Monday, December 5, 2022
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IRAN: 65 Hinrichtungen innerhalb einer Woche

Sonntag, den 19. April 2015 um  21:36 Uhr

200 Gefangene in Karaj vor der Hinrichtung

Aufruf an die Jugend, gegen diese verbrecherischen Hinrichtungen zu protestieren und den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl zu zeigen  

NWRI – Angesichts ausgedehnter innerer und äußerer Krisen, besonders aber infolge des Rückzugs um einen Schritt bei den Atomverhandlungen und gleichzeitig mit der Ausdehnung der Proteste von Lehrern und Arbeitern und auch anderer Schichten der Gesellschaft hat das inhumane Regime der Kleriker in ungeahnter Weise die Hinrichtungen beschleunigt aus Furcht vor Aufständen in der Bevölkerung.

Mehr als 70 % der Hinrichtungen wurden im Geheimen vollstreckt und das Regime der Kleriker hat über diese Gräueltaten keinerlei Informationen veröffentlicht. 

In der letzten Woche (vom 12. bis 18. April) haben die Henker mindestens 65 Gefangene erhängt. Fünfundvierzig davon wurden allein im Zentralgefängnis von Karaj hingerichtet. Am 13. April wurden acht Gefangene im Zentralgefängnis von Karaj aufgehängt, 13 weitere im Ghezel Hessar Gefängnis. Am darauf folgenden Tag wurden 19 Gefangene im Gohardasht Gefängnis erhängt und am 15. April haben die Henker fünf Gefangene in Gohardasht aufgehängt. Unter den Hingerichteten war Javad Saberi, der zur Zeit seiner Verhaftung Jugendlicher war.

In diesem Zeitabschnitt wurden einer am 12. April in Mehriz (in der Provinz Yazd), acht Gefangene am 12. und 15. April in Arak, drei am 14. und 15. April in Shiraz, vier Gefangene am 13. April in Isfahan und vier in Zahedan am 18. April erhängt. Zwei der Hinrichtungen, eine  in Mehriz und  eine in Shiraz, fanden öffentlich statt.  

Eine beträchtliche Zahl der Gefangenen war unter 30 Jahre alt, also noch jung, und gehörte zu den Gefangenen, die gegen die Welle der kollektiven Hinrichtungen im Ghezel Hessar Gefängnis im letzten August  protestiert hatten. Mehrere Gefangene wurden wegen Drogenschmuggel hingerichtet, obwohl es ihren Angehörigen zufolge in ihren Fällen nicht um Drogen ging. 

Gefangene in Karaj haben am 12. April Protestaktionen begonnen, nachdem ihre Zellengenossen in Vorbereitung der Vollstreckung ihrer verbrecherischen Todesurteile in Einzelhaft gebracht worden waren. Die protestierenden Gefangenen skandierten: „Wir werden nicht zulassen, dass ihr uns tötet!“ Ebenso versammelten sich kurz vor der Hinrichtung Angehörige vor den Gefängnissen und riefen: „Wir werden nicht zulassen, dass ihr sie tötet“.

Es heißt, dass das Regime der Kleriker in den kommenden Wochen 200 Gefangene erhängen lassen will, die sich in den Todeszellen in Gohardasht und in Ghezel Hessar befinden. Viele der Angehörigen wurden aufgefordert, sich an die Gefängnisse zu wenden, um ihre Lieben zum letzten Mal zu sehen. Aus Furcht vor einer Revolte der Gefangenen hat das Regime der Mullahs diejenigen, die hingerichtet werden sollen, in Gefängnisse in nahe gelegene Städte bringen lassen, darunter das größere Gefängnis in Teheran in der Hassanabad Varamin Straße und das Zentralgefängnis in Kazvin.

Der Iranische Widerstand ruft die Bevölkerung auf, vor allem die Jugend, gegen die verbrecherischen Hinrichtungen zu protestieren und Sympathie und Mitleid gegenüber den Angehörigen der Opfer zum Ausdruck zu bringen. Er betont weiterhin, dass Schweigen und Untätigkeit der internationalen Gemeinschaft wegen der Atomgespräche nach der Zunahme der kollektiven und willkürlichen Hinrichtungen die Mörder nur ermutigt, mehr iranische Menschen zu töten, während sie ihren Marsch zur Erlangung der Atombombe fortsetzen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrats Iran

19. April 2015