Sunday, January 29, 2023
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Folter und Druck auf Bewohner von Camp Liberty wegen Wasserknappheit

Camp Liberty – Nr. 25

– Folter und Druck auf die Bewohner von Camp Liberty wegen Wassermangel und Verzögerung des Anschlusses an das Wassernetz auf Kosten der Bewohner
Erzwungener Umzug der fünften Gruppe nach Camp Liberty würde die Wassersituation noch kritischer machen und ist absolut inakzeptabel

NWRI – 65 Tage sind seit dem Umzug der ersten Gruppe von Bewohnern nach Liberty vergangen und das Problem der Wasserversorgung ist weiterhin ungelöst, doch die Anzahl der Bewohner steigt ständig und wird dadurch immer schwieriger. Die irakische Regierung hat die Bewohner quasi von der Wasserversorgung abgeschnitten und dies ist ein Tatbestand der Folter, mit dem Ziel, Druck auf sie auszuüben.

Die einzige Wasserquelle für Camp Liberty ist ein Wasserhydrant, der sich 12 km vom Camp entfernt befindet. Sowohl Bewohner aus der Region als auch Firmen vom nahegelegenen Flughafen und Regierungsbehörden nutzen das Wasser von diesem Hydranten, daher muß der Tanker vier Stunden lang warten und dann noch einmal am Eingang von Liberty einige Stunden verharren. Oft kommt es vor, das eine Wasserlieferung so mehr als sieben Stunden dauert!

Die Bewohner können unter diesen Umständen kaum den Wasserbedarf für 1600 Menschen decken, zumal es eine limitierte Anzahl von Tankern aus Ashraf und gemieteten Fahrzeugen gibt. Die irakischen Truppen haben unter verschiedenen Gründen die Wassertanker am Zugang gehindert und so kommt nicht einmal das Minimum an Wasser in das Camp, welches die Menschen benötigen.
 
Seit der Ankunft der vierten Gruppe von 400 Menschen in Liberty hat sich die Notsituation verschlimmert und die Wasserrationierung betrifft nun auch das Waschen von Wäsche und anderer Dinge.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Einwohner im Irak ist 400 Liter, in den USA beträgt er 600 Liter und in Australien und Europa 300, weil es regelmäßige Regenfälle gibt. Das irakische Komitee zur Unterdrückung von Ashraf hat 200 Liter pro Person angesetzt, doch aufgrund all der genannten Gründe, kommt es so einem Durchschnittswert von 170 Liter, zu denen noch Bäckereien, Herstellung von industriellem Eis, die Reinigung der großen Müllcontainer und der Mülllaster hinzu zählen, die in einer Durchschnittsberechnung sonst nicht enthalten sind. Der wahre Verbrauch pro Person beträgt 150 Liter, was rund ein Drittel des Verbrauchs der Einwohner des Irak ist. 

Die Bewohner von Liberty haben das Problem der Wasserversorgung mehrfach den Vertretern der irakischen Regierung, UNAMI und der US Botschaft mitgeteilt und praktische Lösungen und ihren Willen zur Kostenübernahme angeboten. Eine Lösung des Wasserproblems wäre der Anschluß an das zentrale Wassernetz der Stadt, eine Leitung liegt nicht einmal 1500 Meter vom Camp entfernt. Die Vertreter der irakischen Regierung lehnten dies ab, um das Problem durch Verzögerungen weiter am Laufen zu halten. Das Ziel ist eindeutig Folter und eine Schikane gegen die Bewohner von Liberty.

Unter diesen untragbaren Bedingungen ist die erzwungene Umsiedlung der fünften Gruppe von Ashraf nach Liberty inakzeptabel und sie macht die Situation nur noch schlimmer und noch unerträglicher. Der Umzug weiterer Gruppen nach Liberty vor der Lösung dieses Problems ist inhuman, ungesetzlich und kriminell.

Der iranische Widerstand macht den UN Generalsekretär, den Sonderbeauftragten des Generalsekretärs, den Hochkommisar für Flüchtlinge und die US Regierung auf die kritische Situation der Wasserversorgung in Liberty aufmerksam und ruft zu einem sofortigem Eingreifen auf, um die Wasserversorgung zu gewährleisten und weitere Umzüge zu stoppen, bis das Problem gelöst ist.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
24. April 2012