NCRI – Elaheh Azimfar, Mitglied des Nationalen Widerstandsrates des Iran und dessen Vertreter bei den internationalen Organisationen, sagte dem britischen „Express“, die Schließung von Bekleidungsgeschäften durch das Mullah-Regime unter dem Vorwand, sie ‚entsprächen nicht den islamischen Regeln’, sei nur ein weiterer fragwürdiger Akt der gegen die Frauen im Iran gerichteten Repression. Es folgt der Text des Artikels, den „The Express“ am Samstag veröffentlichte:
The Express
DER ANGRIFF DES IRAN AUF DIE WESTLICHE KULTUR: Die Sittenpolizei überfällt Bekleidungsgeschäfte, um unislamische Kleidung zu verbannen
GESCHÄFTE, die ‚unislamische Bekleidung’ verkauften, wurden bei brutalen Patrouillen der Sittenpolizei im Iran überfallen und geschlossen.
Von KATE MANSFIELD
VERÖFFENTLICHT: Samstag, den 6. August 2016, 10. 45 Uhr
Bei einem Angriff auf westliche Kleidung wurden in der Islamischen Republik Fabriken und Läden angegriffen – nachdem ein führender Geistlicher auf bizarre Weise die Mode für die Austrocknung von Flüssen verantwortlich gemacht hatte.
Mindestens 15 Damenbekleidungsgeschäfte wurden in Hamedan von der Sittenpolizei geschlossen – ein neuer Angriff auf ‚ungebührliche Kleidung’.
In Isfahan (Zentraliran) wurden vier Fabriken und Geschäfte geschlossen.
Die islamischen Regeln des Betragens und der Kleidung werden in dem Lande streng anbefohlen; die Frauen sollen den Kopf bedecken, Hosen und lange Kleider oder Röcke tragen, die mindestens bis zur Mitte des Oberschenkels oder bis zum Knie reichen.
Die Fabrikanten wurden von Beamten angewiesen, ihre Schnitte zu ändern; der Schwarzmarkt mit ausländischer Kleidung sieht sich vor Nachfrageprobleme gestellt.
Die Nachrichtenagentur „Tasnim“, die mit den Revolutionsgarden des Regimes verbunden ist, berichtete von den repressiven Maßnahmen.
Ebrahim Khatabakhsh, Leiter des Bundes von Kleiderfabrikanten in Isfahan, erklärte: „Die Bekleidungsindustrie und –verteilung in Isfahan, die den Maßstäben der Islamischen Republik des Iran nicht entsprechen, sind Gegenstand der Auseinandersetzung.
Einige dieser Produktionsstätten wurden angewiesen, ihre Bekleidung der iranisch-islamischen Kultur anzugleichen. In diesen Tagen sieht man in Isfahan immer weniger eingeschmuggelte ausländische Kleidung.“
Die Sittenpolizei unternimmt überall in der Stadt Razzien und unangemeldete Inspektionen.
Herr Khatabakhsh sagte: „Zur Zeit werden vor- und nachmittags Inspektionen durchgeführt, bis alle Stadtviertel erfaßt worden sind.“
Der Nationale Widerstandsrat des Iran (NCRI), der für die Menschenrechte in der Islamischen Republik eintritt, hat diese Maßnahmen verurteilt.
Elaheh Azimfar vom NCRI sagte: „Die Schließung von Unternehmen der Herstellung und des Vertriebs von Bekleidung durch das religiöse Regime unter dem Vorwand: ‚den islamischen Regeln nicht entsprechend’ ist fragwürdig und nur ein weiterer Akt der gegen die Frauen im Iran gerichteten Repression.
Es ist wichtig zu erkennen, daß solche Handlungen mit dem Islam und seinen Maßstäben nicht das Geringste zu tun haben.
Die Wahrheit ist, daß das Regime, dem eine äußerst unzufriedene Gesellschaft gegenübersteht, keine andere Möglichkeit mehr sieht, als auf immer mehr Formen der Repression zu verfallen.
Obwohl die Repression gesteigert wird, wächst im iranischen Volk der Widerstand, besonders bei den Frauen und in der Jugend.
Un so kommt es, daß das Regime nach neuen Formen der Unterdrückung Ausschau hält; dabei sind Frauen seit je die vorgezogenen Opfer dieses fundamentalistischen Regimes.“
Dieser Angriff ist nur der letzte in einer Welle repressiver Maßnahmen im Iran.
Ein ranghoher Geistlicher behauptete, Frauen, die westlich gekleidet seien, trügen die Verantwortung für die Austrocknung von Flüssen; er wies die Polizei an, tätig zu werden.
Seyyed Youssef Tabatabi-nejad forderte die Sittenpolizei auf, unislamisches Betragen auszumerzen und beschuldigte die Medien, die Unbescheidenheit zu ermutigen.
Frauen, die sich unzureichend verschleiern, werden öffentlich gerügt.
In der vorigen Woche fuhr eine Gruppe von Frauen in der nordwestlich gelegenen Stadt Marivan, in der iranischen Provinz Kurdistan, Fahrrad.
Eine Reihe dieser Frauen wurde verhaftet; die übrigen mußten sich schriftlich verpflichten, nicht mehr öffentlich Rad zu fahren.
Augenzeugen erzählten, die Sicherheitskräfte hätten die Frauen, die einen sportlichen Wettkampf planten, informiert, nach einer neuen Richtlinie der Regierung dürften Frauen in der Öffentlichkeit nicht mehr Rad fahren.
Quelle: http:www.express.co.uk/news/world/697128/Iran-Western-crackdown-morality-police-raid-clothes-shops-ban-unIslamic-clothing
