Wednesday, December 7, 2022
StartNachrichtenWiderstandInflation und Mangel an Mehl in iranischen Städten; viele Bäckereien müssen schließen

Inflation und Mangel an Mehl in iranischen Städten; viele Bäckereien müssen schließen

In den vergangenen Wochen hat sich der Preis des Brotes – eines wesentlichen Grundnahrungsmittels für die überwältigende Mehrheit der Iraner – in den meisten Städten um 30 – 100% gesteigert; dadurch kommt es im Leben der Arbeiter und Lohnabhängigen zu einer Krise. Zugleich wurden wegen der zügellosen Steigerung des Mehlpreises auf dem freien Markt – der vom Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und den Mafia-Gruppen des Regimes kontrolliert wird – viele Bäcker gezwungen, ihr Geschäft zu schließen, während es andere mit langen Schlangen von Kunden zu tun haben. Dazu gehören Bäckereien in Teheran, Ost-Azerbaijan, West-Azerbaijan, Khorasan Razavi, Alborz und Kurdistan.

Am 18. Oktober sagte der Leiter der Bäcker-Innung in Mashhad: „Vor zehn Tagen begann der Mehlpreis auf dem freien Markt plötzlich, nachdem Abnahmen von Weizen garantiert worden waren, in die Höhe zu springen – ein Schock für den Markt. Unsere Bäcker sind daran gewöhnt, Mehlknappheit auf dem freien Markt auszugleichen. Der offizielle Preis für jede Packung Mehl betrug 50 000 Toman, doch heute hat er sich auf 180 000 bis 200 000 Toman gesteigert. Auch die Preise aller Brotzutaten haben zugenommen; etwa 12 000 Bäckereien mußten in den zurückliegenden Tagen ihren Betrieb einstellen.“ (Die staatliche Zeitung „Hamshahri“ am 18. Oktober 2020)

In Teheran sagte Javad Karami, der Leiter der Innung und der Kooperativen für Weißbrot: „Unglücklicherweise hat jede einzelne notwendige Zutat außer dem Mehl eine Preissteigerung erfahren – mit dem Ergebnis, daß das Endprodukt um 30 bis 100% teurer geworden ist.“ (Offizielle Website der Teheraner Zünfte am 11. Oktober 2020)

In Karaj hat seit Freitag, den 16. Oktober eine Reihe von Bäckereien den Betrieb eingestellt.

In Tabriz hat der Brotpreis in weniger als einer Woche um zwischen 30 und 50% zugenommen. Wegen der Steigerung der Mehlpreise hat eine Reihe von Bäckereien den Betrieb eingestellt.

In Urmia bilden sich vor den Bäckereien lange Schlangen. Die Bäcker erklären, es seien nur wenige von der Regierung suventionierte Mengen an Mehl vorhanden, und auf dem offenen Markt hätten die Mehlpreise zugenommen; das habe zu einer sprunghaften Zunahme der Brotpreise geführt.

In Tonebakon haben es die Bäckereien mit geringen Mehl-Lieferungen zu tun; dadurch werden viele gezwungen zu schließen.

In Seqqez und vielen anderen kurdischen Städten hat sich der Preis einer Mehlpackung von 60 000 auf 120 000 Toman verdoppelt.

Am Freitag, den 16. Oktober wurde in der Stadt Neka und einigen weiteren Städten im Norden des Iran wegen einer sprunghaften Steigerung des Preises von nicht-subventioniertem Mehl die Herstellung von Brot eingestellt. Ein Geschäftsinhaber in Neka sagte: Bis jetzt haben wir Mehl auf dem offenen Markt gekauft. Heute aber hat der Mehlpreis von 90 000 bis zu 200 000 oder gar

300 000 zugenommen. Dabei setzt sich die Bevölkerung Nekas haupt-sächlich aus Arbeitern zusammen; die meisten können außer Brot für ihre Familien nichts kaufen.

Das religiöse Regime versucht in seiner Propaganda, glauben zu machen, daß die Steigerung des Brotpreises und der Mangel an Mehl-Lieferungen den Sanktionen geschuldet seien. Während der vergangenen Monate hat Hassan Rouhani, der Präsident des Regimes, wiederholt gesagt, es sehe sich nicht herausgefordert, Weizen zu produzieren oder zu importieren. Für die Knappheit und die Preis-steigerungen trägt die Hauptverantwortung das Horten, Stehlen und der Verkauf von Mehl auf dem offenen Markt um ein Mehrfaches seines realen Wertes. Dieser Teufelskreis wird ausschließlich vom IRGC und den verschiedenen Fraktionen des Regimes beherrscht.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI)

den 20. Oktober 2020