Saturday, December 3, 2022
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Iran – Proteste und die Angst Teherans vor organisiertem Widerstand

Jugendliche gehen in Bojnourd, Provinz Nord Khorasan im Nordosten des Iran, auf die Straße

Nach dem brutalen Mord an Mahsa Amini, einem 22-jährigen Mädchen, durch die Sittenpolizei, brachen im ganzen Iran Proteste aus, bei denen Menschen Slogans gegen Regimevertreter skandierten.

Gleichzeitig wächst die Angst des Regimes vor organisiertem Widerstand und seine Vertreter warnen vor der führenden Rolle der iranischen Hauptopposition, Mojahedin-e-Khalq (MEK), und ihrer Widerstandseinheiten.

„Die MEK und ihre westlichen Unterstützer stecken hinter den jüngsten Aufständen und Vorfällen“, zitierte am 21. September die staatlichen Website Entekhab Hosseinali Haji-Deligani, ein Mitglied des Parlamentspräsidiums.

„Die Autorität des islamischen Systems wird durch die verzweifelten Versuche [der MEK] nicht gefährdet werden“, zitierte am 21. September Mehr News, eine mit dem Geheimdienst- und Sicherheitsministerium (MOIS) des Regimes verbundene Zeitung, die sogenannte „Klerikerfraktion des Parlaments.“

„In einigen Straßen kam es nach dem Tod von Mahsa Amini zu Protesten. Die MEK organisierte diese Proteste und andere [ethnische Minderheiten] waren auch anwesend“, bestätigte das staatliche Fernsehen am 20. September.

„Der Tod von Mahsa Amini war, als würde man Öl ins Feuer gießen und die MEK gegen uns [System] einsetzen. Aufnahmen zeigen, wie die MEK die Polizei angreift, die eine Säule unserer Sicherheit ist, und einige von ihnen verletzt.“, zitierte die staatliche Mehr-Nachrichtenagentur am 21. September das sogenannte „Büro zur Stärkung der Einheit“. Diese Organisation ist damit beauftragt, Universitätsstudenten zu unterdrücken.

„Augenzeugen zufolge wurden die Einheiten bei den jüngsten Protesten organisiert und mit der Zerstörung beauftragt. Sie wandten neue Taktiken an, um [Sicherheits-]Kräfte zu bekämpfen und bestätigten, dass sie ausgebildet worden waren.“

„Wie üblich haben sich die Proteste seit letzter Nacht radikalisiert, nachdem bekannte organisierte Elemente die Szene betreten hatten. Diese Aktionen stehen in krassem Gegensatz zum zivilen Ungehorsam“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim, eine mit der Quds-Brigaden der IRGC verbundene Nachrichtenagentur, am 21. September.

„Die Proteste, die vor ein oder zwei Tagen in einigen Städten des Iran begannen, haben sich in Chaos verwandelt. Die gestern und letzte Nacht veröffentlichten Bilder aus Teheran und verschiedenen Städten des Iran weisen auf viele Dinge hin, die über einen einfachen Protest gegen den Tod von Mahsa Amini hinausgehen.

Diese Bilder zeugen von organisierten Unruhen und ermutigen zur Zerstörung öffentlichen Eigentums“, berichtete die staatliche Tageszeitung Hamshahri am 21. September.

„Der MEK-Führer gab eine Erklärung ab und unterstützte diese Proteste und ich las auf Twitter, dass sie den Demonstranten applaudierten und dazu aufriefen, die Flagge [des Regimes] zu verbrennen. Wir stehen vor beispiellosen Unruhen. Sie riefen, dass Mahsas Tod eine Entschuldigung sei, das Ziel ist das gesamte System.

Sehen Sie sich die veröffentlichten Videos an. Sie zünden Polizeifahrzeuge an oder schlagen Polizisten. Die MEK rief zum Protest auf und es kam zu einigen Unruhen“, bestätigte das iranische Staatsfernsehen am 22. September.