufen und Zusammenkünften mit den Irakern sowie mit Vertretern der USA und der UNO in Camp Liberty, Washington, Genf, New York, Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten – im Irak und außerhalb des Irak die Übergabe der Leichen der Opfer an ihre Angehörigen und Freunde in Camp Liberty. 

In seiner Erklärung vom 26. Dezember enthüllte der iranische Widerstand aufgrund von Dokumenten und glaubwürdigen Zeugnissen aus dem Iran, dass Nouri al-Maliki die Bekanntgabe der Berichte der Gerichtsmediziner sowie die Übergabe der Leichen  der Ermordeten an ihre Angehörigen in Camp Liberty und ihre Bestattung verhindere – aus Furcht vor den Folgen dieses Verbrechens gegen die Menschheit.

In diesen Dokumenten heißt es: „Am 8. und 9. September wurden alle Leichen durch den verantwortlichen Arzt bei der Bagdader Strafverfolgungsbehörde einer Autopsie unterzogen. … In einem Teil der zugänglichen Autopsie-Berichte wurden Einzelheiten über die Verletzungen und die Todesursache aller Betroffenen bekanntgegeben; als ‚Todesursache’ wurde meistens ein ‚Gewehrschuß’ in den Kopf festgestellt. In vielen der  offiziellen Berichte des Staatsanwaltes wird ausdrücklich festgestellt, die ‚Hände seien mit Handschellen im Rücken gefesselt gewesen’. Dabei hatte die Schein-Untersuchung Malikis behauptet, an den Leichen seien keine Handschellen gesehen worden.“

Der iranische Widerstand hat oft – auch in der oben erwähnten Erklärung – wie folgt gewarnt: „Maliki versucht aus Furcht vor den Folgen des Verbrechens gegen die Menschheit, um seine blutigen Hände reinzuwaschen und den Weg für weitere Schandtaten zu ebnen, alle Beweise zu vernichten.“ Die Erklärung betont: „Es muss von den Vereinten Nationen  eine unabhängige, gründliche Untersuchung des am 1. September begangenen Massakers durchgeführt werden; der Fall muss vor den Internationalen Strafgerichtshof gebracht werden.“

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

12. Februar 2014