Saturday, December 10, 2022
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Fünfzehn Jahre Gefängnis, Beschlagnahmung des Hauses und Eigentums und Desintegration der Familie für den Vorwurf der Unterstützung der MEK


Hassan Sadeghi und seine Frau Fatemeh Mosanna wurden am 28. Januar 2013 mit ihren Kindern von den Sicherheitskräften des iranischen Regimes in Teheran bei einer Familienfeier für das Begräbnis seines Vaters verhaftet.
Hassan Sadeghi und seine Frau Fatemeh Mosanna wurden am 28. Januar 2013 mit ihren Kindern von den Sicherheitskräften des iranischen Regimes in Teheran bei einer Familienfeier für das Begräbnis seines Vaters verhaftet. Ihre Tochter wurde drei Tage später freigelassen und ihr minderjähriger Sohn wurde nach etwa eineinhalb Monaten aus dem Gefängnis entlassen.
Hassans Vater Gholam Hussain Sadeghi war ein Mitglied der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK). Er starb in einem Krankenhaus in Bagdad im Januar 2011. Hassan und Fatemeh lebten im Iran und waren politisch nicht aktiv. Sie wurden nur dafür festgenommen, dass sie ein Begräbnis für Hassans Vater begingen. Ihr Haus und ihr Eigentum wurden beschlagnahmt und sie wurden zu 15 Jahre Gefängnis verurteilt.
Am 19. August 2020 wurde Fatemeh Mosanna ins Taleghani Krankenhaus in Teheran gebracht, nachdem sich mehrere gesundheitliche Probleme bei ihr verschlimmert hatten. Frau Mosanna wurde mit Handschellen an das Bett im Krankenhaus gefesselt und der Zugang zu ihren Angehörigen wurde ihr verweigert. Ihre Kinder reisten ins Krankenhaus, erhielten aber keine Erlaubnis, sie zu besuchen. Zwischen Januar 2019 und heute konnte sich Fatemeh nur dreimal mit ihrem Mann im Rajai Shahr Gefängnis in Karadsch treffen.
Fatemeh Mosanna und Hassan Sadeghi wurden vom Zweig 26 des Revolutionsgerichts durch den Richter Ahmadzadeh beide zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil ihnen „Moharebeh“ oder „Wagen des Kriegs gegen Gott“ dadurch vorgeworfen wurde, dass sie die MEK unterstützt hätten. Das gleiche sogenannte Gericht hat die Beschlagnahmung des Eigentums der Familie angeordnet und das Hauptquartier für die Ausführung der Direktiven des Imam hat im Februar 2019 Herrn Sadeghis Geschäft beschlagnahmt. Das Haus wurde im April 2020 beschlagnehmt.
Das Hauptquartier für die Ausführung der Direktiven des Imam ist eine der Institutionen unter der Kontrolle des Obersten Führers des Regimes Ali Khamenei, die über 60 Prozent des Nationaleinkommens verfügen.
Fatemeh Mosannas Verhaftung im Jahr 2013 war nicht die erste ihrer Art. Schon als sie 13 Jahre alt war, wurde sie zusammen mit ihrer Mutter festgenommen und beiden wurde das Wagen des Krieges gegen Gott durch die Unterstützung der MEK zur Last gelegt. Ihre drei Brüder wurden wegen des gleichen Vorwurfs in den 1980er Jahren hingerichtet, ebenso die Frau eines ihrer Brüder.
Die Familie Sadeghi ist nur eine von Tausenden, die praktisch aufgelöst wurden, weil bestimmte Personen ins Gefängnis kamen und gefoltert und hingerichtet wurden für die Unterstützung der MEK. In den letzten vier Jahrzehnten haben die inhumanen Maßnahmen des Kleriker Regimes eine solche Atmosphäre des Terrors in der Gesellschaft geschaffen, dass es niemand wagt, sich der MEK zu nähern und Sympathie für sie zu äußern. Gleichzeitig propagieren das Regime und seine Lobbys außerhalb des Iran die Darstellung, dass die MEK keine Basis in der Bevölkerung innerhalb des Iran habe.
Trotz alledem sind die MEK und ihre Widerstandseinheiten klar in der iranischen Gesellschaft präsent mit täglichen Aktivitäten, die die breitgestreute Unterstützung der Gruppe in der Bevölkerung demonstrieren. Bei den Massenaufständen in den Jahren 2018 und 2019 haben der Oberste Führer Ali Khamenei und einige führende Amtsträger des Regimes ausdrücklich die Rolle der MEK und ihrer Widerstandseinheiten bei dem Voranbringen und bei der Organisation der Proteste eingeräumt.
Aber zugleich haben die Amtsträger versucht, die Gangbarkeit der MEK vor der internationalen Öffentlichkeit zu verbergen durch das Betreiben einer Dämonisierungskampagne in großem Stil, bei der Söldlinge des Ministeriums für Nachrichtendienste als Verwandte von Mitgliedern des MEK auftraten. Das Ziel dabei war, die eigenen Söldlinge in das albanische Hauptquartier der Gruppe zu schicken, wobei sie getarnt waren als Familienangehörige von MEK Mitgliedern und die Aufgabe hatten, Informationen für mögliche terroristische Operationen gegen die MEK zu sammeln. Dazu hat eine „Rescue Association“ [Rettungsorganisation], die mit dem Ministerium für Nachrichtendienste verbunden ist, mehrere Petitionen an albanische Behörden geschickt, die von „Angehörigen“ von MEK Mitgliedern unterzeichnet war und Visa für diese „Angehörigen“ beantragt hat.
Unter anderem heißt es in einer Erklärung der „Rescue Association“: „Am Montag, dem 20. April 2020, wurden Bemühungen unternommen, Unterschriften zu sammeln für ein Schreiben an die Regierung und das Außenministerium in Albanien, in dem Visa für Angehörige beantragt wurden für einen Besuch der ihnen Nahestehenden… In der zweiten Woche wurden Vertreter der Rescue Association in 27 Provinzen des Landes aktiv. Es gab Unterschriften aus verschiedenen Städten des Iran und sogar aus anderen Ländern“.
Die wohlmeinende Erklärung des Regimes für diese Aktivitäten ist natürlich absurd und besteht aus blanken Lügen. Es ist nicht vorstellbar, dass das Regime Sympathie für Familienangehörige von MEK Mitgliedern hegt oder ein Interesse daran haben sollt, dass sie wieder miteinander vereint werden, wenn man in Betracht zieht, dass bei den wirklichen Angehörigen Häuser und Eigentum beschlagnahmt worden sind und dass sie zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurden nur für die Ausrichtung einer Begräbnisfeier für einen nahen Verwandten, der die MEK unterstützt hatte.