Wednesday, February 1, 2023
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‚Die Welt muss die Kundgebung der Iraner im Juni für einen demokratischen Wandel unterstützen‘

Montag, den  8. Juni 2015 um 13:21 Uhr

Das iranische Volk braucht mehr internationale Unterstützung, um sein Verlangen nach Reformen in eine iranische öffentliche Arena zu bringen, mahnt die internationale Assoziation für Kooperation ARCHumankind.

 

Der Präsident der Gruppe Paul Casaca rief außerdem alle Iraner in der ganzen Welt auf, die Versammlung am 13. Juni in Paris zu unterstützen, die darauf zielt, den Mullahs im Iran die Macht in Teheran abzunehmen.  

Er meinte: „Im April haben iranische Zensurbeamte das Monatsmagazin Zanan-e Emrouz zugemacht mit der Begründung, sie würden das Zusammenwohnen unverheirateter Paare ermutigen, eine illegale Praxis, die im Iran als ‚weiße Ehe‘ bezeichnet wird.

Unter seinem Titel, der mit Today’s Women ins Englische übersetzt werden kann (d.h. etwa Frauen von Heute), war das Magazin die einzige Veröffentlichung im Land, die die Interessen von Frauen vertreten hat, und die Schließung spiegelt eine Verschlechterung der Situation für Gender Politik in der Islamischen Republik wieder.

Wenn irgendetwas, so hat die Maßregelung von Zanan-e Emrouz die Sichtbarkeit der weißen Ehe nur noch verstärkt.

Zum Beispiel hat die Los Angeles Times einen Bericht veröffentlicht, der direkte Interviews mit Iranern wiedergibt, die sich ohne eheliche Beziehung verabreden und zusammenziehen und damit verschiedene repressive religiöse Gesetze im Land verletzen“. 

„Die Furcht vor Repressalien”, so Herr Casaca weiter, „macht diese Menschen verständlicherweise  unwillig, ihre richtigen Namen preiszugeben, aber ihr Interesse daran, öffentlich ihren Lebensstil zu diskutieren, demonstriert eine ausgesprochene Verachtung des Regimes. 

Dasselbe tut die einfache Tatsache, dass so viele Iraner bereit sind, zu lesen, was diese Leute sagen. Indem sie alle Arten von Seiten von sozialen Medien aufrufen, auf denen solche Geschichten erscheinen könnten, missachtet die große Mehrheit iranischer Bürger den grenzüberschreitenden Bann auf solche Seiten.

Es ist vielleicht genauso bezeichnend, dass sie die Bemühungen des Regimes unterlaufen, das Volk von allen Formen westlicher Beeinflussung fernzuhalten und zu einem militant fundamentalistischen Markenzeichen zu bringen. Für diese Bemühungen gibt es eine Skala vom nur Aufdringlichen bis zur offenen Brutalität.

Auf der einen Seite gibt es eine Reihe von Initiativen, bei denen der Oberste Führer Ali Khamenei die Speerspitze bildet, die darauf zielen, die konservative Familienstruktur zu stärken, indem Geburtenkontrolle entmutigt und Frauen dazu gedrängt werden, früh und oft Kinder zu bekommen statt Bildung und Karrieren anzustreben.

Das Regime hat sich so sehr diesen Initiativen verschrieben, dass eine junge Frau mit Namen Atena Farghadani, die sie in Form einer politischen  Karikatur kritisiert hat und ihre darauffolgende Verhaftung als Gelegenheit genutzt  hat, die schlechten Gefängnisbedingungen im Iran bloßzustellen, vor kurzem zu 14-jähriger Gefängnisstrafe verurteilt worden ist für ‚die Verbreitung von Propaganda gegen das Regime‘ und andere politische Beschuldigungen solcher Art“.

Es werden auch immer mehr Hinrichtungen vollstreckt, durch die in diesem Jahr bislang 400 Menschen zu Tode gekommen sind, so Herr Casaca.

Er fährt fort: „Aber trotz dieser Einschüchterung gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass das iranische Volk seine Bemühungen vermindert, für den repressiven Zugriff des Regimes auf seine Lebensformen, auf die Aufnahme von Informationen und sogar auf politische Aktivitäten, mit denen es Gefahr läuft, im Gefängnis zu landen oder schlimmeres, seine Verachtung zum Ausdruck zu bringen.

Man wird beständig an diesen Tatbestand erinnert. Anfang Mai wurden von iranischen Arbeitern und Lehrern größere Proteste organisiert, um wirtschaftliche Reformen zu fordern und außerdem die Freilassung von im Gefängnis einsitzenden Organisatoren und Gewerkschaftsführern. Auch in den Teilen der Bevölkerung, die nicht politisch aktiv sind, gibt es zunehmende Trends, im Untergrund zu trinken, zu tanzen, sich zu verabreden und allen Arten von Aktivitäten nachzugehen, die wir im Westen für selbstverständlich halten.

Es ist deutlich zu sehen, dass Widerspruch im ganzen Land beständig angefacht wird, was die Regierung in eine Position bringt, entweder Reformen durchzuführen oder gestürzt zu werden. Was nicht klar ist, ist, ob die Weltgemeinschaft voll hinter dem iranischen Volk und seinem Wunsch nach Demokratie und Freiheit der Wahl steht.

Vielleicht werden wir auf diese Frage nach dem 13. Juni eine klarere Antwort haben, nachdem der Nationale Widerstandsrat Iran seine Kundgebung in Paris abgehalten  und etwa 100.000 Menschen aus fünf Kontinenten zusammengebracht haben wird mit dem Ziel, offen einen Wechsel des Regimes in dem heimischen Land zu vertreten.

Aber es braucht noch mehr Unterstützung, um der nicht ruhenden prowestlichen Bevölkerung im Iran die Botschaft zu schicken, dass sie den Schutz internationalen diplomatischen Drucks genießen, wenn sie sich dazu entschließen, ihre Forderungen nach Reform erneut in den Vordergrund des öffentlichen iranischen Diskurses zu stellen.

Erklärungen der Unterstützung und eine positive Aufmerksamkeit in den Medien für die Kundgebung des NWRI würden einen langen Weg nehmen, um diese Menschen zu überzeugen, dass ihre modernen und säkularen Lebensstile nicht mehr länger im Untergrund bleiben müssen“.