In diesem Sommer vor einhundert Jahren war der deutsche Reichskanzler schockiert und bestürzt, als der englische Botschafter ihm die Nachricht übergab, dass sein Land den Krieg erklärt habe. Deutschland war in Belgien eingefallen,
obwohl Deutschland vertraglich diesem Land die Unabhängigkeit zugesichert hatte. Der Reichskanzler war aus der Fassung gebracht. Er sagte, er könne nicht glauben, dass England in den Krieg ziehen werde wegen „einem Stück zusammen geknülltem Papier“.
In diesem Sommer sind die Amerikaner nicht so sehr kriegsmüde wie auf der Hut vor dem Krieg. Wir wollen sicher keine neuen Verwicklungen im Mittleren Osten. Aber wir wissen, dass große Nationen ihr Wort halten. Wenn sie ihr Wort nicht halten, hören sie auf, große Nationen zu sein.
In Camp Liberty im Irak haben wir die Situation, dass dort 3000 Flüchtlinge festgehalten werden, die alle Gegner des brutalen Regimes der Mullahs in Teheran sind. Diesen Flüchtlingen wird gesagt, sie sollten ihre Bindungen an eine Gruppe mit dem Namen MeK abbrechen, ehe man sie für ein Asyl in den USA oder in Europa in Betracht ziehen könne. Es wird ihnen befohlen, ihrem Glauben abzuschwören.
Aber es waren ihr Glaube und ihre Loyalität zu den MeK (Mojahedin-e-Khalq), die viele dieser iranischen Dissidenten dazu gebracht haben, ihr Leben zu opfern. Diese Verpflichtung hat die irakische Regierung von Nuri al-Maliki veranlasst, mehrmals diese entwaffneten iranischen Widerstandskämpfer anzugreifen.
Die MeK standen eine Zeit lang auf der schwarzen Liste der Terrorgruppen in Ihrem eigenen Außenministerium. Zahlreiche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass diese Kategorisierung das Resultat einer ausgedehnten Kampagne der Fehlinformation war, die von den Mullahs in Teheran im Westen durchgeführt worden war. Es sind die Mullahs, die in Wahrheit der führende Exponent des Terrorismus in der Welt sind. Aber angetrieben von ihren Öleinkünften, können sie hier gutgläubige Journalisten bestechen oder bezirzen. Die MeK wurde von der Liste der Förderer von Terrorismus heruntergenommen. Aber die Obama Administration blockiert weiterhin die Ansiedlung eines jeden dieser iranischen Widerstandskämpfer in die USA.
Zur Vorbereitung auf einen Kongress der iranischen Widerstandsbewegung, der vor kurzem in Paris stattfand, sind achtunddreißig angesehene Amerikaner zusammengekommen, um einen gemeinsamen Brief an Präsident Obama zu unterzeichnen. Wir haben mit allem Respekt den Präsidenten gebeten, den Gesetzesentwurf H.R. 3707 zu unterstützen und ihn zu unterzeichnen, wenn er ihm vorgelegt wird.
Unser gemeinsamer Brief grenzte an ein Wunder. Zu seinen Unterzeichnern gehören Demokraten, Republikaner, Liberale, Konservative, höhere Militäroffiziere im Ruhestand und viele Experten für nationale Sicherheit und Heimatschutz.
In diesen Tagen des Verkehrsinfarkts in Washington sagt man, Sie können keine zwei Parteien zur Übereinstimmung über den gestrigen Wetterbericht zusammenbekommen. Aber in unserem Gemeinsamen Brief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten haben wir als Unterzeichner uns über alle Flügel und Parteigrenzen hinweg die Hände gereicht.
Wir möchten, dass Präsident Obama sein eigenes Wort und unser Wort an diese Dissidenten in Camp Liberty in Ehren hält. Es ist die bittere Wahrheit, dass diese Flüchtlinge ihre Zustimmung zur Entwaffnung gegeben haben gegen ein Zeugnis der Einstufung als Geschützte Personen, dass ihnen von den Vertretern der Besatzungsmacht USA im Irak gegeben wurde. Jetzt wurden nach dem Rückzug der US Truppen einige von eben diesen Geschützten Personen von Nuri al-Malikis von den USA ausgebildeten Eliteeinheiten umgebracht.
Der Zweck von H.R. 3707 besteht darin, einem Teil – sicher nicht allen, nicht einmal der Mehrheit – der 3000 iranischen Dissidenten zu erlauben, hierher umgesiedelt zu werden. Wenn die USA ja sagen zu diesem fairen Anteil an diesen Opponenten des Regimes der Mullahs, können wir Europa dazu drängen, den größeren Teil von ihnen aufzunehmen.
Es geht dabei nicht um eine Maßnahme der Sozialhilfe. Die meisten dieser Opponenten des Regimes sind gut ausgebildet und bringen Fähigkeiten mit, die für uns von Nutzen sein können. Mehr als das, sie können lebenswichtige Informationen darüber mitbringen, was es mit dem iranischen Atomprogramm auf sich hat und über die Terrornetzwerke dort. Wenn wir den iranischen Flüchtlingen Gerechtigkeit widerfahren lassen, können wir selber davon profitieren. Im Jahr 1939 hat Albert Einstein einen Brief an Präsident Roosevelt geschrieben, in dem er ihn alarmiert hat in Bezug auf die Gefahr durch Hitler und seine Fähigkeit, Nuklearwaffen zu entwickeln. FDR hat sich an seinen militärischen Berater gewandt, General Edwin „Pa“ Watson und gesagt: „Pa, hier muss gehandelt werden“. So wurde Amerikas nukleare Abschreckung geboren.
Albert Einstein war gezwungen, vor Hitlers brutalem Regime des Judenhasses zu fliehen. Wir haben ihm Asyl gewährt und es war ein Segen für uns Amerikaner, dass wir so gehandelt haben. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere feierlichen Versprechen, unsere Zertifikate für Geschützte Personen, die in gutem Glauben abgegeben und von den Iranern angenommen wurden, ein einfaches „Stück zusammen geknülltes Papier“ werden. Das Wort Amerikas muss respektiert werden. Indem wir einer gewissen Zahl von iranischen Widerständlern gegen die Mullahs Asyl geben, könnten wir herausfinden, dass wir uns selbst durch Erbarmen und Gerechtigkeit genützt haben.
Ken Blackwell ist Mitherausgeber von Townhall.com und hochrangiges Mitglied im Family Research Council und in der American Civil Rights Union, außerdem ist er im Vorstand des Becket Fund for Religious Liberty.
