Saturday, December 3, 2022
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Die Staatsmedien im Iran und ihr fehlgeschlagener Versuch, den Mord an Mahsa Amini zu vertuschen


Am 16. September sind nach dem brutalen Mord an Mahsa Amini durch die Sittlichkeitspolizei des Regimes Proteste ausgebrochen. Die Ermordung Mahsas hat eine Menge an Aufregung im Regime und in seinen staatlichen Medien verursacht.

Mahsa, ein 22jähriges Mädchen aus Saqqez in der Provinz Kurdistan, wurde am 13. September in Teheran unter dem Vorwand, „unpassend verschleiert“ zu sein, verhaftet und laut Augenzeugen schwer von der Polizei geschlagen.

Sie fiel ins Koma und ihr Bild in der Intensivstation eines Krankenhauses hat sich verbreitet. Mahsas Tod verkörperte das Leiden iranischer Frauen, die in den letzten 43 Jahren unter der herrschenden Theokratie gelitten haben.

Er veranlasste Proteste in der unbeständigen Gesellschaft des Iran, wo die Menschen unter der sich zerbröckelnden Wirtschaft wegen der Korruption des Regimes und seiner Unfähigkeit sowie vier Jahrzehnten der Unterdrückung leiden.

Die Staatsmedien des Iran, besonders die der sogenannten „Reformisten“ haben vor den Folgen der laufenden Proteste gewarnt und zugleich der Öffentlichkeit die Geschichte verkauft, dass Mahsa „unter verdächtigen Umständen starb“, und die Sicherheitskräfte als makellos dargestellt. Dennoch sprechen deren Eingeständnisse über die derzeitige Situation und über das Scheitern daran, die explosive Gesellschaft des Iran im Zaum zu halten, für sich.
„Die Amtsträger lehnen es ab, die geringste Flexibilität angesichts der heimischen und internationalen Probleme zu zeigen. Sie behaupten, dass wir dadurch, dass wir einen Schritt rückwärtsgehen, unsere Position aufgeben und unsere Hegemonie verlieren würden“, schrieb die staatliche Tageszeitung Etemad [„Vertrauen“] am 19. September.

„Die iranische Jugend wurde in unseren Schulen trainiert und wuchs auf mit dem Hören auf unsere Lernmethoden und unsere Lektionen. Wenn die Amtsträger diese jungen Männer und Frauen als Normbrecher betrachten, sollten wir dann nicht unser Bildungssystem in Zweifel ziehen?“, schrieb die Tageszeitung Etemad in einem anderen Artikel am 19. September.

„Wenn Sie den iranischen Frauen sagen, das sie das tragen sollen, was ich als Herrscher sage, dann fragen sie natürlich, was es ist, das dieser sogenannte islamische Staat erreicht hat für uns als Menschen und für die Hälfte der Bevölkerung des Iran, das unser Outfit vertreten und bewahren sollte?“, schrieb Etemad.

In einem Artikel vom Dienstag räumte die staatliche Tageszeitung Mostaghel [„Die Unabhängige“] ein, dass die Menschen nicht an die Darstellung im Film von CCTV glauben, dass Mahsa in der Polizeigewahrsam zusammengebrochen ist, ohne angerührt worden zu sein.

Dritter Tag der Proteste in der Provinz Kurdistan wegen der Tötung von Mahsa Amini
„Es ist nichts falsch an den Leuten. Diese Menschen, die nicht an das Narrativ von Mahsa Aminis natürlichem Tod glauben, sind die gleichen, die nicht vergessen haben, dass unser Fernsehen die Hypothese des Abschusses des ukrainischen Passagierflugzeugs eine ganze Woche lang abgestritten hat und dass Dutzende von Nachrichten, Analysen und Experten zu beweisen versuchten, dass es ein Unfall gewesen sei“, gab das Blatt zu.

„Die Wurzel dieser Instabilität liegt in dem Vorherrschen der Sicherheitsperspektive in den Medien ebenso wie in einigen fundamentalen und theoretischen Widersprüchen auf der Ebene des Spitzenmanagements der Sender, die leider bleiben. In der komplexen Welt der Medien gibt es einen Krieg der Narrative, der gerade stattfindet“.

„Statt den Leuten beizustehen und über ihre Forderungen nachzudenken, denken wir immer noch an Zensur und die Umsetzung des Schutzplans (den Plan des Regimes, das Internet einzuschränken)! Gibt es einen klareren Verlust als diesen?“
„Während viele religiöse und politische Figuren nach strikten Maßnahmen im Umgang mit Frauen gerufen haben, stellt sich jetzt die Frage, warum einige Amtsträger und Kräfte diese Art von Aktionen benutzen und das gesamte System beschädigen“, gestand die staatliche Arman-e Meli am 19. September ein.

Wie viele Amtsträger des Regimes vor kurzem einräumten, hat der Mord an Mahsa den Ärger und Hass auf das Regime zu Tage treten lassen, die sich vier Jahrzehnte lang angestaut haben.

Die Menschen sehen in dem Obersten Führer Ali Khamenei und seinem Präsidenten Ebrahim Raisi die Mörder von Mahsa und zahllosen anderen Frauen. Anders als die staatlichen Medien es zu verkaufen versuchen, werden die Menschen mit ihren Protesten gegen das genozidale Regime nicht aufhören, selbst wenn das Regime seine Sittlichkeitspolizei abbauen würde.