Monday, December 5, 2022
StartNachrichtenAtomprogrammIran: Befehlshaber des IRGC verweigert erneut die Inspektion militärischer Anlagen

Iran: Befehlshaber des IRGC verweigert erneut die Inspektion militärischer Anlagen

Sonntag, den 19. April 2015 um  12:07 Uhr

Ein hochrangiger Befehlshaber in den Revolutionsgarden des iranischen Regimes (IRGC) erklärt, dass internationalen Atominspektoren unter jedem Atomabkommen mit den Weltmächten kein Zugang zu Militäranlagen gewährt werde.

 

 General Hossein Salami, der stellvertretende Leiter der Garden, meinte am Sonntag im staatlichen Fernsehen, dass es einem „Ausverkauf“ gleichkäme, wenn auswärtige Inspektion von militärischen Anlagen erlaubt würde.

Eine Bestandsaufnahme des US Außenministeriums über das Rahmenabkommen, das vereinbart wurde, um Teherans Atomprogramm einzuschränken, besagt, dass es erforderlich sei, dass der Iran der UN Atomorganisation Zugang zu allen „verdächtigen Anlagen” gewähren müsse.

Seit die Atomgespräche begonnen haben, wurde der Internationalen Atomenergie Organisation beständig der Zugang zu mehreren Anlagen verweigert, die im Verdacht stehen, mit dem Atomprogramm verbunden zu sein. Keine der anstehenden Fragen im Zusammenhang mit den möglichen militärischen Ausmaßen wurde beantwortet. 

Teheran ist verzweifelt bemüht, eine echte genaue Untersuchung seines Atomprogramms zu umgehen. Aber es ist ebenso verzweifelt bemüht, für die laufenden Verhandlungen die Hoffnung aufrecht zu erhalten, dass die Sanktionen beseitigt werden, die seine Wirtschaft lähmen,

Eine volle Offenlegung der militärischen Dimensionen des Atomprogramms des Regimes wäre aber nicht möglich, ohne unangekündigte Inspektionen der IAEO in allen Anlagen einschließlich Parchin.

Die IAEO hat in der letzten Woche Gespräche geführt, aber es gab keine Anzeichen eines Durchbruchs über Aspekte seines Atomprogramms, bei denen Teheran es der Organisation zufolge bisher unterlassen hat, sie voll zum Gegenstand zu machen.

Die IAEO untersucht das Atomprogramm des iranischen Regimes parallel zu den Gesprächen zwischen Teheran und den sechs Weltmächten. Sie erklärte im März, sie erwarte in diesem Monat Fortschritte in Bezug auf ausstehende Fragen im Zusammenhang mit der Art der  auf  Neutronen bezogenen Berechnungen und Experimenten mit Sprengstoffen, die für die Entwicklung atomarer Waffen benutzt werden können und die, wie es heißt, durchgeführt werden.    

Der Chef der  Behörde der Vereinten Nationen zur Atomüberwachung  erklärte am 2. März: „Der Iran muss uns noch bestimmte Dinge erklären, damit die Organisation die beiden ausstehenden praktischen Maßnahmen ausarbeiten kann“, sagte Yukiya Amano vor dem Gouverneursausschuss der Organisation in Wien aus, wie es in einem Bericht von Reuters vom letzen Monat zu entnehmen ist.

„Die Organisation ist nicht in der Lage, glaubwürdig zu versichern, dass es kein nicht deklariertes nukleares Material und dass es keine Aktivitäten diesbezüglich gibt. Deshalb kann sie nicht zu dem Schluss kommen, dass alles nukleare Material im Iran friedlichen Zwecken dient“.

Er setzte hinzu, seine Organisation sei bereit, die Beantwortung aller ausstehenden Fragen zu beschleunigen, aber „das kann nicht immer so weiter gehen“.