Saturday, December 10, 2022
StartNachrichtenAtomprogrammHochrangiger Atomwaffenoffizier Ansprechpartner der IAEA bei der Inspektion der Anlage in Parchin

Hochrangiger Atomwaffenoffizier Ansprechpartner der IAEA bei der Inspektion der Anlage in Parchin

Eine Enthüllung des NWRI 

NWRI – Dem iranischen Regime wurde erlaubt, seine eigenen Inspekteure bei der Untersuchung einer Anlage einzusetzen, welche Atomwaffen herstellen soll. Dies soll durch ein geheimes Abkommen mit der UN Agentur durchgesetzt worden sein,

schreibt The Associated Press am Montag. Normalerweise tun dies Inspekteure der UN Agentur. Bisher wurde jedoch wenig darüber berichtet, wer eigentlich der Mann ist, der im Namen von Teheran dieses Dokument unterschrieben hat. 

Ali Hosseini-Tash, General der Revolutionsgarden (IRGC) und früherer Verteidigungsminister sowie einer der Schlüsselfiguren im iranischen Atomwaffenprogramm, ist der Ansprechpartner für die Inspektionen von Parchin, einer der suspektesten Anlagen im Bereich des Baus von Kernwaffen. Hosseini-Tash ist zudem einer der bekanntesten Vertreter im iranischen Atomwaffenprogramm. In seiner Funktion als Verteidigungsminister und stellvertretender Verteidigungsminister im Zeitraum von Februar 2004 bis September 2005 überwachte er die Organisation, die für das Atomwaffenprogramm zuständig ist. Zu dieser Zeit hieß die Organisation noch Zentrum für die Entwicklung fortschrittlicher Verteidigungstechnologie. 

Am 19. November 2004 deckte auf einer Pressekonferenz in Paris der iranische Widerstand bereits auf, dass der Brigadegeneral und stellvertretende Verteidigungsminister Ali Hosseini-Tash zusammen mit Mohsen Fakhrizadeh das Atomwaffenprojekt leitete und dass er gemeinsam mit Nader Maghsoudi an einem Biowaffenprojekt arbeitete. Hosseini-Tash leitete damals die Erkenntnisse und Ergebnisse direkt an Ali Shamkhani weiter, der zu dieser Zeit Verteidigungsminister war. 

Parchin ist eine der wichtigsten Anlagen des Zentrums für Entwicklung fortschrittlicher Verteidigungstechnologie. Saeed Borji, ein Vertrauter von Mohsen Fakhrizadeh und Experte für Sprengstoff, war zentraler Leiter dieser Organisation. Er stand in direktem Kontakt mit dem ukrainischen Experten Vycheslav V. Danilenko, welcher die Konstruktion und den Bau von Sprengkammern in Parchin leitete. Borji war der Leiter des „Zentrums für Sprengstoffe und Forschung von Sprengtechnologien (in Farsi unter METFAZ bekannt)“, einer Unterabteilung der Organisation für defensive Innovation und Forschung (SPND), welche aktuell das Atomwaffenprogramm leitet. Danilenko teilte seine Erfahrungen mit Borji. Als Parchin für diese Experimente benutzt wurde, überwachte Hosseini-Tash direkt die Organisation, die an dem Atomwaffenprogramm arbeitete.

„Ali Hosseini-Tash ist ein hochrangiger Kommandeur der Revolutionsgarden und er war viele Jahre an neuen Atombombenprojekten Teherans beteiligt. Er ist sehr gut über jedes Detail des Atomwaffenprogramms informiert und kennt sehr gut seine Schwachstellen und wie man diese vertuscht“, sagte Shahin Gobadi vom Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) mit Sitz in Paris. 

„Teheran die Erlaubnis zu geben, Parchin zu inspizieren und die Ergebnisse an die IAEA weiter zu reichen, ist so, als würde man einem Mörder erlauben, sein eigenes Verbrechen zu untersuchen und dann relevante DNA an die Polizei weiter zu leiten“, sagte er am Samstag. 

„Diese Nebenabsprachen unter dem Vorwand der Geheimhaltung solcher Abkommen zwischen der IAEA und dem Regime unter Verschluß zu halten, blockiert nicht nur eine unabhängige Überprüfung der Durchführbarkeit des Prozesses, sondern es gibt vor allem dem Regime die Möglichkeit, weiterhin über die militärischen Dimensionen des Atomprogramms zu täuschen und diese zu vertuschen.“

„Dass ein Vertreter der Arbeit am Atomwaffenprogramm nun die Inspektionen in Parchin leitet, macht deutlich, dass Teheran kein ernstes Interesse daran hat, Transparenz und Bestätigung zu liefern, sondern es wird weiterhin durch Täuschung, Leugnung und ein falsches Spiel über die Vergangenheit seines Atomwaffenprogramms der letzten zwei Jahrzehnte agieren“, ergänzte Gobadi. 

Der NWRI hatte auf einer Pressekonferenz am 28. April durch Mohammad Mohaddessin, den Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des NWRI, die Rolle von Hosseini-Tash im Atomwaffenprogramm zum ersten Mal aufgedeckt.