Wednesday, December 7, 2022
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Implikationen der Öl – Lieferungen vom Iran nach Libanon

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Archivfoto

Vor einigen Tagen gaben Vertreter aus dem Libanon bekannt, dass sie die dritte Lieferung mit Öl aus dem Iran erhalten haben. Der Iran hingegen leidet in der Covid-19 Krise an mehreren Stromausfällen. Doch warum? Erhöht all das nicht nur die Wut in der Gesellschaft und verschärft dies nicht die internationale Isolation für das Regime?
Am 19. August berichtete AP:“ Der Anführer der militanten Hisbollah Miliz sagte am Donnerstag, dass „innerhalb der nächsten Stunden“ ein Öltanker aus dem Iran in Richtung Libanon starten wird. Dies war die erste Öllieferung aus dem Iran nach Libanon.
AP ergänzte, dass „die Lieferung, die durch die vom Iran unterstützte Hisbollah organisiert wurde, gegen die US Sanktionen verstößt“.
„Die Islamische Republik ist bereit, ein Kraftwerk im Libanon zu bauen“, sagte am Freitag Mohammad Javad Firouznia, der Botschafter des Regimes im Libanon, gegenüber der staatlichen Barkat News. „Die Kosten kommen aus den Taschen des iranischen Volkes, welches zeitgleich an massiven Stromausfällen leidet und ernste Probleme für Leben und Wohlergehen hat.“, ergänzt Barkat News. Doch anstatt die iranische Krise mit den Stromausfällen zu lösen, gab das Energieministerium des Regimes bekannt, dass es sich um „geplante Ausfälle“ handelt.
Das Regime behauptet, dass es nicht genug Öl für die Kraftwerke hat und daher Heizöl nutzt, was zu Luftverschmutzung führt und ergänzt dabei, dass die folgenden Atemprobleme viele Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind, zusätzlich belasten.
Die ständigen Stromausfälle im Iran stören das tägliche Leben der Menschen und lassen die Covid-19 Todeszahlen steigen, weil die Beatmungsgeräte dann nicht mehr funktionieren. „Laut Dr. Hamid Emadi, dem Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten im Chomeini Krankenhaus, haben die Stromausfälle die Patienten, die mit Covid-19 behandelt werden, vor weitere Probleme gestellt. Die meisten Behandlungen dieser Patienten erfolgen über Sauerstoffgeräte“, gab am 24. Mai die staatliche Zeitung Jahan-e Sanat zu.
Hinzu kommt, dass die Menschen während der Sommerzeit durch die Stromausfälle mehr mit der Hitze zu kämpfen haben.
Die ständigen und extremen Stromausfälle im Iran haben folgende Faktoren:
1. Das Regime nutzt eine Menge Elektrizität, um Cryptowährungen wie Bitcoin zu generieren.
2. Das Regime exportiert Strom ins Ausland, um Einkommen zu erwirtschaften
3. Das Regime sagt, es hat nicht genug Öl für die Kraftwerke und es muss Heizöl nehmen, was die Luft verschmutzt und daher muss es Stromabschaltungen geben

Die bisher letzte Öllieferung des iranischen Regimes nach dem Libanon fällt in die kommende Winterzeit. Im letzten Jahr mussten die Iraner einen sehr kalten Winter erdulden. Am 12. Januar erlebten acht Provinzen weitreichende und zeitweilige Stromausfälle. Weitere Stromausfälle gab es in den sieben Provinzen Gilan, Alborz, Zentral – Khorasan, Mashhad, Markazi, Semnan, Ghom und Ardabil.

Hassan Nasrallah: ‘as long as Iran has money, Hezbollah has money’
Hassan Nasrallah:“ So lange der Iran Geld hat, hat auch die Hisbollah Geld“
In den ersten Stunden der Stromausfälle sagte der Sprecher der Stromindustrie, Mostafa Rajabi Mashhadi, dass die Stromausfälle in den Städten aus Mangel an Öl für die Kraftwerke resultierten. Das Regime machte dann das Volk wegen seiner „verstärken Nutzung von Gas“ für die Ausfälle verantwortlich.
Das Regime lehnt es ab, die reichen Öl- und Gasressourcen des Iran zu nutzen, weil es diese ins Ausland exportiert. Das Regime nutzt Heizöl für die Kraftwerke, damit der iranische Strom billiger als in anderen Ländern ist. Das Regime wirbt zudem um chinesische Unternehmen, damit sie im Iran in die Produktion von Bitcoin investieren.
Das Regime ist sich der sozialen Konsequenzen der Stromausfälle im Iran bewusst. In den letzten Monaten riefen bei mehreren Demonstrationen nach Stromausfällen die Menschen „Tod dem Diktator“. Es gab mehrere Proteste im Iran wegen der Stromausfälle.
Am 1. Juni 2021 warnte die staatliche Zeitung Farhikhtegan, dass „die Wahrheit ist, dass sich die Energiekrise im Iran verschärft hat. Wir sind an einem Punkt angekommen, wo uns die Realitäten tangieren und bedrohen und sie kann gefährlichen physischen und psychischen Schaden an der Infrastruktur und den betroffenen Bereichen der Gesellschaft verursachen.“
Die Frage ist, warum das Regime hier die Sicherheit im Land riskiert. Die Antwort lässt sich mit dem Wort „Priorität“ zusammenfassen.
Seit seiner Gründung hat das Mullahregime versucht, seine Krisen im Land durch die Unterstützung von Terrorgruppen zu exportieren. Als das Regime zum Beispiel für die Unterstützung von Bashar al-Assad in Syrien kritisiert wurde, sagten führende Vertreter des Regimes, „wenn wir nicht in Syrien kämpfen, dann werden wir bald auf den Straßen in Teheran kämpfen.“
Das Regime hat die libanesische Hisbollah gegründet und seitdem finanziert. In den letzten Jahren konnte so die Hisbollah eine zentrale Kraft im Libanon werden und sie kontrolliert die meisten wichtigen Positionen im Land.
Weil der Libanon immer mehr in Armut versinkt, kritisieren immer mehr Menschen offen die Hisbollah. Die Menschen „kritisieren die Gruppe und die herrschende Klasse für die Zerstörung ihres Landes durch mehrere Krisen. Dazu zählen der dramatische Verfall der Währung und Engpässe im Bereich der Medizin und der Energieversorgung“, schrieb AP am 1. September.
Teheran ist an den Konflikten im Jemen und Syrien beteiligt. Die Hisbollah agiert dort als Bodentruppen des Regimes und so haben die eigenen unterdrückenden Kräfte des Regimes mehr Ressourcen, um die iranische Gesellschaft zu kontrollieren.
Ein möglicher Aufstand im Libanon und der Sturz der Hisbollah hätte schwere Konsequenzen für das Regime. Und daher entscheidet es sich, die Hisbollah mit allen Mitteln zu unterstützen.
Dies wird natürlich inländische und internationale Konsequenzen für das Regime haben. Zuerst einmal verletzt das Regime die internationalen Sanktionen. Das lässt weiteren Druck aus dem Westen erwarten. Die internationale Isolation schränkt die Möglichkeiten des Regimes zur Finanzierung seiner Söldnergruppen weiter ein.
Truth about coronavirus vaccination in Iran
Die Wahrheit über die Coronacirus – Impfungen im Iran

Weiterhin wird das iranische Volk erneut Zeuge, wie das Regime den Wohlstand des Landes ausplündert und das Volk mit Krisen und Armut zurück lässt. Der Hass auf das Regime wird weiter steigen. Während der Proteste haben viele Demonstranten mit dem Ruf „Weder Gaza noch Libanon, mein Leben gebe ich nur für den Iran“ unterstrichen, dass sie die kriegerische Politik des Regimes in der Region ablehnen.
Das Entsenden von Öllieferungen in den Libanon wird die Probleme der Hisbollah auf lange Sicht nicht lösen. All das zeigt auch, dass die Propaganda des Regimes, dass es nicht genug Ressourcen hat, um dem Volk in der Covid-19 Krisen zu helfen, unwahr ist. Teheran befindet sich in einer Sackgasse und all diese Schritte verschärfen nur die einheimischen, regionalen und internationalen Krisen.