Wednesday, November 30, 2022
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Die vom Irak ausgeübte medizinische Blockade läßt die 22. Person sterben

NCRI – Am Mittwoch, den 5. November 2014 verstarb eine weitere Vertreterin der iranischen Opposition in Albanien; damit erreichen die durch die Ashraf und Liberty auferlegte medizinische Blockade bewirkten Todesfälle die Zahl 22.

Frau Farideh Vanaie, 51 Jahre alt,

der während der Jahre, die sie in Camp Ashraf und Camp Liberty verbrachte, von irakischen Agenten der Zugang zu medizinischen Diensten verweigert wurde, verschied nach einer größeren Operation in einem Krankenhaus in Tirana, Albanien. 

Frau Vanaie, Mitglied des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NCRI), war eine Vertreterin der „Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI/MEK)“; sie hatte sich vor 36 Jahren in ihrem Kampf um Freiheit im Iran dieser Organisation angeschlossen. 

Sie wurde zwischen 1981 und 186 zweimal verhaftet und verbrachte mehr als vier Jahre unter Folter in dem berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis und im Ghezel-Hessar-Gefängnis der Stadt Karaj. 

Ihre ältere Schwester und ihr Schwager wurden 1981 im Diezelabad-Gefängnis der Stadt Kermanshah hingerichtet. 

Sie litt während der durch irakische Agenten über Camp Ashraf und Camp Liberty unmenschlich verhängten medizinischen Blockade an Krebs. 

Die irakischen Agenten behinderten ihre ärztliche Behandlung, so sehr sie konnten; die wiederholt an die Vereinten Nationen und die Vertreter der USA gerichteten Beschwerden führten zu nichts. 

Am 27. Oktober 2013 schrieb sie in einem Brief an das Menschenrechtsbüro der UNAMI: 

„Ich habe Krebs und mich in den letzten vier Monaten zwei Operationen und vier Chemotherapien unterzogen. Im vergangenen Monat hat mein Gesundheitszustand sich sehr verschlechtert; ich blutete und hatte starke Schmerzen. Ich benötige dringend eine weitere Operation; mein gegenwärtiger Zustand ist unerträglich. Am Dienstag, den 23. Oktober begab ich mich um 7 Uhr in die irakische Klinik des Lagers, um ins Yarmuk-Krankenhaus gebracht zu werden. Ich wartete bis 12. 30 Uhr und wies oft auf die Verzögerung meines medizinischen Transports hin; doch ich vermochte nicht von dem Gefängnis Liberty ins Krankenhaus zu gelangen. 

Ich habe starke Schmerzen, es ist jetzt Sonntag, der 27. Oktober, 10. 30 Uhr; ich befinde mich seit sieben Uhr morgens vor der Klinik, doch wieder geschieht nichts, damit ich ins Yarmuk-Krankenhaus komme. …

„Selbst von den unbedeutenden medizinischen Diensten, die bis zum vorigen Monat bestanden, wurden wir ausgeschlossen. Die Verweigerung medizinischer Behandlung … bedeutet Tod durch Folter. Unglücklicherweise wurden die Beobachtergruppen der UNAMI zwar von Anfang an informiert, doch sie haben nichts unternommen außer unserem Sterben zuzusehen. …

Die Beobachtergruppe war sich darüber, was in der vorigen Woche und heute, als ich ins Yarmuk-Krankenhaus gehen wollte, geschah, im klaren, aber sie hielten es nicht für nötig, mit Patienten wie mir zu sprechen. …“

In einem gemeinsam mit drei weiteren Patienten am 18. Januar 2014 an Herrn Gyorgy Busztin, den Besonderen Vertreter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen (DSRSG), gerichteten Brief schrieb sie: 

„Wir vier Patienten leben in Camp Liberty … und leiden an chronischen Krankheiten. Wir sollen morgen zur Behandlung nach Bagdad gebracht werden. Wir erfuhren heute durch die irakische Klinik in Camp Liberty, daß die dortigen Geheimagenten unsere Dolmetscher fortgeschickt und ihnen ohne Angabe von Gründen verboten haben, uns morgen ins Krankenhaus zu begleiten. Zu Ihrer Information: Zwei von uns, Khalil Pourshafai und Farideh Vanaee, leiden an Krebs; wir müssen zu bestimmten Zeiten ins Krankenhaus kommen, um vom Facharzt behandelt zu werden. …

Mit Rücksicht auf die Verantwortung der UNAMI für die Sicherheit der Bewohner möchten wir Sie bitten, persönlich zu intervenieren, um diese von den Geheimagenten wie Major Ahmad unmenschlich gegen uns, die Patienten von Camp Liberty,  gerichtete Folter zu unterbinden. Wir wollen mit unseren Schwestern und Dolmetschern unsere Facharzt-Termine wahrnehmen. Sagen Sie ihnen um Gottes willen, daß sie aufhören sollen, uns zu foltern.“

Die Behinderung führte zu einer Verschlimmerung ihrer Krankheit, wodurch diese unheilbar wurde. Nach endlosen Anstrengungen der PMOI und der Vertreter von Camp Ashraf und Camp Liberty gelang endlich am 18. März 2014 der Transport von Farideh Vanaee nach Albanien – zum Empfang medizinischer Behandlung; sie wurde dort sofort ins Krankenhaus eingeliefert. 

Doch wegen der Verzögerung der Behandlung erwiesen sich nachfolgende Operationen als erfolglos; nach der letzten Operation, die sieben Stunden dauerte, starb sie an einem Herzanfall. 

Der iranische Widerstand unterstreicht die Verantwortung der Vereinten Nationen und der Vereinigten Staaten für die Sicherheit und das Wohlergehen der Bewohner. Er fordert, um weitere Tragödien dieser Art zu vermeiden, die Vereinten Nationen und die Vereinigten Staaten zu sofortigen praktischen Schritten auf, die geeignet sind, diese unmenschliche medizinische Blockade zu beenden und den freien Zugang der Bewohner zu ärztlichen Diensten sicher zu stellen. 

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates des Iran

den 6. November 2014