Sunday, November 27, 2022
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Ein gründlicherer Blick auf den Wassermangel im Iran und seine Ursache

Während der vergangenen Tage haben staatliche Medien des Iran und Funktionäre, aber auch westliche Presseorgane und Experten warnend auf den im Iran bestehenden katastrophalen Wassermangel hingewiesen.

In der Tat: Ein gründlicherer Blick auf die Krise zeigt, daß seine Ursache beim Regime liegt.

Am Montag, den 7. Juni 2021 schrieb die staatliche Tageszeitung „Arman“: „Die Krise des Wassermangels, das heiße Wetter und das Coronavirus haben die südlichen Provinzen des Iran in einen kritischen Zustand geführt.“

Die Zeitung räumt ein: „Diese Krise stellt sich darum als noch um so schwerer heraus, daß dem Abwasser-Unternehmen zufolge 210 Städte beim Zugang zur Wasserversorgung mit Schwierigkeiten zu tun haben. 100 von ihnen befinden sich, was die Versorgung mit Trinkwasser betrifft, in einem kritischen Zustand.“

Nach „Arman“ hatte es die im Süden des Iran gelegene Provinz Bushehr, „die in den vergangenen Tagen Temperaturen von mehr als 40° Celsius erlebt hat, schon seit drei Wochen mit häufigem Ausbleiben des Wassers zu tun; so viele Menschen leiden am Durst.“

Der Mangel an Trinkwasser in Khuzestan, einer südlichen Provinz des Iran

Es heißt in dem Artikel von „Arman“: „Seit dem Mai hatten die Bürger von Bushehr mehrere Male drei Tage lang kein Wasser. Örtliche Bewohner haben in den sozialen Netzwerken gegen diese Situation, die Mitte Februar begann, protestiert.“

Doch der Wassermangel beschränkt sich nicht auf Bushehr. Nach der Tageszeitung „Arman“ sprach Mojtaba Shojaie, der Gouverneur von Delgan im Süden von Sistan und Belutschistan, von einem Vater und Sohn, die aufgrund des Wassermangels das Leben verloren haben.

Er sagte der Tageszeitung „Arman“ zufolge: „In der heißen Wüste von Jazmourian in der Nähe des Dorfes Demitan auf der Ebene Chah Hashem wurden die Leichen eines 28 Jahre alten Vaters und seines sieben Jahre alten Sohnes entdeckt; sie hatten dort durch die Hitze ihr Leben verloren.“

Am Montag sagte Isa Kalantari, der Leiter der Umwelt-Organisation, der staatlichen Nachrichtenagentur „IMNA“ zufolge: „Unsere Priorität muß beim Wasser liegen. Die Wirklichkeit des Wasser-mangels ist noch beklagenswerter, als die Funktionäre sie beschreiben.“

Kalantari betonte: „Unser großes Problem liegt in dem Wassermangel. Viele von unseren Provinzen haben kein natürliches Wasser mehr. Trinkwasser muß dorthin durch Tankwagen gebracht werden.“

Am 1. Juni räumte die staatliche Website „Entekhab“ ein: „Als im Jahre 2019 der Regen zunahm, glaubten viele Fachleute, die lange Dürreperiode im Iran sei zu Ende. Doch durch die beträchtliche Abnahme des Regens in diesem Jahr ist die von der Dürre ausgehende Bedrohung noch größer geworden. Viele wissenschaftliche Studien zeigen, daß die Dürre und der geringe Regen die Ernten beiein-trächtigen.“

Die Tageszeitung „Arman“ räumte am Montag ein: „Im Jahre 2021 wird es im Iran zu einer Abnahme des Regens um 52%, einer Abnahme der von Dämmen geschätzten Trinkwasserreserven um 40% und in 250 Städten zu einer alarmierenden Situation der Wasserversorgung kommen. Dabei sind alle Anlagen, mit denen Wasser-Ressourcen gebraucht werden können, aktiv; manchmal werden bis zu 80% der Wasserressourcen ausgebeutet.“

 

Die Ursache des im Iran bestehenden Wassermangels

Es wird viel über die Frage spekuliert, weshalb der Iran einem solchen Wassermangel ausgesetzt ist. Doch die Hauptsache liegt in der Plünderungspraxis des Regimes.

Am 17. Mai sagte Kalantari gegenüber der offiziellen Nachrichten-agentur „IRNA“: In jedem Jahr wurden 20 Milliarden Kubikmeter der natürlichen Ressourcen und des Grundwassers entnommen; die Wasser-Ressourcen werden ausgebeutet. Aufgrund dieser Tendenz wird es auf 20 Jahre um den Berg Zagros keine Landwirtschaft mehr geben; die Wasserressourcen sind ausgeplündert worden.“

Die Waldbrände in den Forsten um den Berg Zagros im Iran und das Verhalten der Behörden dazu

Kalantari fuhr fort: „Wir verfügten über 500 Milliarden Kubikmeter natürlicher Wasserressourcen; davon waren 300 Milliarden salzig und 200 Milliarden süß. Wir haben diese 200 Milliarden verbraucht. Wir haben den Fluß des Wassers blockiert. Wir haben kein fließendes Wasser mehr.“

Nach den Fachleuten des Regimes werden die südlichen und östlichen Provinzen des Iran vollständig unbewohnbar und wüst werden, wenn der Wassermangel anhält. Mit anderen Worten: Es müßten annähernd 50 Millionen Iraner aus ihrem Land auswandern.

Am 2. Juni schrieb die staatliche Tageszeitung „Aftab-e Yazd“: „Die Bewohner von 40 – 50% der Bewohner von Sistan und Belutschistan wandern aufgrund der Dürre ein; ihre Dörfer verlieren ihre Bewohner. Die Absenkung des Landes ist im Iran 140mal so groß wie die durchschnittliche kritische Situation in der Welt. (?) Die Zunahme der in verschiedenen Teilen des Landes über das Wasser geführten Diskussionen geht auf den alarmierenden Mangel an Wasser zurück, doch niemand hört darauf.“

Warum werden die ländlichen Gebiete des Iran verlassen?

Im Iran werden 70% des Wassers für die Landwirtschaft, 22% für die Industrie und 8% als Trinkwasser und für die Hygiene gebraucht.

Aufgrund der Nachlässigkeit des Regimes und seiner Weigerung, die Landwirtschaft des Iran zu entwickeln, bewässern die Bauern des Landes ihre Felder immer noch mit unpassenden, veralteten Methoden. Es folgt, daß 80% des in der Landwirtschaft eingesetzten Wassers verloren gehen; das entsprechende Ausmaß dieses Wassers beträgt zwischen 54 und 55 Milliarden Kubikmetern im Jahr.

Hinzu kommt: Eine der Hauptursachen des im Iran bestehenden Wassermangels besteht in der unwissenschaftlichen Errichtung von Dämmen durch die Revolutionsgarden (IRGC) und ihre Scheinfirmen.
Das IRGC benutzt diese Dämmen zu militärischen Zwecken. Vor der Revolution von 1979 gab es im ganzen Iran nur 30 Dämme. Jetzt aber befinden sich nach der offiziellen Statistik des Regimes 1330 Dämme in verschiedenen Stadien der Operation, des Einsatzes, und der Prüfung.

Das IRGC hat aber nicht nur Dämme gebaut, sondern auch tiefe Brunnen gegraben. Vor der Revolution von 1979 gab es im Iran
36 000 Brunnen. Doch offizielle Bericht des Jahres 2015 sprechen von mindestens 794 000 Brunnen im Iran.

Diese unkontrollierte Ausbeutung des Grundwassers hat den Anteil des Salzes und des Sandes im Wasser zunehmen lassen und somit die Nahrungssicherheit gefährdet.

Dazu schrieb die staatliche Tageszeitung „Entekhab“ am 1. Juni: „Nahrungssicherheit ist eine der wichtigsten Komponenten menschlicher Sicherheit. Unsicherheit der Nahrung zerstört die Selbstachtung einer Nation; sie ist der Grundpfeiler der nationalen Entwicklung und Unabhängigkeit; sie verteuert kollektive Aktionen, indem sie die Ansammlung sozialen Kapitals zerstört.“ Eine weitere Gefahr des unkontrollierten Baus von Brunnen liegt in der verbreiteten Absenkung des Landes.

Und ein weiterer Faktor, der die Wasserknappheit im Iran vergrößert, besteht in dem Wasserverbrauch großer Fabriken und Konglomerate, die entweder dem IRGC oder anderen repressiven Organisationen des Regimes gehören.

Nach der Isfahaner Abteilung für Wasser und Abwasser verbraucht die Stahlfabrik in Mobarakeh – das größte Stahlwerk in der Provinz Isfahan – 27 Millionen Kubikmeter Wasser und fast 6% des gesamten Wassers der Provinz. Diese Fabrik gehört der Bassij-Miliz. Ein weiteres Beispiel ist der Bau einer petrochemischen Anlage in Khomeini, wo es aber überhaupt keine Ölquellen gibt, die einer petrochemischen Raffinerie bedürften. Dabei befindet sich Khomein in der Nähe der Wüste, und die petrochemische Industrie benötigt viel Wasser. Inzwischen müssen die Bewohner von Khomein um den Erwerb von Wasser kämpfen.

 

Worin liegt die Lösung?

Es gäbe mehrere Lösungen der iranischen Wasserkrise. Die erste, einfachste Methode läge in der Entwicklung eines landwirtschaft-lichen Systems im Iran – in der industrielle Umwandlung der Landwirtschaft des Landes mit einem Bewässerungssystem und dem dazu benötigen System des Drucks; es würde viel Wasser sparen. Auch die sofortige Beendigung des Baus von Dämmen und Grabens von Brunnen würde die Wasserkrise des Iran lösen.

In den Nachbarländern ist kein Fluß oder See, der auch nur saisonal begrenzt Wasser hätte. Das Wasser für solche Städte wie Dubai, die in der Wüste liegt, stammt aus dem Persischen Golf.

Doch solche Lösungen wären im Iran nur dann erreichbar, wenn das Land von einer populären, demokratischen Regierung geführt würde. Das Mullah-Regime plündert das nationale Vermögen und die nationalen Ressourcen zum Erwerb von Atomwaffen und Massen-vernichtungswaffen sowie zur Finanzierung des Terrorismus in der Region aus. Außerdem unterschlagen die korrupten Funktionäre des Regimes Miliarden Dollars und lassen für das Volk und Land nichts übrig.

Daher sehnen sich die Iraner nach dem Regime-Wandel; es ist in den vergangenen drei Jahre zu drei größeren Aufständen gekommen. Während seiner täglichen Demonstrationen skandiert das Volk: „Unser Feind ist hier; wenn sie sagen, es seien die USA, dann lügen sie.“