Tuesday, November 29, 2022
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Im Trakt 7 des Evin Gefängnisses wurden 60 Gefangene getötet oder verletzt


Iran Protest-Nr. 59
Sechs verletzte politische Gefangene wurden im Trakt 8 identifiziert
Das widersprüchliche und lachhafte Narrativ des Regimes über den Vorfall im Evin Gefängnis
Laut Augenzeugen war es so, dass am Abend des 15. Oktober, als die Gefangenen von Trakt 7 und 8 im Evin Gefängnis an der frischen Luft waren und damit anfingen, zu skandieren: „Tod für Khamenei“ zur Unterstützung des Aufstandes, woraufhin die Kräfte der Spezialgarde das Gefängnis stürmten und wehrlose Gefangene mit Stöcken angriffen, Tränengas versprühten und scharfe Munition und Schrot verwendeten.

Fünfzig Gefangene wurden aus dem Trakt 8 herausgenommen, wo politische Gefangene gehalten werden. Fünfzehn von ihnen kamen ins Gefängniskrankenhaus wegen der Schwere ihrer Verletzungen und der Rest wurde ins Gohardasht Gefängnis und an andere unbekannte Orte. gebracht
In Trakt 7 setzten Gefangene ihre Decken in Brand, um sich vor dem Tränengas und der dadurch verursachten Erstickung zu schützen. Zugleich wurden die Prügel gegen die Gefangenen verstärkt und die Kämpfe zwischen den Gefangenen von Trakt 8 und den Wärtern wurden heftiger.

Laut einem Augenzeugen brachten die Wärter 11 Unterstützer der PMOI/MEK aus dem Trakt 8, während die anderen Unterstützer weiter unter Feuer standen. Einige der Gefangenen, die von Kugeln und von Schrot getroffen wurden, sind Mehdi Vafa’i, Meysam Dehbanzadeh, Hossein Kayhan, Sepehr Imam Dschum’e, Reza Qalandari und Seyyed Dschavad Seyyedi.

Am Sonntagmittag blieben die Kugeln in den Rümpfen und Beinen einiger Gefangener und einige von ihnen wurden an beiden Beinen mit Kugeln getroffen. Sie wurden mit Stöcken verprügelt, geschlagen und gestoßen auch nach den Schüssen auf sie.

Laut den anderen Augenzeugen fing Trakt 7 vollständig Feuer und mehr als 60 Gefangene wurden von Gewehrschüssen getötet oder verwundet. Es wurden Geschosshülsen an der Stelle gefunden oder gesehen.

Laut einem anderen Bericht aus Trakt 4, wo normale und politische Gefangene, darunter PMOI/MEK Unterstützer, gehalten werden, brachen die Gefangenen die Türen auf und gelangten unter Tränengas und Gewehrfeuer nach draußen.

Die Zusammenstöße, das Skandieren und das Einschlagen auf die Gefangenen dauerten an bis 1:30 Uhr nachmittags Ortszeit. Agenten in Zivil und IRGC Truppen umzingelten die Gefängnisgänge und schossen unterschiedslos auf die Fenster, um das Entkommen von Gefangenen, die aufs Dach geklettert waren, zu verhindern.

Zur gleichen Zeit nahmen die Agenten des Regimes Häuser und Fenster und alle Stellen, wo die Slogans zu hören waren, mit scharfer Munition, Kugeln und Tränengas ins Visier.

Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) rief die Vereinten Nationen, den Hohen Kommissar für Menschenrechte, den Menschenrechtsrat und andere Menschenrechtsorganisationen auf, eine internationale Ermittlungskommission zusammenzustellen, die sobald wie möglich das Evin Gefängnis zusammen mit einem Vertreter des Iranischen Widerstands besucht, um die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begutachten.

Wenn das Regime behauptet, es sei kein einziges Verbrechen begangen worden, sollte es den Besuch einer solchen Kommission akzeptieren.

Frau Rajavi äußerte ihren Dank an die Menschen in Teheran, die den Gefangenen in Evin am Samstagabend zu Hilfe geeilt sind und erklärte, dass das Regime, wenn es diese Aktion nicht gegeben hätte, nichts ausgelassen hätte, um die Gefangenen umzubringen, wie es das 1988 getan hat.

Die Behörden und die staatlichen Medien haben widersprüchliche Narrative veröffentlicht, um dieses Massenverbrechen zu vertuschen. In einem lachhaften Bericht vom Sonntag, dem 16. Oktober, schrieb die mit dem IRGC verbundene Nachrichtenagentur Fars: „Einige Gefangene versuchten zu entfliehen.

Sie betraten ein Minenfeld an der Nordseite des Gefängnisses, die hügelig ist. Es wurde erzählt, dass der Lärm der Explosionen im Zusammenhang damit zu hören war“. Eine informierte Quelle äußerte gegenüber Fars: „Bei dem Ereignis in der vergangenen Nacht im Evin Gefängnis ging kein Gefangener ins Minenfeld“.
Tasnim, eine andere staatliche Nachrichtenagentur, die mit der Quds Armee des IRGC verbunden ist, schrieb auch am 16. Oktober: „Vier Gefangene starben an Rauchvergiftung, die durch das Feuer entstanden ist, und 61 Gefangene wurden auch verletzt.

Die meisten der verletzten Gefangenen wurden in einer Ambulanz behandelt und nur 10 von ihnen kamen ins Krankenhaus, vier von ihnen sollen in einem bedrohlichen Zustand sein“.

Gleichzeitig zeigt die Aussage von Akbar Hashemi Rafsandschanis Sohn Yaser Hashemi über die Freilassung seines Bruders Mehdi, dass das Feuer im Evin Gefängnis absichtlich gelegt worden ist.

Yaser Hashemi sagte in einer Botschaft aus dem Clubhaus am 16. Oktober: „Mehdi hat alle zwei Wochen mittwochs einen Urlaubstag und er kehrt freitags ins Gefängnis zurück. (In dieser Woche) ließen sie Mehdi einen oder zwei Tage früher heraus und als er am Freitag zurückkommen wollte, sagten sie ihm, das solle er nicht tun …

(irgendwie), wie er sagte, dachte ich: Gott verzeihe mir, vielleicht ist meiner Mutter etwas zugestoßen, dass sie mir sagen, ich solle nicht dorthin gehen…

Mehdi war im Trakt 7 und mir scheint, dass die Gefängnisverwaltung wusste, dass etwas passieren würde, wenn er am Freitag zurückkommen würde, sie sagten ihm, es sei nicht nötig, dass er zurückkommt.. Es erschien ihm seltsam, was da los war. Später fand er heraus, dass sie Informationen hatten, (dass da etwas passieren werde)“.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI)
16. Oktober 2022