Saturday, November 26, 2022
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Editorial: Machtlos gegen die Erfolge des iranischen Widerstandes

Die Mullahs geben die Popularität der MEK und ihren Einfluss auf iranische Haushalte zu
Etwas hat die iranischen Mullahs gezwungen, ihre veraltete Politik, womit sie den iranischen Widerstand und die Organisation der Volksmodjahedin Iran (PMOI oder Modjahedin-e Khalq – MEK) totschweigen wollten, aufzugeben.

Dieses Etwas besteht aus dem Handeln der „Widerstandseinheiten“ der MEK innerhalb des Iran und daraus, wie dieses Handeln sich in den großen Protesten von Iranern in den Hauptstädten der Welt sowie in der fünftätigen Versammlung in Ashraf 3/Albanien widerspiegelte. In Anwesenheit von etwa 350 Persönlichkeiten aus 47 Ländern bot diese Veranstaltung den Augen der Welt ein neues Bild des iranischen Widerstandes.
Am 4. August 2019 beklagte sich Ali Rabie, Sprecher der Regierung des Regimes und Gründungsmitglied des Ministeriums für Geheimdienste und Sicherheit (MOIS), darüber, dass der Diskurs des Weißen Hauses über das Regime dem der MEK ähnlich geworden sei.
Die dem Obersten Führer des Regimes, Ali Khamenei, unterstellte Tageszeitung Kayhan schrieb am 8. August: Die MEK ist „tief in unsere Häuser eingedrungen und ihre Wirkung ist spürbar.“
Assadollah Nasseh, Brigadegeneral der Revolutionsgarden, sagte am 28. Juli im staatlichen Fernsehen: „Wir müssen uns klarmachen, dass alles, was in der Welt gegen uns getan wird, geschieht, weil die MEK gegen uns arbeitet, gleichgültig, wo sie das tut, – dass sie das alles bewirkt … Was in Sachen Raketen passiert, basiert auf den Informationen, die die MEK den Amerikanern geliefert hat. In der Menschenrechtsfrage schreiben sie Dossiers und legen Akten an, die sie den Europäern zur Verfügung stellen. Sie setzen alle Hebel gegen uns an.“
Beamte des iranischen Regimes sind entsetzt über das, was sie als gespenstisch empfinden müssen: die warmherzige Aufnahme der PMOI/MEK und des iranischen Widerstandes in den sozialen Medien. Hohe Kommandeure der Revolutionsgarden (IRGC) sprechen wie mit einer Stimme:
IRGC-Brigadegeneral Gholamreza Jalali, der die Verteidigungskräfte des Regimes kommandiert, sagt in der staatlichen Nachrichtenagentur ISNA vom 29. Juli: „Unser neuer Krieg [mit der PMOI/MEK] im Cyberspace ist schwieriger als die Operation Mersad.“ (Mersad oder Operation Ewiges Licht war eine große Offensive des iranischen Widerstandes, der im Juli 1988 100 Meilen weit in den Iran eindrang und zwei Städte befreite. Die Offensive erschütterte das Regime bis in seine Grundfesten.) „Viele Kontroversen, mit denen wir zu tun haben, tragen den Fingerabdruck der MEK. Zahlreiche Nachrichtenserien im Cyberspace, die gegen den Staat und die Revolution gerichtet sind, sind psychologischer Krieg der [MEK] gegen uns … Sie [die MEK] machen sich die schwache Wirtschaftslage im Lande zunutze und hetzen die Leute auf, sich zu erheben.“
Am 29. Juli sagte Esmaeil Kowsari, stellvertretender Kommandeur des IRGC-Hauptquartiers Sarallah, im staatlichen Fernsehen: „“Heute setzt die [MEK] alles daran, das heilige System der Islamischen Republik zu demütigen.“
Am 2. August sagte Brigadegeneral Abolghassem Forootan, Mitgründer des IRGC, der staatlichen Nachrichtenagentur Mizan: Die [MEK] „will die Werte unserer Nation und unseres Systems im Cyberspace und mit digitalen Mitteln herabwürdigen.“
Am 29. Juli beschwerte sich der MOIS-Agent Mohammad Javad Hasheminejad darüber, dass „1500 [MEK-]Einheiten in drei Schichten rund um die Uhr“ in sozialen Netzwerken präsent seien. Er geißelte deren Rolle im „Aufruhr des Jahres 2018 im Lande“ und fügte hinzu: „Wir müssen unseren Feind und seine Ziele kennen, um ihm angemessen entgegentreten zu können.“
Angesichts der schwierigen Umstände greifen die Mullahs darauf zurück, die Stimme ihrer Gegner zu unterdrücken und die Informationsfreiheit in den sozialen Medien zu blockieren. MOIS, IRGC und Quds-Truppe (IRGC-QF) haben eine sinnlose Kampagne in Gang gebracht, in der sie den wachsenden Widerstand gegen das Regime mit Propaganda und Cyberkrieg bekämpfen wollen.
Zur bekannten Taktik, mit der sie den iranischen Widerstand unterdrücken wollen, gehören Dämonisierungskampagnen, die Ausstreuung von Falschinformationen, der Einsatz von irreführenden Emails und Berichten, die Versendung von Drohbriefen per Email und das Hacken von Computern und Emailaccounts der Unterstützer des iranischen Widerstandes mit Viren und Würmern.
Eine Welle von virusvergifteten Emails, Versuche, die Webseiten und sozialen Netzwerke der Opposition zu hacken, verbreitete Fälle von Identitätsdiebstahl und die Bemühung, mit Hilfe dieser gestohlenen Identitäten die Atmosphäre zu verschmutzen – all dies gehört zur Cyberkampagne der Mullahs gegen den iranischen Widerstand.
Dennoch sprechen staatliche Medien von „Untätigkeit“ des Staates angesichts des wachsenden Einflusses des iranischen Widerstandes und sagen: „Kulturbeamte liegen im Tiefschlaf.“ Ihre indirekten Aufrufe, die Zensur des Internet zu verstärken, zeigen, dass bisher die Maßnahmen des Regimes unwirksam geblieben sind oder sogar mitunter das Gegenteil von dem bewirkt haben, was sie bewirken sollten.