Wednesday, November 30, 2022
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Exilgruppe: Iranische Atomanlage muss untersucht werden

Mehdi AbrishamchiVon  ELAINE GANLEY (Agentures) – 03 Nov 2009
PARIS – Eine Exiliranische Gruppe rief die UN Atombehörde am Dienstag auf, keine Zeit damit zu verschwenden, eine verborgene Anlage in der Nähe von Teheran zu untersuchen, welche ihrer Meinung nach genutzt wird, um Atomsprengköpfe zu bauen.

Der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI), der politische Arm der Mojahedin von Khalq, sagt, dass die unterirdische Anlage östlich von Teheran liegt und dass sie aus einer Vielzahl von Tunneln besteht. “Alle Aktivitäten lassen auf den Bau von Sprengköpfen in diesem Netz von Tunnel hindeuten.” Die Gruppe behauptete schon im September auf einer Pressekonferenz, dass eine solche Anlage existiere. Sie sagten, dass sie seit Dienstag Details über die Konstruktion und ihre dort ausgeführten Arbeiten habe. Die Anlage wird nach Auskunft des NWRI als ein Forschungszentrum für Sprengstoffe deklariert (METFAZ), welches von iranischen Verteidigungsministerium betrieben wird.

Abrichamtchi sagt, dass die Gruppe glaubhafte Informationen aus zwei Quellen in den Revolutionsgarden und im Verteidigungsministerium habe, diese zwei Organisationen stehen ihren Aussagen nach hinter dem iranischen Programm zum Bau von Kernwaffen.

Abrichamtchi erklärt, dass die Tunnelkonstruktion für METFAZ und für eine Anlage in der heiligen Stadt Qom im Jahre 2000 begann. Iran machte die Existenz der Anlage in Qom in diesem Jahr öffentlich und die UN Inspektoren besuchten sie in der letzten Woche, machten ihre Ergebnisse aber nicht öffentlich.

Die Existenz einer verborgenen Anlage in der Nähe von Qom erhöhte die Besorgnis der USA, Frankreich und anderer westlicher Länder, dass der Iran seine Urananreicherung für den Bau von Atomwaffen fortsetzt. Der Iran behauptet, dass sein Atomprogramm rein friedlicher Natur ist und zur Deckung des Energiebedarfs dient.

Die Opposition bedauerte, dass die Instanzen bis zu diesem Jahr gewartet haben, wegen der Anlage in Qom zu handeln, obwohl sie ihre Existenz seit 2005 belegen können. In der Tat hielten die Mojahedin im Dezember 2005 eine Pressekonferenz ab, in der sie sagten, dass das iranische Regime ein Netzwerk aus Tunneln und unterirdischer Anlagen an 14 Orten baut, darunter auch Qom.

Abrichamtchi sagte, dass seine Gruppe die Existenz von METFAZ in einer Militäranlage in der Nähe der Stadt Sarjarian der internationalen Atomenergiebehörde mitgeteilt habe, aber bis jetzt keine Antwort bekommen hat.

“Wir hoffen, dass die internationale Agentur nicht wieder vier Jahre lang wie in Qom wartet, bis sie die Anlage besuchen und bevor die Mullahs genügend Zeit haben, vieles zu verdecken und zu vertuschen.”, sagte er. “Die Mullahs sind sehr nahe an der Bombe.”

Der NWRI hat eine gemischte Bilanz ihrer Informationen. 2002 veröffentlichten sie die Existenz von zwei Nuklearanlagen die dabei halfen, ein zwei Jahrzehnte lang andauerndes Atomprogramm aufzudecken. Andere so genannte Enthüllungen über Atomwaffenprogramme wurden bisher jedoch nicht öffentlich bestätigt.

Mit Diagrammen in der Hand, die “Orginale” aus dem Iran sein, sagt Abrichamtchi, dass Werkstätten in der METFAZ Anlage helfen, Sprengköpfe für Atombomben in einem Netz von Tunneln verborgen zu lassen. Drei vertikale Tunnel mit Eingängen in den Berghängen sind hinter zwei großen Lagerhäusern versteckt, sagt er.

Abrichamtchi beschreibt eine Zusammenarbeit von großen Firmen, die gemeinsam an der geheimen Anlage arbeiten, darunter auch in Qom. Er behauptet, dass die Tunnel von einer Firma mit dem Namen Qorb-e-Qaem gebaut werden, welche mit der technischen Sektion der Luftwaffe der Revolutionsgarden in Verbindung stünde.

Die Oppositionsgruppe rief die internationale Gemeinschaft zu einer klaren Position gegen das iranische Atomprogramm auf, erwähnt einen Boykott von Öl, Technologie und anderen kritischen Produkten.

Die in Wien sitzende UN Atomenergiebehörde wartet derweil auf eine Antwort aus Teheran zu dem Angebot, dass der Iran sein Uran im Ausland zur Weiterbenutzung anreichern lassen kann, ein Weg, der Sicherstellen würde, dass sie nicht genügend Material bekommen, um eine Atombombe zu bauen.

“Das Warten auf eine schriftliche Antwort ….ist wie einer Fata Morgana hinter zu rennen”, sagt Abrichamtchi.