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Wahl im Iran 2021: Frühere politische Gefangene der MEK illustrieren die Verbrechen Ebrahim Raisis


Am Dienstag, dem 8. Juni, war eine Gruppe früherer iranischer politischer Gefangener, Mitglieder und Unterstützer der MEK bei einer Konferenz anwesend, die der Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) abgehalten hat, und illustrierten die Verbrechen der Kandidaten der Scheinwahlen für die Präsidentschaft, insbesondere von Ebrahim Raisi. Herr Hossein Abedini, der stellvertretende Direktor des Vertretungsbüros des NWRI im Vereinigten Königreich, hat diese Veranstaltung moderiert.
Diese früheren politischen Gefangenen waren persönlich Zeugen oder Opfer des Massakers von 1988 an politischen Gefangenen im Iran. Der Hauptkandidat für die Scheinwahlen für die Präsidentschaft ist Ebrahim Raisi, derzeitiger Justizchef des Iran, Mitglied einer seinerzeitigen Todeskommission. Raisi spielte eine entscheidende Rolle beim Massaker an mehr als 30 000 politischen Gefangenen, überwiegend Mitglieder und Unterstützer der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK).
In seiner Eröffnungsrede verwies Herr Abedini auf die Absicht des Obersten Führers des Regimes Ali Khamenei, seine Macht zu konsolidieren, indem er Raisi zum Sieger in den Wahlurnen macht.


„Der Iran steht vor einer grundlegenden Transformation bei den „Wahlen“ für die Präsidentschaft in diesem Jahr. Der Oberste Führer des Regimes Ali Khamenei hat einen großen Schritt unternommen, um seinen bevorzugten Kandidaten für die Präsidentschaft Ebrahim Raisi, den derzeitigen Justizchef, durchzusetzen“, erklärte Herr Abedini.
Herr Abedini erläuterte dann kurz dem Publikum die finstere Vergangenheit Raisis.
„Das iranische Volk kennt Raisi als den „Henker des Massakers von 1988“. Er war ein Schlüsseltäter des Mords an mehr als 30 000 politischen Gefangenen, von denen die überwiegende Mehrheit 1988 Aktivisten der Organisation der Volksmudschahedin des Iran oder der MEK waren. Außerdem hat er nicht einmal in der mörderischen Theokratie irgendein akademisches oder religiöses Zeugnis. Kurz: Raisi hat seinen ganzen Rang im Regime als Mörder mit steinernem Herzen erworben, der in den Reihen ignoranter Gauner aufgestiegen ist mit einer 40-jährigen Spur der Hinrichtungen und der Repression hinter sich“, so Abedini.
„Im Sommer und Herbst 1988 war er Mitglied der Todeskommission in den Gefängnissen Evin und Gohardasht. In der Todeskommission spielte Raisi die Rolle des Anklägers. Er diente Khomeini als Reparateur und erhielt besondere Aufgaben für die Säuberungen in anderen Provinzen, darunter Luristan, Kermanshah und Semnan. Khomeini hatte Raisi volle Autorität verliehen und sie waren an keine administrativen oder gouvernementalen Beschränkungen oder Anordnungen gebunden“, fügte Herr Abedini hinzu.
Ebrahim Raisi, Chefhenker im Regime, konkurriert um die iranische Präsidentschaft 12. Mai 2021

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Online Press Briefing: Criminal Record Of Candidates In Mullahs’ Sham Election Tuesday, June 8, 2021, 1400 CEST | 8:00 am EDT #BoycottIranShamElections #رئیسی_جلاد۶۷

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Nach Herrn Abedinis Rede teilten frühere politische Gefangene, die Raisis Verbrechen mit erlebt hatten, den Konferenzteilnehmern ihre Erfahrungen mit.
Die erste schockierende Zeugenaussage kam von dem MEK Mitglied Frau Faribah Goudarzi, die 1982 in Hamadan festgenommen worden war, als sie im neunten Monat schwanger war. Raisi war damals Ankläger in Hamadan.

„Schon in der ersten Stunde meiner Gefangenschaft wurde ich, obwohl es mir gesundheitlich nicht gut ging, in eine Folterkammer gebracht wie alle anderen Gefangenen. Ich war in einem Raum mit einem Bett in der Mitte und mit verschiedenen Kabeln unterschiedlicher Dicke auf dem Boden. Auf dem Boden war Blut, was zeigte, dass einige Gefangene dort gefoltert worden waren. Als ich mit einem Kabel ausgepeitscht wurde, waren 7-8 Leute in dem Raum. Einer von ihnen war dieser Verbrecher Ebrahim Raisi“, erzählte Frau Goudarzi.


„Eine Zeit lang wusste ich nicht, wer Raisi war, und dachte, dass er einer der brutalen Vernehmer war. Erst mit der Zeit fand ich heraus, dass diese Person der Ankläger am Gericht im Hamadan war. Von 1982 bis 1985 war er als Ankläger beim Gericht in Hamadan an Verhaftung, Folter und Hinrichtungen vieler politischer Gefangener beteiligt, besonders Unterstützern der MEK. Er richtete viele politische Gefangene hin und war damals auf dem Schauplatz anwesend, um die Urteile zu vollstrecken“, fügte Frau Goudarzi hinzu.
Laut Frau Goudarzi gehörten zu diesen Gefangenen: „Behjat Sadoughian, Fakhri Gholami, Mahnaz Sahrakar, ein 16-17jähriges Mädchen, das vor der Hinrichtung von Revolutionsgardisten vergewaltigt wurde, Mina Abdoli, Ali Ataei, Ahad Raisi, Behzad Afsahi, Hashem Salehi, Kamran Rafiei”.


Hossain Farsi, ein MEK Mitglied, das in den 1980er Jahren 12 Jahre im Gefängnis verbrachte, berichtete einige schreckliche Details über Raisis Rolle bei den Menschenrechtsverletzungen nach dem Massaker von 1988.
„Zwischen 1989 und 1996 gab es ein Sondergericht, dem Raisi und Hossainali Nayyeri angehörten, die ein vereintes Komitee bildeten und die Unterstützer der Mudschahedin zum Tode verurteilten und heimlich hinrichteten“, sagte Herr Farsi. Laut Herrn Farsi gehörten zu dem Opfern unter anderem: „Ata Nouri, Tayebeh Hayati, Zahra Niakan, Narges Khani – Behnam Majdabadi – Ahmad Khoda Bandeh Loui – Gholamreza Pour Eghbali, Houshang Mohammad Rahimi und in den darauf folgenden Jahren Abbas Navai, Siavash Varzesh Nema, Ala Mobasheri, Mehrdad Kamali”.
Wer ist Ebrahim Raisi, ein Kandidat für die Präsidentenwahl im Iran und ein Henker bei dem Massaker 1988 ?
Ein weiterer Sprecher bei dieser Konferenz war Nasrollah Marandi, ein Unterstützer der MEK, der mehr als ein Jahrzehnt in den Gefängnissen des Regimes verbracht hat.
„Am frühen Morgen des 6. August 1988 war es, als die Revolutionsgardisten kamen und mich in den Hauptkorridor des Gefängnisses oder den Todeskorridor brachten. Das Gohardasht Gefängnis hatte viele Zellen und Trakte und kleine Räume, die alle voller Gefangener waren, zumeist Unterstützer der MEK. Als ich in den Todeskorridor gebracht wurde, waren beide Seiten des Korridors voller Gefangener, die darauf warteten, vor die Todeskommissionen gestellt zu werden. Viele von ihnen kannte ich, die meine Freunde waren. Es war um die Mittagszeit, als ich selbst vor die Todeskommission kam, die aus Raisi, Morteza Eshraghi, Hossein Ali Nayyeri, Mostafa Pour-Mohammadi und Esmail Shushtari bestand“, erzählte Herr Marandi.
Herr Marandi forderte dann die Vereinten Nationen, die Vereinigten Staaten und Europa auf, „die Kandidatur Raisis zu verurteilen und öffentlich zu erklären, dass die Scheinwahlen des Regimes nicht anerkannt würden“.
Herr Mohammad Zand, ein Mitglied der MEK, das fast 12 Jahre in Gefängnissen des Regimes verbracht hat, war auch unter den Rednern in der Konferenz.
„Das Massaker im Gohardasht Gefängnis begann im August 1988. Zwei Tage davor, am Donnerstagabend wurden ich und ein paar andere Gefangene vorgeladen. Wir wurden gefragt, was unsere Anklagen seien. Wir gaben an, dass wir Unterstützer der Mudschahedin seien. Die Wärter schlugen uns brutal, so dass meine Rippen und auch mein Daumen brachen. Wir wurden dann in den Trakt zurückgebracht. Am Samstag riefen sie die gleichen Namen auf und nahmen fälschlich meinen Bruder Reza statt meiner“, so Herr Zand.
„Etwa zur gleichen Zeit wurden wir vor die Todeskommission gestellt. Ebrahim Raisi und Mullah Hosseinali Nayyeri, Mostafa Pour-Mohammadi sowie Morteza Eshraghi waren die Mitglieder der Todeskommission. Natürlich kannte ich Raisi nicht, den Henker des Massakers von 1988; als ich aber später sein Bild sah, erkannte ich, dass dieser Verbrecher Ebrahim Raisi ist. Die Todeskommission informierte mich, dass sie meinen Bruder hingerichtet hätten“, berichtete Herr Zand.
Herr Reza Shemirami, Unterstützer der MEK und früherer politischer Gefangener im Evin Gefängnis äußerte sich ebenfalls bei der Konferenz.
„Am 28. August 1988 kam einer der Wärter in die Einzelzelle des Schlafsaalgebäudes und brachte mich ins Ermittlungsgebäude des Evin Gefängnisses, um mit der Todeskommission zusammenzutreffen. Es gab eine große Zahl von weiblichen und männlichen Gefangenen, von denen ich viele kannte. Jeder und jede saßen auf dem Boden mit verbundenen Augen und einige standen in der Reihe vor dem Eingang zu dem Raum, wo die Todeskommission zusammengetreten war“, berichtete Herr Shemirami und fügte hinzu:
„Ich wurde von einem Wärter in den Raum der Todeskommission geführt. In dem Raum saßen vier Personen. Ich erkannte Mullah Nayyeri, der als Scharia Richter in der Mitte saß. Zu seiner Rechten saß ein Mann in Zivil, den ich nicht kannte, und das war Eshraqi, damals Ankläger der Islamischen Revolution. Zur Linken von Nayyeri saß ein Mann in der Kleidung des Klerus und mit weißem Turban, den ich auch nicht kannte, das war Mullah Pour-Mohammadi. Eine weitere Person saß hinter Pour-Mohammadi in Zivil, den ich damals nicht kannte, aber er war sehr aktiv und spielte eine ernste Rolle und spornte Mullah Nayyeri an. Damals dachte ich, er sei einer der Agenten des Ministeriums für Nachrichtendienste. Als ich aber später sein Foto sah, erkannte ich, dass er der Henker Mullah Raisi [Ebrahim Raisi] war“.
Ein weiterer Zeuge war das MEK Mitglied Mahmoud Royaie. Herr Royaie verwies hauptsächlich auf Raisis Rolle bei der Hinrichtung derer, die vor dem Massaker 1988 in Karadsch verhaftet und gefangen waren, als Raisi in Karadsch Ankläger war.
„Kayeh Nasari war einer der Angeklagten in Karadsch, die unter schwerer Epilepsie litten und er wurde durch die Folter gelähmt. Wenn er einen epileptischen Anfall hatte, schlug er mit dem Kopf und dem Gesicht hart auf den Boden, dabei wurde sein Gesicht jedes Mal verletzt. Im August 1988 wurde Kayeh vor die Todeskommission gestellt. Dort zeigte er Symptome der Epilepsie und der verbrecherische Kleriker Raisi verurteilte ihn zum Tode. Am gleichen Tag noch wurde Kayeh Nasari, der sein Strafmaß abgesessen hatte und der schon sein Gedächtnis verloren hatte, hingerichtet“, so Herr Royaie.
Herr Abedini, der diese Konferenz moderierte, schloss mit den Worten: „Khamenei hat keine andere Wahl, als die Reformisten-Hardliner-Show zu beenden und diejenigen im Westen vor den Kopf zu stoßen, die jahrzehntelang wegen dieses falschen Narrativs Appeasement vertreten haben”.
„Jetzt muss die Welt in dem iranischen Regime das sehen, was es ist. Raisi als Präsident signalisiert mehr Repression im Inland, mehr Terrorismus und Kriegstreiberei in der Region und eine noch intransigentere Haltung gegenüber dem Westen und der internationalen Gemeinschaft“, erklärte Herr Abedini.
Über Ebrahim Raisi wurde bei der Konferenz ein Dokument vorgestellt. Dieses Dokument kann hier heruntergeladen werden.